✧ Der letzte Tag in der alten Welt ✧ Aluna Joy Yaxkin (Mit laaangem Vor- und Nachwort von mir, Rosi)

Eine prophetische Vision in der Zeit der Auferstehung

Ich erwachte mitten in der Nacht aus einem Traum, der sich nicht wie ein Traum anfühlte.
Er fühlte sich an wie eine Botschaft.
Noch in den frühen Morgenstunden begann ich alles aufzuzeichnen, damit nichts verloren ging.

In diesem Traum waren wir alle – LichtarbeiterInnen, HeilerInnen und viele andere – dabei, unsere Sachen zu packen.
Zuerst dachte ich, ich würde mein Zuhause zusammenpacken. Doch je tiefer ich in den Traum eintauchte, desto klarer wurde mir:
Es war nicht nur mein Zuhause – es war die ganze Welt.
Und wir verließen sie.

Nicht aus Flucht.
Nicht aus Angst.
Sondern mit Bewusstsein – mit Sorgfalt – und mit einer tiefen Zufriedenheit darüber, dass wir unsere Aufgabe erfüllt hatten.

Die letzten Dinge, die ich einpackte, waren die heiligsten.
Alles andere war bereits verschwunden.
Ich sammelte Dinge, die wie Kristalle, Steine, Artefakte, Aufzeichnungen, Dokumente und Bücher wirkten – Essenzen von Weisheit.
Es war, als würden wir nur den innersten Kern dessen mitnehmen, was wirklich zählt – das, was uns ausmacht, unabhängig davon, wo wir sind.

Bevor wir gingen, gab es einen stillen Moment des Abschieds.
Ich dankte dem Haus.
Ich dankte der Welt.
Ich dankte dem Universum.
Für das Leben dort. Für die Schönheit. Für die Erfahrungen. Für die Lektionen.

Denn es war ein gutes Zuhause.
Es war eine gute Welt.
Es war eine gute Zeit.

Doch als ich nach draußen trat, war alles bereits verschwunden.
Keine Wände mehr. Kein Boden.
Nur noch eine brüchige Struktur – als würde ein einziger Impuls genügen, um alles endgültig zum Einsturz zu bringen.

Es fühlte sich an, als hätte sich diese Welt schon lange aufgelöst –
als würde sie rückwärts abgebaut werden, Schicht für Schicht,
als würde die Zeit selbst sich zurückziehen und uns in einem Zwischenraum zurücklassen.

Was mich am tiefsten berührte, war dies:
Wir hielten das Licht bis zum allerletzten Moment.
Bis zum letzten Atemzug.
Bis zur letzten Sekunde.
Bis zum letzten Augenblick.

Und dann … lösten wir unsere Anker.

Als wir draußen waren, gab es keine Richtung.
Keinen Plan.
Keine Karte.

Und so geschah etwas Unerwartetes:
Wir setzten uns einfach zusammen und aßen.
Wir ruhten. Wir lachten. Wir wunderten uns.

Denn die neue Erde – die neue Wirklichkeit – war noch nicht bereit.
Und die alte war bereits vergangen.

Wir befanden uns in einem Dazwischen.
Ein Raum zwischen Welten.
Ein Innehalten zwischen Zeitaltern.

Es war wie ein Rettungsboot –
ein Ort, an dem wir Kraft schöpfen konnten, körperlich wie seelisch,
während wir warteten.

Es gab keine Angst.
Keine Panik.
Keine Eile.

Nur dieses stille Wissen:
Der nächste Schritt wird kommen, wenn er kommt.
Er bewegt sich auf uns zu.

Alles, was wir tun mussten, war, die inneren Anker zu lösen, die uns noch an die alte Welt banden –
und zu vertrauen.

Ein Moment lang fühlte ich Traurigkeit.
Ich sah Menschen, von denen ich dachte, sie würden mit uns gehen – doch sie wählten andere Wege.
Es gab viele Aufteilungen innerhalb unserer Gruppe.

Und doch blieb die Verbindung bestehen.

Meine Traurigkeit wich schnell einem tieferen Wissen:
Sie würden ihren Weg finden.
Und wir auch.

Was am stärksten blieb, war das Gefühl:
Frieden.
Erfüllung.
Eine sanfte Nostalgie.

Keine Trauer –
sondern Dankbarkeit für das, was war.
Und die stille Annahme, dass es vollendet ist.

Diese Welt hatte ihren Zyklus erfüllt.
Die Menschheit hatte sie, in vieler Hinsicht, so weit getragen, wie es möglich war.

Und dann kommt der Moment, in dem wir aufhören, in das zu investieren, was sich bereits auflöst.
Wir lösen den Anker.
Wir packen zusammen.
Und wir gehen.

Dann erkannte ich:
Dieser Traum kam in der Woche von Ostern –
der Zeit, in der die Welt sich an die Geschichte der Auferstehung erinnert.

An das Loslassen von allem –
und das Zurückkehren in verwandelter Form.

Genauso fühlte es sich an.

Wir lassen die alte Welt los –
und eine neue wird entstehen.
Verwandelt.

Wir nehmen die alte Realität nicht mit.
Wir lassen sie vollständig zurück.

Wir bewahren nur das Heilige.
Wir lösen den Anker.
Und wir warten.

Im Vertrauen darauf,
dass das Universum uns versorgt –
so wie es immer getan hat.

Was mich überraschte:
Das Ziel fühlte sich nicht wie ein anderer Ort an.
Nicht wie eine andere Dimension.
Nicht wie eine andere Zeitlinie.

Es fühlte sich an wie eine Verklärung.

Als würden wir innehalten, uns lösen –
und dann an denselben Ort zurückkehren …
doch alles ist erhoben, geklärt, frei von alter Last
und offen für neue Erfahrungen.

Wir befinden uns in einer großen kosmischen Pause.
Ein Zwischenraum, in dem ein neues Fundament unter unseren Füßen entsteht.

Ich erinnere mich:
Ich war eine der Letzten, die gingen.
Ich blieb, bis fast nichts mehr übrig war –
mit einer kleinen Kiste voller heiliger Dinge.

Und als ich schließlich ging,
gab es nichts mehr, woran ich mich hätte festhalten können.

Und dennoch … war da Frieden.

Ich wusste:
Wenn ich mich umdrehen würde,
wäre nichts mehr da.

Und das Stärkste von allem war dieses Gefühl:

Unser Licht ist unversehrt.

Ganz gleich, was geschehen ist.
Ganz gleich, wie chaotisch alles erscheint.
Ganz gleich, wie sehr es aussieht, als würde alles zerfallen –

Das Licht ist da.
Es ist nicht zerstört worden.
Es ist gewachsen.
Es ist klarer geworden.
Es ist unzerstörbar.

Und die, die es tragen, sind noch hier.

Es fühlte sich an, als wären wir ein Rettungsboot –
nicht, um zu fliehen,
nicht, um gerettet zu werden,

sondern um getragen zu werden
von dem, was in unseren Herzen wahr ist,
durch diesen Übergang hindurch.

Wir halten Kurs –
still, wach, verbunden –

bis die neue Welt bereit ist, uns zu empfangen. ✧

© Übersetzung Rosi

https://www.facebook.com/alunajoyyaxkin

✧ Vor- und Nachwort – Am Übergang zwischen Verrat und Verwandlung ✧

Es ist kein Zufall, dass all dies genau jetzt geschieht.
Im Rhythmus des Kirchenjahres fällt dieser Moment auf den Tag vor Gründonnerstag – den Karmittwoch, im Englischen oft „Spy Wednesday“ genannt.

In der biblischen Überlieferung, insbesondere im Evangelium nach Matthäus, ist dies jener Tag, an dem Judas Iskariot die Entscheidung trifft, Jesus Christus zu verraten – für dreißig Silberlinge.

Ein Tag der Schwelle also.
Ein Tag, an dem sich zeigt, wer bleibt – und wer geht.
Wer dem Innersten treu ist – und wer sich abwendet.

Und genau in dieser Qualität steht auch das, was ich durchlebt habe.

Ein Jahr der tiefsten Häutung.
Nicht nur im Bild gesprochen – sondern bis in den Körper hinein.
Als würde sich Schicht um Schicht lösen, alles Alte abfallen, alles Nicht-Mehr-Stimmige sich zeigen – oft schmerzhaft, oft unerbittlich, aber immer wahr.

Dazu kam eine Art „Apokalypse“ im Außen:
Mein Blog, mein Wirken, mein Ausdruck – erschüttert bis ins Fundament.
Ein Einbruch der Besucherzahlen um neunzig Prozent.
Keine Weiterleitung von E-Mails.
Persönliche Angriffe.
Unterbrochene Verbindungen – technisch wie menschlich.
Und das stille, spürbare Weggehen von Stimmen, von Weggefährten, von Autoren wie Sherry Smith oder Asara Adams und einigen anderen.
Auch die Wertschätzung blieb aus, wo sie einst verlässlich schien.

Und doch – unter all dem – blieb etwas Unerschütterliches.

Ein tiefes Wissen.
Ein leises, aber klares Spüren:
Das hier ist keine Zerstörung.
Das ist eine große Bereinigung.

Ein Klären.
Ein Sortieren.
Ein Herauslösen all dessen, was nicht mehr in die nächste Phase gehört.

So wie im Bild des Karmittwochs:
Es zeigt sich, wer aus welchen Gründen bleibt – und wer andere Wege wählt.

Und genau darin liegt auch eine stille Gnade.

Denn was jetzt bleibt, ist echt.
Was jetzt noch da ist, trägt Wahrheit.
Und diejenigen, die jetzt an meiner Seite sind – sie sind es aus Resonanz, aus Tiefe, aus innerem Ja.

Und ich weiß:
Sie werden bleiben.

So wie in der Vision von Aluna Joy beschrieben –
wir gehen weiter.
Nicht getrieben, nicht suchend, sondern getragen.

Getragen von etwas, das größer ist als all die äußeren Bewegungen.
Getragen von der Sehnsucht, die uns seit Jahrzehnten – vielleicht seit Leben – ruft.

Und diese Sehnsucht kennt den Weg.

Sie führt uns weiter.
Zu neuen Ufern.
Zu einer Wirklichkeit, die nicht erkämpft werden muss – sondern die sich öffnet, wenn wir bereit sind, das Alte wirklich loszulassen.

Dies ist kein Ende.
Dies ist der Moment davor.
Der heilige Zwischenraum.
Der Atemzug vor der Wandlung.

Und so darf auch ein wenig Leichtigkeit am Ende stehen:

All jene, die gerade ihr Geldsackerl zücken,
um – ganz im Sinne von Judas Iskariot –
ihr Herz für dreißig Silberlinge zu verraten …

… dürfen es gerne wieder einstecken. 🙂

Denn was hier geschieht,
ist nicht käuflich.
Und war es nie. ✧

DANKE DIR, dass DU diesen WEG MIT mir GEHST!

Rosi/esistallesda.de