In Germany Before The War … Warum ich dieses Lied teile … Das verlorene Kind (aus dem Roman) und (unsere durch die Epstein-Akten) verlorene Unschuld

Manchmal finden uns Lieder genau in dem Moment, in dem wir bereit sind, ihnen wirklich zuzuhören … oder weil Youtube aufgrund der aktuellen EPSTEIN-AKTEN-AUFRUFE den Empfehlungsalgorithmus geschalten hat. …. Nicht immer, weil wir selbst aktiv nach ihnen gesucht haben – sondern weil sie uns auf leisen (Youtube) Wegen erreichen.

„In Germany Before the War“ ist für mich weit mehr als nur ein musikalisch schönes Stück. Es trägt eine stille Tiefe in sich, eine Atmosphäre, die zwischen den Tönen spricht. Das Lied erzählt nicht laut, es erklärt nicht – es lässt fühlen. Es erinnert daran, wie zerbrechlich scheinbare Normalität sein kann und wie nah Licht und Schatten oft beieinanderliegen.

Vielleicht wurde es mir auch deshalb vorgeschlagen. Algorithmen erkennen Muster: Stimmungen, Themen, Sehgewohnheiten. Sie verbinden Inhalte, die Menschen häufig gemeinsam ansehen – oft ohne deren eigentliche Bedeutung zu verstehen. Sie berechnen Wahrscheinlichkeiten, aber sie begreifen keine Emotionen.

Und doch liegt darin etwas Faszinierendes: Ein technisches System kann uns zwar etwas zeigen, aber erst unser Herz entscheidet, ob wir darin Schönheit, Tiefe oder Wahrheit erkennen.

Dieses Lied ist ein stilles Kunstwerk über Menschlichkeit, Verletzlichkeit und das unsichtbare Kippen von Sicherheit. Es lädt ein, genauer hinzuhören – nicht nur auf die Musik, sondern auch auf die feinen Zwischentöne unseres eigenen Empfindens.

Ich teile es, weil es Räume öffnet.
Räume für Nachdenklichkeit.
Für Mitgefühl.
Für Erinnerung daran, wie wichtig Wachheit und Menschlichkeit sind.

Und vielleicht auch, weil gerade die leisen Lieder uns manchmal am meisten berühren.

Nimm dir einen Moment Zeit dafür. Lass es wirken – ohne es sofort einordnen zu müssen. Manche Musik versteht man nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen.

Und genau darin liegt ihre besondere Kraft.

Rosi/esistallesda.de

Bild: Eigener Fundus


Google sagt: Das Lied In Germany Before the War von Randy Newman ist ein sehr eindringliches und zugleich stilles Stück, das oft als eines seiner bewegendsten Werke gilt.

Worum es im Lied geht

Der Song erzählt aus der Perspektive einer Mutter, deren kleines Kind verschwunden ist. Sie wartet nachts am Fenster und hofft verzweifelt auf seine Rückkehr. Die Atmosphäre ist ruhig, fast wie in Zeitlupe – und genau das macht die Geschichte so beklemmend.

Viele Menschen hören zunächst nur eine traurige Geschichte über Verlust. Doch der Titel „In Germany Before the War“ deutet auf eine tiefere Ebene hin.

Die historische Inspiration

Das Lied ist lose von einem realen Kriminalfall aus den 1920er-Jahren inspiriert – dem Serienmörder Peter Kürten, der als „Vampir von Düsseldorf“ bekannt wurde. Newman wollte jedoch kein „True-Crime“-Lied schreiben. Stattdessen nutzt er diesen Hintergrund, um ein Gefühl von unschuldiger Normalität kurz vor einer großen Dunkelheit einzufangen.

Die tiefere Bedeutung

Viele Interpretationen sehen darin ein Bild für Europa – besonders Deutschland – kurz vor dem Zweiten Weltkrieg:

  • Eine scheinbar ruhige, geordnete Welt
  • Menschen gehen ihrem Alltag nach
  • Doch unter der Oberfläche wächst etwas Bedrohliches

Das verschwundene Kind wird oft symbolisch verstanden als verlorene Unschuld oder als Vorahnung der Katastrophe, die noch kommen wird.

Warum das Lied so stark wirkt

Newman verzichtet fast völlig auf dramatische Worte. Stattdessen entsteht die Wirkung durch:

  • schlichte Sprache
  • eine ruhige Melodie
  • eine Atmosphäre von Einsamkeit
  • unterschwellige Angst

Gerade diese Zurückhaltung macht das Lied so erschütternd.


Sieh dir hier die Version von „In Germany Before The War“ von Holland Baroque und Olivia Vermeulen an.

Das Lied aus dem Jahr 1977 von Randy Newman (1943) handelt von einem Serienmörder aus Düsseldorf.
„Normalerweise sage ich genau das, was ich meine, damit mich jeder versteht“, erklärt Newman. „Doch das Thema von In Germany Before The War ist zu grausam, um es ausführlich zu beschreiben. Durch die gespenstische Orchestrierung erkennt der Zuhörer jedoch, dass es sich bei der Hauptfigur um einen Kindermörder handelt.“

Musik: Randy Newman
Arrangement: Judith Steenbrink & Tineke Steenbrink

Mezzosopran: Olivia Vermeulen


In Deutschland vor dem Krieg
lebte ein Mann, dem ein Geschäft gehörte,
im Jahr neunzehnhundertvierunddreißig,
in Düsseldorf.

Und Nacht für Nacht, um Punkt neun,

durchquerte er den Park hinunter zum Rhein

und setzte sich dort
still an das Ufer.

Ich blicke auf den Fluss –

doch in meinen Gedanken bin ich beim Meer,
immer wieder beim Meer,
immer wieder beim Meer.
Ich schaue auf den Fluss,
doch mein Inneres wandert hinaus zum Meer.

Ein kleines Mädchen hat sich verirrt,

mit goldenem Haar
und grauen Augen.
Ihr Spiegelbild glänzt in seinen Brillengläsern,
während er sie beobachtet.

Ein kleines Mädchen hat sich verirrt,

mit goldenem Haar
und grauen Augen.

Ich schaue auf den Fluss –

doch meine Gedanken treiben zum Meer,
immer wieder zum Meer,
immer wieder zum Meer.

Wir liegen unter dem herbstlichen Himmel,
mein kleines goldenes Mädchen und ich.
Und sie liegt ganz still.

DANKE FÜR DEIN MIT-GEFÜHL!

Wort & Bild & Interpretation: Rosi/esistallesda.de