Vorangegangene Almgedanken auf meinem Blog: https://www.esistallesda.de/?s=Almgedanken
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Hinweis & Termine
Kostenfreier Livestream am Montag, den 2.2., um 19 Uhr:
https://www.youtube.com/live/YA7exX-P…
Wer mich live und vor Ort erleben möchte, hat dazu am 8.2. in Wien Gelegenheit.
Tickets gibt es hier:
https://www.digistore24.com/product/6…

Ich suche meinen Stamm
Verfasser unbekannt
Ich suche meinen Stamm.
Die Menschen meines Stammes sind leicht zu erkennen:
Sie gehen aufrecht, haben Funken in den Augen
und ein Schmunzeln auf den Lippen.
Sie halten sich weder für heilig noch für erleuchtet.
Sie sind durch ihre eigene Hölle gegangen,
haben ihre Schatten und Dämonen betrachtet, angenommen und offenbart.
Sie sind keine Kinder mehr.
Sie wissen, was ihnen angetan wurde.
Sie haben ihre Scham und ihre Wut durchlebt und ausgedrückt —
und dann die Vergangenheit losgelassen,
die Nabelschnur durchschnitten
und Vergebung ausgesprochen.
Weil sie nichts mehr verbergen wollen, sind sie klar und offen.
Weil sie nicht mehr verdrängen müssen,
sind sie voller Energie, Neugier und Begeisterung.
Das Feuer brennt in ihrem Bauch.
Die Menschen meines Stammes kennen den wilden Mann und die wilde Frau in sich —
und sie fürchten sich nicht davor.
Sie halten nichts für selbstverständlich.
Sie prüfen nach, machen eigene Erfahrungen
und folgen ihrer Intuition.
Männer und Frauen meines Stammes begegnen sich auf Augenhöhe.
Sie achten und schätzen ihr Anderssein,
konfrontieren sich ohne Bosheit
und lieben ohne Vorbehalt.
Die Menschen meines Stammes ziehen sich immer wieder nach innen zurück,
um sich zu sammeln,
ihre Wurzeln zu spüren
und sich selbst wiederzufinden,
falls sie sich im Rausch des Lebens verloren haben.
Und dann kehren sie gerne zu ihrem Stamm zurück.
Denn sie mögen es zu teilen und mitzuteilen,
zu geben und zu nehmen,
zu schenken und beschenkt zu werden.
Sie leben Wärme, Geborgenheit und Intimität.
Alleinsein macht sie nicht hilflos —
doch Isolation schmerzt sie.
Sie sehnen sich nach ihren Seelenbrüdern und Seelenschwestern.
Die Zeit unserer Begegnung ist gekommen.
Das ist meine/Rosi/esistallesda.de (aus urheberrechtlichen Gründen) gekürzte Fassung von Clarissa Pinkola Estes:
Ich suche meinen Stamm
Ich suche meinen Stamm.
Nicht nach Namen, nicht nach Herkunft, nicht nach Rollen erkenne ich ihn —
sondern am Leuchten in den Augen und an der Wahrheit im Herzen.
Die Menschen meines Stammes tragen keine Masken, die lange halten.
Sie mögen fallen, aber sie stehen echt wieder auf.
Sie sprechen nicht immer bequem, aber aufrichtig.
Ihre Nähe fühlt sich nicht eng an — sondern weit.
Sie haben Narben, doch keine Bitterkeit.
Sie haben Tiefe, doch keinen Stolz darauf.
Sie haben Feuer, doch es wärmt — es verbrennt nicht.
Man erkennt sie daran,
dass Gespräche mit ihnen nicht an der Oberfläche bleiben,
dass Stille nicht peinlich ist,
dass Lachen aus dem Bauch kommt
und Mitgefühl ohne Absicht fließt.
Die Menschen meines Stammes müssen nicht überzeugen.
Ihre Gegenwart genügt.
Bei ihnen darf man unperfekt sein,
laut denken, leise fühlen, wachsen, zweifeln, neu beginnen.
Sie suchen nicht Gefolgschaft — sie suchen Wahrheit.
Sie brauchen keine Bühne — sie bringen Licht.
Sie gehören nicht zur Menge — sondern zur Verbindung.
Wenn sie sich begegnen,
erkennen sie einander nicht am Gleichsein,
sondern an der Resonanz.
Und wenn ich ihnen begegne, weiß ich:
Ich muss nichts darstellen.
Ich darf einfach da sein.
Dort ist mein Stamm.