Ein Meteorit zerlegt am Sonntagabend gemütlich Teile von Rheinland-Pfalz, Dächer bekommen spontane Oberlichter, Social Media ist voller Videos – und unsere sonst so alarmfreudigen Qualitätsmedien wirken plötzlich erstaunlich tiefenentspannt.
Normalerweise läuft das ja anders.
Wenn in Norwegen ein Schneekorn hustet, drehen deutsche Wetter-Apps sofort am Sirenenrad. Meteorologen sprechen mit dramatischer Stimme von „Extremwetterlage“, Pushmeldungen prasseln im Minutentakt aufs Handy und irgendwo empfiehlt garantiert jemand, vorsorglich Klopapier und Ravioli für zwei Wochen zu hamstern.
Aber diesmal?
Ein echter Stein aus dem All rauscht über den Himmel, beschädigt Dächer, Menschen filmen das Spektakel – und die große Warnmaschine steht still wie ein Windrad bei Flaute.
Man fragt sich schon:
Haben die Meteorologen den Meteor tatsächlich übersehen?
Oder saßen sie gerade im Seminar „Wie erkläre ich ein Sommergewitter als Jahrhundertkatastrophe“?
Und unsere Qualitätsmedien?
Die wirken, als würden sie noch prüfen, ob der Meteorit vielleicht klimaneutral abgestürzt ist und ob man ihn sprachlich korrekt als „außerirdisches Teilchen mit Migrationshintergrund aus dem Asteroidengürtel“ bezeichnen muss.
Eine andere Möglichkeit wäre natürlich auch denkbar.
Vielleicht war das gar kein Meteorit.
Vielleicht war es eine Rakete aus dem Iran.
Aber keine Sorge – selbst wenn morgen eine iranische Rakete über Koblenz parkt, wird wahrscheinlich erst ein Arbeitskreis gegründet, der prüft, ob die Rakete kulturell sensibel genug abgestürzt ist und ob man sie nicht vorschnell diskriminieren sollte.
Warnung an die Bevölkerung?
Fehlanzeige.
Normalerweise bekommt man bei drei Schneeflocken eine staatliche Pushmeldung.
Diesmal fällt ein kosmischer Ziegelstein vom Himmel – und Deutschland reagiert mit der gleichen Energie wie die Deutsche Bahn bei „unerwartetem Wetter“.
Vielleicht kommt die große Warnung ja morgen früh.
Mit dem üblichen Hinweis:
„Bitte bleiben Sie ruhig. Es besteht keine Gefahr. Und falls doch – melden wir uns nach der nächsten Pressekonferenz.“
Bis dahin gilt:
Augen nach oben.
Nicht dass der nächste Meteorit wieder völlig unangekündigt kommt –
und die Qualitätsmedien ihn erst entdecken, wenn er im Vorgarten steckt. ![]()
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DANKE AN: https://www.facebook.com/markus.banneyer
Rosi/mein persönliches Nachwort
Gestern gegen 18 Uhr stand ich ganz unspektakulär in meinem Vorgarten und betrachtete den Himmel. Plötzlich durchzuckte ein hellblauer Blitz für vielleicht zwei Sekunden den Himmel, gefolgt von einem Donnergrollen, das gut eine Minute nachhallte.
Fast gleichzeitig verabschiedete sich bei uns im Haus kurz der Strom. Alles war für einen Moment dunkel – und ich dachte: Aha, jetzt passiert also etwas wirklich Großes.
Die Wetter-App hatte allerdings eine deutlich bodenständigere Erklärung parat. Dort stand nüchtern: „Schweres Gewitter in Teilen Bayerns.“
Nun ja.
Ich stand also da, blickte noch einmal nach oben und wartete einen Moment. Man weiß ja nie. Vielleicht war es ja doch ein kosmisches Zeichen, ein Meteorit, ein energetischer Impuls aus dem Universum oder – wer weiß – sogar ein kleiner persönlicher Erleuchtungsblitz.
Leider muss ich berichten:
Als der Strom wieder da war, war ich immer noch dieselbe.
Nur vielleicht ein kleines bisschen älter.
Also nichts mit spontaner Transformation, plötzlichem Aufstieg oder sofortiger kosmischer Weisheit. Ich bin weiterhin die altbekannte, leicht älter werdende (ALTE :-)) Version meiner selbst.
Aber immerhin habe ich jetzt eine gute Geschichte zu erzählen -und einen neuen Blick zum Himmel.
Man weiß schließlich nie, was da oben als Nächstes vorbeifliegt.
