Die Zeit um die März Tagundnachtgleiche. Jenny Schiltz

Während wir uns der März Tagundnachtgleiche nähern, beginnen viele Menschen zu spüren, dass sich etwas verändert. Die Energie scheint zurückzukehren, Bewegung setzt ein, und neue Ideen oder Richtungen beginnen sich zu öffnen.

Vor kurzem arbeitete ich mit einer Klientin, und dabei wurde mir gezeigt, warum manche Menschen gerade das Gefühl haben könnten, dass etwas, das sie voranbringen wollten, plötzlich an Schwung verloren hat. Pläne, auf die sie sich gefreut hatten. Projekte, die eigentlich kurz vor dem Beginn standen. Wege, auf denen sie sich Schritt für Schritt vorwärts bewegt hatten und die nun scheinbar ins Stocken geraten sind. Zurück bleiben Verwirrung, Stillstand oder das Gefühl, in einem leeren Zwischenraum zu stehen.

In der Vision sah ich eine Papierkarte der Erde, so wie man sie aus alten Atlanten kennt, mit allen Kontinenten ausgebreitet vor sich. Unter dieser Karte bewegte sich eine kraftvolle Strömung von Wind. Ich verstand sie als eine Art Störströmung.

Diese Strömung drückte von unten gegen die Karte. Sie versuchte, sie anzuheben, sie zu kräuseln und über das gesamte Feld hinweg Instabilität zu erzeugen.

Dabei wurde mir klar, dass diese Strömung nicht auf eine bestimmte Sache zielt. Es handelt sich um eine Energie des Chaos, die nach Stellen sucht, an denen das Feld destabilisiert werden kann. Ob sich das dann als tektonischer Druck, als Konflikt zwischen Nationen oder als Störung innerhalb menschlicher Systeme zeigt, ist letztlich nur eine andere Ausdrucksform derselben grundlegenden Bewegung, die sich auf verschiedenen Ebenen unserer Welt bemerkbar macht.

Doch Störung bedeutet nicht immer Zerstörung.

Manchmal geraten Menschen so tief in ihre Gewohnheiten und Routinen, dass sie aufhören, die Welt um sich herum wirklich zu hinterfragen. In solchen Momenten kann eine Störung eine andere Aufgabe erfüllen. Sie wirkt wie das Kratzen einer Nadel über eine Schallplatte. Sie unterbricht ein Lied, das viel zu lange in Endlosschleife gespielt wurde, und rüttelt Menschen wach aus einer Wirklichkeit, die sich längst wie eine Illusion angefühlt hat.

Als sich das Bild weiter entfaltete, konnte ich Menschen auf der ganzen Welt sehen. Sie standen wie Säulen und hielten die Karte fest, wie Stecknadeln, die sie an ihrem Platz verankerten.

Diese lebendigen Antennen verankern Energie, damit die Störenergie nicht in ein unkontrollierbares Chaos umschlägt.

Sie wirken wie Stabilisatoren im menschlichen Energienetz, während alte Strukturen sich auflösen und neue beginnen, Gestalt anzunehmen.

Dabei halten sie nicht die alten Systeme fest. Die niedrigeren Strukturen, die unsere Welt lange geprägt haben, befinden sich bereits im Prozess ihres Zerfalls. Was diese Anker stabilisieren, ist vielmehr ein höheres Energienetz. Sie halten dieses höhere Feld ruhig und stabil, damit die alten Schichten sich auflösen können, ohne alles in Unordnung zu reißen.

Für manche Menschen kann das bedeuten, dass persönliche Pläne sich vorübergehend langsamer anfühlen oder ruhiger verlaufen, obwohl die größere kollektive Bewegung gerade wieder in Gang kommt. Das bedeutet nicht, dass die Energie verschwunden ist. Sie wird im Moment lediglich auf eine andere Weise eingesetzt.

Menschen, die in dieser Zeit als Anker wirken, könnten feststellen, dass sie in einen viel tieferen inneren Prozess hineingezogen werden. Ihr Körper fühlt sich möglicherweise ungewöhnlich müde an und verlangt nach mehr Ruhe als sonst. Im Inneren geschieht Arbeit, die der Verstand kaum erklären kann.

Einige bemerken vielleicht auch, dass ihr Körper schneller als gewöhnlich Mineralstoffe verbraucht, während er die energetischen Prozesse unterstützt, die stattfinden. In solchen Zeiten wird Selbstfürsorge besonders wichtig.

Eine Falle, die es zu vermeiden gilt, ist der Vergleich.

Wenn einige Menschen scheinbar schnell voranschreiten, während andere gebeten sind, Stabilität zu halten, kann leicht der Eindruck entstehen, man selbst bleibe zurück oder mache etwas falsch.

Doch die Rollen sind nicht dieselben.

Wenn du dich gerade in einer ruhigeren, nach innen gerichteten Phase befindest, während andere beschleunigen, bedeutet das nicht, dass dir etwas fehlt oder dass du weniger beiträgst. Es kann einfach heißen, dass deine Energie im Moment auf eine andere Weise gebraucht wird.

Wenn diese Worte tief in deinem Körper Resonanz finden, nimm sie als Erinnerung, deinen Weg nicht an der Bewegung anderer zu messen. Verschiedene Bereiche des Feldes übernehmen unterschiedliche Aufgaben, und jede dieser Rollen ist notwendig, damit das Ganze im Gleichgewicht bleibt.

Während die Energie der Tagundnachtgleiche beginnt, Dinge wieder vorwärts zu bewegen, wird die Stabilität, die durch diese Anker gehalten wird, noch wichtiger. Denn Bewegung ohne Stabilität kann leicht in Chaos kippen.

Die Ruhe und Standfestigkeit, die jetzt gehalten wird, ermöglicht es, dass höhere Strukturen des Bewusstseins bestehen bleiben, während ältere Systeme zerfallen.

Mit anderen Worten: Die Stabilität, die im Feld gehalten wird, erschafft eine Brücke. Eine Art Gerüst für das, was als Nächstes entstehen wird.

Was an der Oberfläche wie Störung aussieht, ist zugleich Teil einer größeren Neuordnung, die ganz neuen Formen von Bewusstsein erlaubt, auf dieser Erde Wurzeln zu schlagen.

Für all jene, die helfen, diese Stabilität zu halten, gilt deshalb: Eure Präsenz ist bedeutender, als ihr vielleicht ahnt.

Mit viel Liebe
Jenny

© Übersetzung Rosi

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