Mein größter Schock liegt bereits hinter mir – in dem Moment, als bekannt wurde, dass sich das Epstein-Opfer Virginia Giuffre umgebracht hat. Spätestens da hätte klar sein müssen, worüber hier seit Jahren gesprochen wird – und wie lange dieses Wissen praktisch folgenlos geblieben ist.
Vorabwissen: Die genaue Anzahl der täglich weltweit verschwundenen Kinder und Jugendlichen lässt sich aufgrund fehlender einheitlicher Definitionen und unterschiedlicher Erfassungsmethoden schwer bestimmen. Schätzungen zufolge werden jedoch jährlich etwa 8 Millionen Kinder als vermisst gemeldet, was durchschnittlich etwa 22.000 pro Tag entspricht .
In Europa beispielsweise wird alle zwei Minuten ein Kind als vermisst gemeldet, was jährlich etwa 250.000 Fällen entspricht .
In Deutschland wurden im Jahr 2024 rund 98.900 Kinder und Jugendliche als vermisst gemeldet . Viele dieser Fälle klären sich jedoch manchmal auf.
Die Gründe für das Verschwinden von Kindern sind vielfältig und reichen von Ausreißen über familiäre Entführungen bis hin zu kriminellen Handlungen. Die Dunkelziffer könnte aufgrund unzureichender Berichterstattung und fehlender Daten in vielen Ländern noch höher sein.
Organisationen wie das Internationale Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder (ICMEC) arbeiten daran, die globalen Daten zu verbessern und einheitliche Standards für die Erfassung und Behandlung von Vermisstenfällen zu etablieren .
Epstein I Michel Ruge schreibt auf Facebook:
Ich stehe unter Schock. Obwohl ich wirklich viel gesehen habe. Obwohl ich Ende der 1990er Bücher gelesen habe, wie das von Cathy O’Brian, die als Kind in Texas in einer Familie, die einen Hexenkult organisierte (ich glaube es war der „Country Club“), aufwuchs, und von ihren eigenen Eltern herumgereicht wurde – sie wurde von Politikern und anderen berühmten Menschen missbraucht.
Später nannte sie genau die Namen, die jetzt Hauptverdächtige im Fall Epstein sind. Das Militär, Geheimdienste, alle sollen involviert gewesen sein.
Dann habe ich ein so genanntes Verschwörungsbuch gelesen, das in den Medien als völlige Spinnerei abgetan wurde. Jetzt, 27 Jahre danach, haben sich 90 Prozent der in diesem Buch beschriebenen Dinge bewahrheitet.
Damals sagten die Skeptiker, das wird nie passieren. Heute relativieren die selben Skeptiker genau diese Dinge. Ihre Angst vor der Wahrheit, der krankhafte gesellschaftliche Anpassungsdruck – es kann nicht sein, was nicht sein darf – ist das Öl im Getriebe eines pervertieren Systems, das geradewegs die Dystopie ansteuert.
Für mich ist klar: alles kann möglich sein.
Ich sage nicht, dass es so ist. Aber jemand, der solche Theorien per se abstreitet, ist für mich genauso ein Verschwörungstheoretiker wie derjenige, der darauf besteht, dass sie wahr sind.
Und dennoch bin ich jetzt geschockt, denn ich hatte so ein Füncktchen Resthoffnung, dass so etwas nicht sein kann. Jetzt aber ist der Riss in der Fassade zu groß geworden und die Mauer des Schweigens droht einzustürzen. Hoffentlich fällt sie ganz. Auch wenn das vielleicht eine grauenhafte und kaum auszuhaltende Wahrheit offenlegt.
Die wundervolle Roseanne Barr hat vor zwei Jahren in einer Talkshow davor gewarnt. Sie bekam keinen Job mehr. Jim Carrey hatte vor Jahren davon erzählt und wurde belächelt.
Es gibt eine Menge berühmter Leute, die gewarnt haben. Man hat sie entweder für verrückt erklärt oder diskreditiert. Jetzt, wo sich die Hölle auftut, werden diese Menschen rehabilitiert? Wohl kaum.
Der „Spiegel“ schreibt: Die Wirklichkeit ist manchmal krasser als Verschwörungsmythen, das zeigt der Fall Jeffrey Epstein. Nein, denn es gab schon vorher „Fälle“, nur keine Medien, die das ernst genommen haben. Keine investigative Superforce, die den Dingen auf den Grund gegangen ist. Wonöglich nur Einzelne, die ebenso wie diejenigen, die davon berichteten, als Schwurbler abgetan wurden. Oder schlicht von der Bildfläche verschwanden. Das Geflecht aus Lügen und Abhängigkeiten, Macht und Missbrauch muss dermaßen viele Institutionen umspannen, dass es nicht gelungen ist, den immer wiederkehrenden Berichten ernsthaft nachzugehen. Wer damals und heute von Schwurblern spricht, den trifft Schuld.
Jetzt wird abgewiegelt, relativiert und instrumentalisiert, das Feuer umgelenkt, sich aus der Schusslinie entfernt. Betroffen sind auch auch deutsche Politiker, Wissenschaftler und zahlreiche weitere Deutsche. Es ist schwer, da emotionslos zu bleiben. Es ist sogar unmöglich.
Ich erinnere mich an den Fall Dutroux.
Und an die bekannte Zeugin: Régina Louf behauptete in den 1990er Jahren, Teil eines pädophilen Netzwerks gewesen zu sein, das bis in höchste belgische Kreise reichte. Bis ins Königshaus.
Sie erzählte, im Schloss von Faulx-les-Tombes hätten ausschweifende Partys und Misshandlungen stattgefunden, an denen Prominente, die jetzt auch im Fall Epstein genannt werden, teilgenommen haben.
Sie erzählte auch von Menschenjagden auf dem Anwesen.
Man hat ihr nie geglaubt und die Ermittlung gegen das belgische Königshaus wurde eingestellt.
Das sieht jetzt ganz anders aus.
Wie muss sich so ein Mädchen fühlen, wenn sie, von womöglich involvierten Richtern und Staatsanwälten, als Lügnerin an den Pranger gestellt wird, wo sie doch das Opfer ist? Es gab zwei Mädchen, denen damals die Flucht gelang, und die von Kellerverließen im Schloss berichteten, in denen zig Käfige waren, in denen Kinder saßen. Man hat ihnen nie geglaubt.
Während der Massenflucht 2015 von Afrika nach Europa verschwanden 300.000 Kinder; nur 40.000 hat man gefunden.
Wenn wahr ist, was nicht wahr sein sollte, dann würde die Welt von Satanisten regiert. Von kranken Irren, die außerhalb jeder medizinischen Diagnose stehen. Das einzig Tröstende daran wäre, dass es, wenn alles offengelegt und zweifelsfrei bewiesen werden kann, niemand mehr wegschauen kann. Das wäre der große Reset, der die Welt verändern kann. Ein Reset, der von Menschen und nicht von Monstern gestaltet würde.
Das klingt ein bisschen naiv , aber vor allem unwahrscheinlich.
So, wie die Verschwörungstheorien
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Marc Raschke schreibt auf FB dazu [https://www.facebook.com/profile.php?id=61554653807284] Wie noch mal je Vertrauen finden? Falls sich auch nur annähernd bewahrheiten sollte, dass Jeffrey Epstein mehr war als ein reicher Perverser mit Privatinsel – nämlich eine #Honeytrap, womöglich mit ausländischem Geheimdienstanschluss -, dann reden wir nicht mehr nur über menschliche Abgründe, sondern über ein rigoroses Systemversagen in den #USA und anderen Ländern (auch Deutschland?). Über ein politisches Establishment, das nicht mehr dem Gemeinwohl verpflichtet ist, sondern der eigenen #Erpressbarkeit. Über eine Supermacht, die nicht geführt wird, sondern ferngesteuert – aus Angst vor Aktennotizen, Videoschnipseln und Zeugen.
Auffällig sind dabei zwei Dinge.
Erstens: die atemberaubende #Projektion. Jahrelang haben Trumpisten den Demokraten im Wahlkampf genau das vorgeworfen, was sie selbst obsessiv imaginiert oder praktiziert haben sollen. #Pizzagate z.B. als angeblicher Kindervergewaltigungsring der Eliten – irgendwie grotesk und haltlos. Und dann taucht ein realer Missbrauchskomplex auf, der tatsächlich bis in höchste Kreise reicht. Zufall? Oder klassisches #Ablenkungsmanöver: so laut „Die da drüben!“ schreien, bis niemand mehr genau hinschaut, wo man selbst steht.
In diesem Klima wird jede #Machtfigur zur offenen Flanke. Wer garantiert eigentlich, dass z.B. ein global einflussreicher Tech-Milliardär wie Bill Gates, über den Medien wiederholt problematische Epstein-Kontakte berichtet haben, nicht selbst Teil eines solchen Abhängigkeitsgeflechts ist? Wer sagt mir, dass private Fehltritte, intime Schwächen oder schlicht #Dummheiten nicht als Hebel benutzt werden – mit ganz realen sicherheitspolitischen Folgen für seine IT-Produkte? Wenn Menschen erpressbar sind, sind es auch ihre Entscheidungen.
Zweitens: die große rechte Erzählung vom „kulturell bedingten #Frauenhass“. Migranten, so heißt es gern, hätten ein besonderes Problem mit Frauen. Die Realität des Epstein-Umfelds erzählt eine andere Geschichte. Eine, in der Nationalität völlig egal ist, und #Macht der entscheidende Faktor. Missbrauch gedeiht dort, wo Geld, Einfluss und Straflosigkeit zusammenkommen. Und diese Konstellation ist in der real existierenden Welt nun einmal überproportional: weiß, männlich und westlich.
Man kann daraus eine unbequeme These ableiten: Vielleicht liegt das Problem nicht bei „den Anderen“, sondern bei denen, die seit Jahrhunderten definieren, was normal, erfolgreich und unantastbar ist. Vielleicht gehen nicht bestimmte Kulturen schlechter mit #Frauen um, sondern bestimmte Machtpositionen. Und vielleicht sind es gerade jene, die am lautesten moralisieren, die am meisten zu verlieren haben, wenn wirklich hingeschaut wird.
Der Epstein-Skandal ist deshalb kein Randthema, kein Sexverbrechen unter Reichen. Er ist ein Test für #Rechtsstaatlichkeit. Für Elitenkritik. Und für die Frage, ob wir es endlich ernst meinen, dass wir daran arbeiten müssen, wie Macht wieder neu verteilt wird? Weg von autoritären-patriarchalen Strukturen hin zu echter #Demokratie.

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