Ihr Lieben,
während wir uns der Tagundnachtgleiche am Mittwoch nähern, hat sich erneut etwas verändert.
Die Menschen erleben dies auf ganz unterschiedliche Weise. Manche fühlen sich plötzlich wieder vollkommen erschöpft, schlafen unruhig, sind emotional empfindlicher, erleben eine gewisse Benommenheit oder spüren Wellen von Angst und Unruhe.
Andere erleben beinahe das Gegenteil: mehr Klarheit, eine neue Leichtigkeit und dieses seltsame Gefühl, dass etwas nun tatsächlich zu Ende gegangen ist.
Und viele bewegen sich zwischen diesen beiden Zuständen hin und her. An einem Tag ist da Klarheit, am nächsten wieder Erschöpfung.
Genau deshalb komme ich immer wieder auf den Punkt des Gleichgewichts zurück.
Symbolisch betrachtet ist die Tagundnachtgleiche jener Moment, an dem Licht und Dunkelheit einander begegnen. Keines von beiden besiegt das andere. Sie kommen einfach ins Gleichgewicht.
Etwas Ähnliches erleben wir gerade auch in unserem Inneren.
Wenn etwas, das wir lange mit uns getragen haben, beginnt, uns zu verlassen, kann sich das zunächst wie Freiheit anfühlen.
Manchmal zeigt es sich jedoch als tiefe Erschöpfung.
Und manchmal entsteht eine gewisse Leere, weil wir uns so sehr daran gewöhnt haben, diese Last zu tragen, dass wir für einen Moment gar nicht mehr wissen, wer wir ohne sie eigentlich sind.
Vergleiche deshalb deine Erfahrung nicht mit der eines anderen Menschen.
Wenn du Klarheit empfindest, genieße sie.
Wenn du erschöpft bist, gönne dir Ruhe.
Und wenn du zwischen beidem hin und her wechselst, dann erlaube dem Pendel, sich zu bewegen.
Die Frage dieser Tagundnachtgleiche lautet nicht länger:
„Was muss ich noch heilen?“
Und auch nicht:
„Was muss ich noch loslassen?“
Sie lautet einfach:
„Was bleibt, wenn ich aufhöre, das zu tragen, was bereits zu Ende gegangen ist?“
Der Mittwoch ist keine Ziellinie.
Er ist ein Punkt des Gleichgewichts.
Und manchmal können wir erst dann, wenn wir unsere Mitte erreicht haben, wirklich erkennen, welche Richtung die unsere ist.
© Rosi / esistallesda.de I Zusammenfassung I Übersetzung

