Das Schwert der Klarheit. Anja Reiche

An diesen Text (von 14.09.2020) wurde ich heute morgen erinnert. Halleluja!!! đŸ˜ŠđŸ”„đŸ”„đŸ”„đŸ”„đŸ™đŸŒ

Das Schwert der Klarheit

Das Schwert der Klarheit durchtrennt alles, was du nicht bist, alles, was nicht zum Ausdruck bringt, wer du eigentlich wirklich bist. Es befreit dich von allem, was nicht deiner Essenz entspricht. Das Schwert der Klarheit ist auch das Schwert der Wahrheit – deiner Wahrheit. Es ist scharf und will mit Bedacht und weise gefĂŒhrt werden.

Klarheit ist frei von Kampf und Aggression. Klarheit ist ein Wissen darum, was du wĂ€hlst, was du willst, wer du bist, was du zum Ausdruck bringen willst. UnumstĂ¶ĂŸlich. Bereit jegliche Konsequenz zu erfahren, die diese Wahl nach sich zieht.

Deine Wahl wird nicht alle zum Applaus animieren. Deine Wahl mag andere in ihre Themen stĂŒrzen, die du durch falsche RĂŒcksichtnahme bisher verhindert hast. Wie oft hast du deine Wahrheit nicht gesprochen, weil du andere nicht verletzen wolltest? Wie oft warst du nicht klar und deutlich, weil du eher im VerstĂ€ndnis fĂŒr den anderen warst, anstatt im VerstĂ€ndnis fĂŒr dich? Wie oft hast du damit dich selbst verletzt, verraten und verkauft, verdreht und verbogen?

Ist damit wirklich etwas gewonnen, wenn wir andere vor ihren GefĂŒhlen und Prozessen beschĂŒtzen wollen und uns gleichzeitig damit selbst bekĂ€mpfen? Wem ist damit gedient? Dir schon mal nicht und dem anderen auch nicht. Wer sagt dir, dass es besser ist, wenn der andere unangenehme GefĂŒhle wie z. B. EnttĂ€uschung nicht fĂŒhlen muss? Was gibt dir das Recht, besser zu wissen, was gut fĂŒr den anderen ist? Ist das nicht eine Form von Überheblichkeit? Woher willst du wissen, dass es nicht viel heilsamer fĂŒr den anderen wĂ€re, diese Ent-tĂ€uschung endlich zu erfahren, damit die TĂ€uschung ein Ende haben kann?

Ich habe auf meinem Weg zurĂŒck zu mir gelernt, es auszuhalten, dass meine Entscheidungen, meine Taten, die fĂŒr mich absolut stimmig und richtig sind, in anderen etwas auslösen können, das nicht gerade mit Freude gleichzusetzen ist. Jede Wahl, die ich treffe, hat zweifelsfrei Auswirkungen auf mein Umfeld. Immer. Es gibt keine Wahl, die ohne Auswirkung bleibt. Wir sind alle verbunden. Ich kann immer nur das tun, was fĂŒr mich stimmig ist. Immer in dem Bewusstsein, dass ich ALLES bin, dass WIR alle EINS sind.

Ich denke die Dinge zu Ende. Ich fĂŒhle die Dinge zu Ende. Ich kann die GefĂŒhle fĂŒhlen, die andere ausgelöst durch mein Sein haben (werden). Und ich darf genau das aushalten. Ich treffe meine Wahl und weiß und fĂŒhle die EntrĂŒstung, die EnttĂ€uschung, die Wut, die Verachtung, die Verurteilung, die Ablehnung, etc.

Eine Wahl zu treffen, bei der ich weiß, dass sie gut ankommt, ist einfach. Eine Wahl zu treffen, die fĂŒr mich das einzig Richtige ist und zu wissen, dass sie großteils nicht auf Zustimmung trifft, das ist die wahre Herausforderung beim Echt-Sein, beim sich selbst leben.

Ich kann die Stimmen schon wieder hören, die mir Egoismus vorwerfen. Ich sage euch eins, wer fĂŒr sich sorgt und nicht von anderen erwartet, dass sie das fĂŒr ihn ĂŒbernehmen, ist wohl kaum egoistisch. Wer sich selbst um seine GefĂŒhle und alles, was sich in seinem Leben zeigt, kĂŒmmert, reflektiert und mutig seine Schatten erforscht, weil er weiß, dass die anderen eben nicht am eigenen Erleben „schuld“ sind, ist wohl eher nicht egoistisch.

Ich erwarte von niemandem ein bestimmtes Verhalten, damit es mir besser geht. Ich weiß darum, dass ich Schöpfer bin und dass mir nichts widerfahren kann, was nicht den Ursprung in mir hĂ€tte. Niemand ist schuld an irgendwas in meinem Leben. NIEMAND. Das soll Egoismus sein? Ich denke nicht.

Mein Schwert der Klarheit ist scharf, ich weiß. Bei flĂŒchtiger Betrachtung könnte man sagen, es verletzt andere. Bei genauerem Hinsehen aber, zeigt sich, dass es nur das zum Vorschein bringt, was eh schon da war. Mit jedem Versuch, jemanden zu schonen, vor bestimmten GefĂŒhlen und Erfahrungen zu bewahren, bin ich nicht in meinem ZustĂ€ndigkeitsbereich. Ich mische mich damit in Angelegenheiten ein, die mich nichts angehen.

So stehe ich hier und wĂ€hle weise, was fĂŒr mich stimmig ist, wissend, dass es Auswirkungen hat, dass es wirkt, dass ich niemals unabhĂ€ngig vom großen Ganzen wĂ€hlen kann. Ich stehe in Klarheit fĂŒr mich ein, sage NEIN, wenn es dran ist, kenne meine Werte und vertrete sie, reflektiere fortwĂ€hrend und weiß, wann etwas nicht meine Angelegenheit ist. Ich kann unterscheiden zwischen meinen Themen und denen der anderen. Ich kenne meinen ZustĂ€ndigkeitsbereich ganz genau. DAS ist Klarheit fĂŒr mich.

14.09.2020

Anja Reiche

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