Frühling in Bayern. Die Sonne scheint, die Plakate blühen und plötzlich sprechen Laternenmasten mit uns. Es ist wieder Zeit für die Kommunalwahl, und das Straßenbild wird zur offenen Bühne für große Worte und kleine Schmunzler.
KRÖTTEN RETTEN, Kröten schlucken!
Ein Motto, das gleichzeitig nach Naturschutz und Haushaltsdebatte klingt. Irgendwo zwischen Biologieunterricht und Realität. Ich weiß noch nicht genau, ob ich jetzt Naturschutz betreiben oder meine Nebenkostenabrechnung akzeptieren soll. Wahrscheinlich beides
MUT. MITTE. MACHEN.
Drei Worte, die klingen, als hätte man sie morgens beim Joggen erfunden. Motiviert, rhythmisch und irgendwie sofort auf einem Stoffbeutel vorstellbar. Klingt ein bisschen wie ein Fitnesskurs für die Seele. Erst Mut sammeln, dann in die Mitte atmen und schließlich einfach machen. Vielleicht erst mal einen Kaffee.
GEH WÄHLEN, HABIBI. [aus dem Arabischen – حبيبي – und heißt „Freundchen“]
Der charmanteste Aufruf überhaupt. Man fühlt sich gleichzeitig motiviert und liebevoll ermahnt. Demokratie, aber mit Herz.
Bäume statt Asphalt.
Ein Satz, bei dem man automatisch tief einatmet und sich fragt, ob Parkplätze eigentlich auch Photosynthese lernen können. Ein schöner Gedanke. Wobei mein Fahrrad sich fragt, ob es dann künftig über Wurzeln oder Schlaglöcher fahren darf. Abenteuer bleibt Abenteuer.
Die Stadt gehört uns allen. Nicht den Parteien!
Stimmt. Aber wer räumt dann nach dem Wahlkampf die Kabelbinder von den Laternen? Wahrscheinlich wieder wir alle.
WOHNEN IST LUXUS
Kurz, ehrlich und ein Satz, bei dem viele wahrscheinlich kurz nicken und dann ihre Miete überdenken. Oder wohl eher ein Satz wie ein Escape Room. Man liest ihn dreimal, denkt kurz über Existenz und Mietpreise nach und versteht plötzlich sehr viel über das Leben.
ANPACKEN
Immer gut. Die einzige offene Frage bleibt: Was genau, wann und wer bringt die Arbeitshandschuhe mit? Aber bitte erst nach dem zweiten Kaffee und nur, wenn jemand sagt, was genau wir anpacken sollen.
Am Ende ist klar: Wahlplakate sind ein bisschen wie moderne Straßenpoesie. Manche bringen einen zum Nachdenken, andere zum Schmunzeln und manche einfach dazu, langsamer am Laternenmast vorbeizugehen.
Und egal, welche Meinung man hat: Bei der Kommunalwahl in Bayern geht es darum, wie das direkte Lebensumfeld gestaltet wird. Also hinschauen, gerne mal schmunzeln und dann bewusst entscheiden.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Bayern ist kreativ, engagiert und definitiv nicht langweilig. Und egal welches Plakat man am schönsten findet, die Laternen haben in Wahlzeiten eindeutig die meisten Meinungen.
DU HAST DIE WAHL, am Sonntag, dem 8. März, wenn du in Bayern wohnst.
PS: Hab heute meinen aktuellen Rentenbescheid erhalten und wünsche der von mir gewählten Partei, dass es bis dahin noch Pfandflaschen gibt.
PPS: Lasst uns also unsere Demokratieentscheidung in die Urne werfen.
Rosi
