Ist die Welt im Gleichgewicht? Über die Verletzlich(t)keit und Resilienz natürlicher Systeme. Rosi

Der menschliche Eingriff in die Natur – und das erstaunliche Gleichgewicht der Geschlechter – Auf Bayrisch: DER HERRGOTT WIRDS SCHON RICHTEN … oder aber auch nicht?!

Der Mensch greift seit jeher in natürliche Prozesse ein. Moderne Medizin, Technik und gesellschaftliche Strukturen ermöglichen es uns heute mehr denn je, biologisches Geschehen zu beeinflussen – manchmal zum Schutz und zur Heilung, manchmal aber auch aus kulturellen, wirtschaftlichen oder sozialen Motiven. Ein besonders sensibles Beispiel dafür ist die geschlechtsselektive Abtreibung, bei der Föten allein aufgrund ihres weiblichen Geschlechts abgebrochen werden, weil in bestimmten Gesellschaften ein männliches Kind bevorzugt wird.

Diese Praxis ist in vielen Ländern gesetzlich verboten, existiert jedoch weiterhin – teils verdeckt, teils indirekt über pränatale Diagnostik. Sie stellt einen gezielten Eingriff in einen eigentlich zufälligen, biologischen Vorgang dar: das natürliche Verhältnis von Jungen und Mädchen bei der Geburt. Biologisch gesehen kommen weltweit leicht mehr Jungen als Mädchen zur Welt (etwa 105 zu 100), ein Mechanismus, der die höhere Sterblichkeit von Männern im späteren Leben ausgleicht.

Trotz dieser bewussten Eingriffe zeigt sich auf globaler Ebene ein bemerkenswertes Phänomen: Der Anteil von Männern und Frauen an der Weltbevölkerung liegt weiterhin nahezu bei 50 : 50. Weltweit gibt es nur einen minimalen Männerüberschuss, der sich im Laufe des Lebens oft wieder ausgleicht, da Frauen statistisch älter werden. Selbst dort, wo es über Jahre hinweg deutliche Verzerrungen bei den Geburtenzahlen gab, nähern sich die Verhältnisse langfristig wieder an.

Das wirft eine tiefere Frage auf:
Wie kann es sein, dass der Mensch zwar lokal und zeitweise massiv in natürliche Prozesse eingreift, das globale Gleichgewicht jedoch erstaunlich stabil bleibt?

Eine mögliche Erklärung liegt in der Größe und Dynamik der Weltbevölkerung. Einzelne Regionen können starke Abweichungen aufweisen, doch global wirken viele gegenläufige Faktoren gleichzeitig: unterschiedliche Kulturen, gesetzliche Regelungen, soziale Entwicklungen, Migration, medizinischer Fortschritt und nicht zuletzt biologische Ausgleichsmechanismen. Natur funktioniert nicht statisch, sondern adaptiv – und oft auf Zeitskalen, die menschliches Planen übersteigen.

Gleichzeitig darf dieses globale Gleichgewicht nicht darüber hinwegtäuschen, dass geschlechtsselektive Abtreibung reale, gravierende Folgen hat: für betroffene Frauen, für Gesellschaften mit Männerüberschuss, für soziale Stabilität und für das ethische Selbstverständnis des Menschen. Dass sich das Verhältnis weltweit dennoch immer wieder einpendelt, ist kein Freibrief, sondern eher ein Spiegel dafür, wie resilient – und zugleich verletzlich – natürliche Systeme sind.

Der Mensch kann die Natur beeinflussen, verzerren und manipulieren. Doch selbst unter starkem Druck zeigt sie eine erstaunliche Fähigkeit zur Selbstregulation. Dieses Spannungsfeld erinnert uns daran, dass technologische Macht nicht automatisch moralische Reife bedeutet – und dass Gleichgewicht nicht nur eine statistische, sondern auch eine ethische Frage ist.


Datenerfassung zur Erstellung meines Beitrags: Weltstatistik LIVE – WOLDOMETER: https://www.worldometers.info/de/

Ungefähre aktuelle Zahlen zur Anzahl der Männer bzw. Männeranteile in verschiedenen Regionen (Stand ca. 2024/2025, da genau aktuelle Zahlen meist mit Verzögerung veröffentlicht werden):

🌍 1) Welt insgesamt

  • Die Weltbevölkerung liegt bei etwa 8,3 Milliarden Menschen.
  • Der Männeranteil weltweit beträgt rund 50,3 %, also etwa 4,15 Milliarden Männer. Das ergibt sich aus Schätzungen, dass von 8 Milliarden rund 4,02 Milliarden Männer wären (2022-Angaben), und neuere Schätzungen gehen von einem ähnlichen Verhältnis aus.

👉 Welt: ca. 4,1–4,2 Milliarden Männer (≈50 % der Bevölkerung)

🌍 2) Europa (Kontinent)

  • Europa hat insgesamt etwa 744 Millionen Einwohner (2025-Schätzung).
  • Genaue aktuelle Zahlen für Männer vs. Frauen speziell für ganz Europa sind schwer direkt vergleichbar, aber der Männeranteil liegt typischerweise etwas unter 50 % (ca. 49 %).

👉 Europa: ca. ~360–370 Millionen Männer (geschätzt)
(wenn man ~49 % von ~744 Mio rechnet)

🇩🇪 3) Deutschland

Nach den aktuellsten Daten von Destatis (2024):

  • Gesamtbevölkerung: ca. 84,7 Millionen Menschen.
  • Davon Männer: ca. 41,8 Millionen.
  • Frauen: ca. 42,9 Millionen.

👉 Deutschland: ca. 41,8 Millionen Männer

🇨🇭 4) Schweiz

Für die Schweiz (Stand 2024/2025 Schätzungen):

  • Gesamtbevölkerung: ca. 9 Millionen Menschen.
  • Der Männeranteil ist etwa 49,7 %.

Daraus ergibt sich (ca. Zahl):
👉 Schweiz: ca. 4,45 Millionen Männer


Zusammenfassung

GebietGesamtbevölkerung ca.Männer ca.
🌍 Welt~8,3 Milliarden~4,1–4,2 Milliarden
🌍 Europa~744 Millionen~360–370 Millionen (geschätzt)
🇩🇪 Deutschland~84,7 Millionen~41,8 Millionen
🇨🇭 Schweiz~9 Millionen~4,45 Millionen

Hinweis: Diese Zahlen sind Schätzungen und basieren auf den aktuellsten verfügbaren statistischen Veröffentlichungen (UN, Destatis, World Bank etc.). Die exakten Werte ändern sich durch Geburten, Todesfälle und Migration laufend.


Geschlechtsselektivität – In einigen Ländern werden noch immer Mädchen gezielt abgetrieben, weil Familien einen Sohn bevorzugen. Das passiert trotz Gesetzen, die das eigentlich verbieten. Die genauen Zahlen sind schwer zu messen, weil viele Fälle illegal und nicht offiziell erfasst werden.

📌 1) Wo geschieht das?

Häufig berichtet wird das vor allem in Teilen von Südasien und Ostasien, besonders in Indien und China, aber auch in Ländern wie Aserbaidschan, Armenien und Georgien sowie in bestimmten Migrantengemeinschaften in anderen Staaten. Dort gibt es kulturelle Bevorzugung von Jungen, kombiniert mit Zugang zu Pränatal-Geschlechtsbestimmung und Abtreibung.

Gesetze dagegen existieren in vielen Ländern (z. B. in Indien und China ist geschlechtsselektive Abtreibung offiziell verboten), aber sie werden nicht immer wirksam durchgesetzt, deshalb finden weiterhin Fälle statt.

🧮 2) Wie viele Mädchen werden abgetrieben? (Schätzungen)

👉 Globale Schätzungen variieren stark, weil es keine genaue Statistik gibt – Abtreibungen werden oft nicht nach Grund erfasst:

🔹 Eine Studie schätzte, dass bis zu ca. 23 Millionen weibliche Föten weltweit „fehlen“ als Folge von geschlechtsselektiven Abtreibungen (nicht unbedingt alle jährlich, sondern kumuliert über Jahrzehnte).

🔹 In Indien allein deuten Regierungs- und Forschungsdaten darauf hin, dass mindestens 9 Millionen weibliche Föten zwischen 2000 und 2019 durch sex-selektive Abtreibung verloren gingen.

🔹 Weiter gibt es Schätzungen, die auf der Analyse von Geburts-Geschlechterverhältnissen basieren, wonach Zahl der fehlenden Mädchen im Beispiel China und Indien sehr hoch sein könnte (mehrere Millionen).

💡 Wichtig: Diese Zahlen sind keine amtlichen jährlichen Abtreibungszahlen, sondern Schätzungen anhand verzerrter Geschlechterverhältnisse und demographischer Modelle. Viele Fälle werden nicht direkt erfasst oder offen zugegeben.

📉 3) Gibt es Trends?

✅ In vielen Ländern mit starkem Sohn-Bevorzugungstrend hat sich das Problem teilweise verringert, weil Aufklärung, Gesetzesänderungen und sozio-ökonomische Veränderungen den Wert einer Tochter erhöhen. In einigen Regionen sind die Geburtenverhältnisse inzwischen näher am biologischen Durchschnitt (ca. 105 Jungen zu 100 Mädchen).

✅ Dennoch ist die Ungleichverteilung der Geschlechter bei Geburt weiterhin ein Indikator für geschlechtsselektive Abtreibungen, vor allem wenn lokale Verhältnisse deutlich über dem normalen biologischen Verhältnis liegen.

📊 4) Wie erkennt man das?

Weil die direkten Abtreibungsgründe oft nicht offiziell erfasst werden, wird in der Forschung meist der Sex Ratio at Birth (SRB) untersucht — das heißt, wie viele Jungen auf 100 Mädchen geboren werden:

🔹 Normaler biologischer SRB: ≈103–107 Jungen pro 100 Mädchen.
🔹 Stark höherer SRB (z. B. 115 oder mehr): wird als Hinweis auf geschlechtsselektive Abtreibung interpretiert.

🧠 Kurz gesagt

✅ In einigen Ländern werden noch immer Mädchen selektiv abgetrieben, obwohl das oft illegal ist.
Zahlen sind schwer exakt zu bestimmen, aber in großen bevölkerungsreichen Ländern wie Indien laufen empirische Schätzungen auf Millionen fehlender Mädchen über Jahre hinaus.
Es gibt Fortschritte, aber kulturelle Präferenzen und Zugang zu Technologien führen weiterhin zu diesem Problem.

Abtreibungen weltweit aktueller Stand 2025: 1.675.998.

Heute, 14.01.2026: 58.399

Daten entnommen aus:

Worldometer Logo

Bevölkerung

Globale, regionale und subregionale Klassifizierung von Abtreibungen nach Sicherheit, 2010–14: Schätzungen aus einem Bayes’schen hierarchischen Modell – Ganatra, Bela et al,. The Lancet“

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