Heute möchte ich einen Traum mit euch teilen, den ich hatte. Sandra Lumina

Ich bin nachts oft mit luzidem Traumbewusstsein in kollektiven Feldern unterwegs. Manche Träume fühlen sich nicht persönlich an, sondern wie Räume, in denen Heilung geschieht. Dieser Traum hat mich besonders berührt, deshalb möchte ich ihn mit euch teilen.

Ich fand mich in einer Schulklasse wieder, mit einer alten Mathelehrerin von früher. Alles fühlte sich sehr real an. In dieser Klasse war ein kleiner Junge mit lockigem Haar. Er war kleiner als alle anderen Kinder. Er stand vorne an der Tafel und sollte eine Matheaufgabe lösen. Plötzlich sagte er, ich habe das wieder vergessen.

In mir entstand sofort ein tiefes Mitgefühl. Ich fragte mich, was mit diesem Jungen los ist, warum er es vergessen hat. Dann wurde mir spürbar gemacht, fast wie eine innere Gewissheit, dass dieser Junge bereits Alzheimer hat, ganz früh, noch in den Kinderschuhen.

Ich holte ihn zu mir nach hinten, weg vom Unterricht, weg vom Leistungsfeld. Die Klasse machte vorne weiter, doch für mich zählte in diesem Moment nur dieser Junge. Ich hielt ihm meine Hände hin, legte meine Hände auf, nahm seine Hand.

Ich fragte ihn ganz sanft, was bedrückt dich denn am meisten. Er antwortete, dass ihn am meisten bedrückt, dass seine Eltern sich getrennt haben. In diesem Moment nahm ich ihn ganz fest in meine Arme, voller Liebe, voller Wärme.

Ich sagte zu ihm, weißt du, was wirklich wichtig ist. Wichtig ist nicht, ob Eltern sich trennen. Wichtig ist nicht, ob jemand dich ärgert oder ob du etwas vergisst. Wichtig ist, was für ein Herz du hast. Wichtig ist Liebe. Wichtig ist dein Sein, so wie du bist. Wie viel Liebe du in dir trägst und wie viel Liebe du weitergibst. Das ist es, was zählt.

Der Junge begann ganz tief zu weinen. Es war kein gewöhnliches Weinen, es war ein Lösen, ein Öffnen, ein Nach-Hause-Kommen. Kurz danach hörte er auf zu weinen und ich wachte auf.

Als ich wach wurde, wusste ich sofort, dieser Traum war kein persönlicher Traum. Er war ein kollektiver Heilraum. Die Schulklasse stand für alte Systeme von Leistung, Bewertung und Funktionieren. Der kleine Junge stand für verletzte innere Kinder im Kollektiv, für Seelen, die früh Sicherheit verloren haben und dadurch etwas ganz Wesentliches vergessen haben, die Verbindung zum eigenen Herzen.

Das frühe Alzheimer war kein körperliches Bild, sondern ein Symbol für das kollektive Vergessen, für das Vergessen der Liebe, der inneren Heimat, der eigenen Essenz. Die Trennung der Eltern steht für die Urtrennung, die viele Seelen bis heute in sich tragen.

In diesem Traum durfte Heilung geschehen. Nicht durch Wissen, sondern durch Präsenz. Nicht durch Leistung, sondern durch Liebe. Die Tränen des Jungen waren Lösung, Erinnerung, Rückverbindung.

Dieser Traum hat mir noch einmal gezeigt, wie wichtig es ist, Räume zu halten für das, was weich ist, für das, was verletzt ist, für das, was vergessen wurde. Und wie kraftvoll es ist, einfach da zu sein, mit offenem Herzen.

Vielleicht erinnert dieser Traum auch dich an etwas in dir. An dein eigenes Herz. An das, was wirklich zählt. 💗✨

Sandra Lumina 💞

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Nachwort, Rosi/esistallesda.de: Ich danke dir von Herzen, liebe Sandra, dass du diesen berührenden Traum mit uns teilst. Deine Worte öffnen einen Raum jenseits von Bewertung und Erklärung – einen Raum, in dem sich etwas erinnert, das wir alle in uns tragen. Dieser Traum spricht leise und doch kraftvoll von Liebe, Präsenz und Heilung auf einer tiefen, kollektiven Ebene. Es ist mir eine große Freude und Ehre, deinen Beitrag hier weiterzugeben, damit er auch andere berühren, erinnern und vielleicht ein Stück nach Hause führen darf. Danke für dein Vertrauen, deine Offenheit und dein Herz. 💗