Nach einem Text von Zachary Fisher
Es vollzieht sich eine leise Veränderung, die viele Menschen spüren, auch wenn sie sie kaum in Worte fassen können. Etwas fühlt sich anders an. Die Zeit fühlt sich anders an. Selbst die Menschen um uns herum scheinen sich verändert zu haben. An manchen Tagen wirkt es, als würde die Welt plötzlich schneller werden. An anderen wiederum, als löse sich alles auf und setze sich zugleich neu zusammen.
Was die meisten noch nicht erkennen, ist dies: Die Wirklichkeit selbst ist nicht mehr so unbeweglich, wie sie einmal schien.
Zwei Menschen können heute am selben Ort stehen und doch völlig unterschiedliche Versionen des Lebens erfahren. Nicht, weil einer recht hat und der andere irrt, sondern weil das, was wir in unserem Inneren tragen, stärker als je zuvor formt, was wir im Außen wahrnehmen. Unsere Wahrnehmung wird mehr und mehr zu einem tragenden Bestandteil der Welt, in der wir leben.
Über lange Zeit bewegte sich die Menschheit innerhalb sehr fester Systeme mit berechenbaren Strukturen und langsamen Veränderungen. Zwischen unseren Gedanken und unseren Erfahrungen lag ein schützender Abstand. Dieser Abstand wird nun immer durchlässiger.
Die Kluft zwischen deiner inneren und deiner äußeren Welt beginnt zu schrumpfen. Was du beständig in deinem Nervensystem trägst, sei es Angst oder Frieden, Mangel oder Vertrauen, Groll oder Dankbarkeit, zeigt sich zunehmend schneller in deinem gelebten Alltag. Nicht auf wundersame Weise über Nacht, sondern still, stetig und unübersehbar.
Darum haben manche Menschen das Gefühl, alles falle auseinander, während andere spüren, wie sich die Dinge sanft zusammenfügen. Beides geschieht gleichzeitig.
Wir treten in eine Zeit ein, in der die Menschheit nicht länger eine einzige, gemeinsam erlebte Wirklichkeit teilen wird, wie es einst der Fall war. Unsere Erfahrungen verzweigen sich entsprechend unserem inneren Zustand. Einige werden weiterhin Enge, Chaos und Konflikte erleben, weil ihr Inneres noch auf Überleben und Furcht ausgerichtet ist. Andere hingegen werden mehr Unterstützung wahrnehmen, mehr bedeutsame Zufälle, mehr Verbundenheit, da sich ihr Inneres in Richtung Vertrauen und stimmige Ganzheit bewegt. Keine dieser Gruppen liegt falsch. Doch sie leben nicht länger in derselben Wirklichkeit.
Und es gibt etwas Wichtiges, das viele bislang übersehen:
Es erwachen weit mehr Menschen, als irgendjemand ahnt. Viele tun es in aller Stille. Sie beginnen, alles zu hinterfragen, was man ihnen einst beigebracht hat. Sie verändern ihre Art zu leben, ihre Werte, ihren Umgang mit anderen. Sie treten innerlich einen Schritt zurück, weg vom Lärm, weg von der Angst, weg von alten Mustern. Doch sie verkünden es nicht laut und machen kein Aufsehen darum.
Einige der kraftvollsten und wachsten Menschen unserer Zeit sind gerade jene Stillen. Sie beobachten. Sie fühlen. Und sie erschaffen sich von innen heraus neu.
Es gibt auch Seelen, die nicht hier sind, um zuerst zu erwachen. Sie werden später aufwachen und dann helfen, Stabilität zu schenken, wenn sichtbare Strukturen zu wanken beginnen.
Glaube also nicht, jemand schlafe noch, nur weil er deine Sprache nicht spricht. Jeder übernimmt in diesem Übergang eine andere Aufgabe.
Was jetzt am meisten zählt, ist etwas, das den meisten niemals beigebracht wurde:
Die neue Währung wird nicht Status sein. Nicht Information. Nicht einmal Geld, zumindest nicht in der Weise, wie viele es sich vorstellen.
Es wird innere Stimmigkeit sein.
Die Fähigkeit, inmitten von Chaos ruhig zu bleiben. Gegenwärtig zu sein, wenn andere sich verlieren. Liebe zu bewahren, ohne naiv zu werden, und der Wahrheit treu zu bleiben, ohne daran zu verhärten. Die Fähigkeit, das eigene Nervensystem zu regulieren, wenn sich die Welt unsicher anfühlt.
Jene, die geerdet und standhaft bleiben, während sich alles neu ordnet, werden ganz von selbst zu Ankern für andere. Menschen werden sich instinktiv dorthin wenden, wo sie Sicherheit, Klarheit und Echtheit spüren.
Und hier liegt vielleicht die tiefste Erkenntnis:
Wir warten nicht auf eine neue Welt, die irgendwann erscheinen wird. Wir leben bereits in ihren ersten Anfängen. Still formt sie sich durch Beziehungen, durch kleine Gemeinschaften, durch Menschen, die sich im Alltag immer wieder für Aufrichtigkeit statt für Angst entscheiden. Sie entsteht in Gesprächen, in Häusern, in stillen Entscheidungen, die niemand sonst bemerkt.
Eines Tages mag es so wirken, als habe sich alles über Nacht gewandelt. Doch in Wahrheit wird diese Veränderung lange unter der Oberfläche gereift sein, getragen von Millionen einzelner Entscheidungen, anders zu leben.
Wenn sich also gerade vieles beschleunigt anfühlt, wenn alte Identitäten zu zerfließen scheinen, wenn manche Beziehungen nicht mehr passen, wenn sich deine Prioritäten verschieben, dann verlierst du nicht den Halt. Du passt dich einer Wirklichkeit an, die stärker als je zuvor auf Bewusstsein, Gegenwärtigkeit und innere Ausrichtung antwortet.
Sorge dich jetzt liebevoll um deine innere Welt. Nicht angestrengt und nicht für den äußeren Schein, sondern ehrlich und wahrhaftig. Denn was du in dir trägst, ist längst nicht mehr nur persönlich. Es wird Teil der Welt, die sich um dich herum gestaltet.
Und das bedeutet weit mehr, als die meisten heute schon verstehen.
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