
Es gibt viele Gründe für dieses Gefühl des Ungewissen, des Unbeständigen, der inneren Spannung – und für manche von uns sogar des Chaos. Die Planeten wechseln ihre Zeichen, sie benennen sich neu, sie gebären sich neu, sie ordnen ihre Aufgaben um. Pluto geht für etwa ein Jahrzehnt „außerhalb der Grenzen“. Jupiter ist nicht nur in ein Ringen mit Uranus verstrickt, sondern nun treten auch Mars und Merkur hinzu, was die Lage noch unübersichtlicher macht. Und über all dem betreten wir nun die Zeit der Finsternisse.
Das Problem mit Pluto, wenn er „out of bounds/außerhalb der Grenzen/der Deklination“ geht, ist, dass er dort sehr lange bleibt. Am 31. August überschreitet er offiziell die Schwelle von 23º S 27’ und taucht damit unter den himmlischen Wendekreis des Steinbocks in ein Gebiet, das jenseits der gewohnten Grenzen liegt. Diese Regionen jenseits der Ekliptik, jenseits der Bahn der Sonne, gelten als „Wilder Westen“ des Kosmos, wo die üblichen Regeln und Strukturen nicht mehr greifen. Pluto entzieht sich dort der Kontrolle seines Herrschers, der Sonne, und ist ganz auf sich selbst gestellt. Und er wird in diesem Bereich volle zehn Jahre verweilen. Das letzte Mal befand sich Pluto von 1938 bis 1953 außerhalb der Grenzen – und in unserem Leben wird es dazu kein weiteres Mal kommen.
Solche Plutonischen „Out-of-Bounds“-Zeiten können von Zerstörung, Missbrauch von Macht und extremen Kräften geprägt sein. Sie können aber auch Phasen tiefgreifender Transformation, von Wiedergeburt und radikaler Erneuerung einleiten – in einem Ausmaß, wie wir es vielleicht noch nie zuvor erlebt haben. Pluto „außerhalb der Grenzen“ bedeutet: Macht ist entfesselt.
Doch vielleicht die subtilste, fast hintergründige Kraft in dieser Woche liegt im Zusammenspiel von Jupiter und Uranus, das bereits den jüngsten Neumond durchzogen hat. Diese Verbindung kann wild, unvorhersehbar und gesetzlos erscheinen. Sie trägt die Sehnsucht nach Freiheit in sich, das Aufblitzen einer aufregenden, neuen Vision, die am Horizont wartet. Doch ebenso kann sie sich in einer Fülle von unberechenbaren Ereignissen äußern – eins nach dem anderen, scheinbar ohne Sinn, ohne Ordnung. Und die Tatsache, dass Merkur und Mars in diesen Tagen in das Bild eintreten, macht es nicht leichter.
Denn wenn die inneren Planeten, Merkur und Mars, solch große Konstellationen berühren, dann verlagert sich das Geschehen direkt in unser persönliches Leben. Merkur steht für unsere täglichen Abläufe, unsere Routinen, unsere Kommunikation und auch den Verkehr. Am Dienstag kehrt er in sein eigenes Zeichen Jungfrau zurück – und bildet dort ein exaktes Quadrat zum unruhigen, disruptiven Uranus. Das hat das Potential, unser Leben von innen nach außen und wieder zurück zu stülpen. Dabei will Merkur in der Jungfrau eigentlich nur Ordnung in das Chaos bringen, Klarheit ins Unklare – und doch wird das in diesen Tagen wie der Versuch wirken, Katzen zu hüten oder während eines Schneesturms Schnee zu schaufeln.
Mars wiederum steht für Willenskraft und Tatkraft. In der Waage, dem Zeichen von Frieden und Diplomatie, wirkt er gebremst und etwas gezügelt. Doch in dieser Woche tritt er gleichzeitig in ein exaktes Quadrat zu Jupiter und in eine angespannte Verbindung zu Uranus. Jede Begegnung von Mars und Uranus ist von Natur aus unberechenbar, abrupt und voller Brüche.
Wer gelernt hat, flexibel zu sein, mitzuschwimmen, das Leben wie beim Jonglieren auszubalancieren, der kann sich an den Kobolden, Pannen und Überraschungen vorbeimanövrieren. Doch selbst die Geschicktesten unter uns könnten ins Straucheln geraten – gerade jetzt, wo wir auf die September-Finsternisse zusteuern.
Also: Anschnallen, ihr Lieben – wir werden es brauchen.
© Beitragsweiterleitung von Ursula. DANKE DIR.
Originalbeitrag: https://eraoflight.com/2025/08/30/astrology-chaos/
