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Webinar Dienstag, 10.10.19 Uhr zu diesem Thema! Wie gehe ich mit den dunklen Energien um? Was sind das für Energien? Wie reinige ich mich? Wie distanziere ich mich davon? Wir werden durch verschiedene Live Rituale gehen, um diese Energien ausserhalb unserer Systeme zu „gebieten“ und dort zu lassen.
Vorangegangener Beitrag: https://www.esistallesda.de/2026/02/04/akte-epstein/
Transkript:
„Guten Morgen aus der Obersteiermark – Lars nimmt euch mit in einen Moment, der sich schwer anfühlt, weil er an eine Wirklichkeit rührt, die man am liebsten nicht wahrhaben möchte. Er erzählt, dass das Thema Epstein für ihn nichts Neues ist. Lange bevor er schamanisch gearbeitet hat, war er rund zwanzig Jahre als TV-Reporter weltweit unterwegs. Und im Jahr 2001, sagt er, ist er damit zum ersten Mal nicht nur „in den Nachrichten“, sondern ganz real konfrontiert worden – bei Dreharbeiten auf den Philippinen. Bis heute sei das, was er dort erlebt hat, das Härteste, was ihm je begegnet ist.
Damals habe ihn eine Produktionsfirma aus Köln angefragt: Es ging um eine Reportage über einen irischen Priester, der auf den Philippinen lebte und sich mit ganzer Kraft dem Schutz von Kindern widmete – Shay Cullen. Lars beschreibt ihn als außergewöhnlich warmherzigen, weisen Menschen, als jemanden, der nicht dogmatisch, sondern offen und tief spirituell wirkte. Cullen habe mit seiner Organisation und einem Heim namens PREDA Mädchen aufgefangen, die ausgebeutet, verschleppt und missbraucht worden waren. Allein dieser Rahmen macht klar, wie nah man dort an Abgründe kommt, die kaum in Sprache passen.
Als das Team dort ankam, habe es nicht viel Zeit gegeben: Drehtage, Budget, Auftrag – und der Anspruch, so tief wie möglich hinzusehen. Eines der ersten Dinge, die sie filmten, war für Lars sofort eine Grenze dessen, was man als Mensch ertragen kann: ein schalldichter Raum, in dem die Mädchen – begleitet von Sozialarbeitern – ihren Schmerz herausschreien konnten. Nicht als Sensation, sondern als Teil von Therapie und Verarbeitung. Draußen, hinter einer verspiegelten Scheibe, saßen sie mit laufender Kamera. Lars erinnert sich an die Sprachlosigkeit: Man funktioniert nur noch, hält aus, lässt laufen – und spürt gleichzeitig, wie etwas im Inneren zerreißt.
Doch es blieb nicht bei den Gesprächen im Heim. Ein Teil der Recherche führte ihn allein, mit versteckter Kamera, in eine Stadt, in der sich diese Ausbeutung offen im Alltag zeigte. Er beschreibt, wie er sich dafür eine Rolle geben musste, um nicht aufzufallen – und wie schnell die Situation eskalierte. Er habe nach einem „sehr jungen“ Mädchen gefragt, und was ihm vorgesetzt wurde, war ein Kind. Der Moment, in dem er merkte, dass sein Verhalten nicht „passte“, dass man misstrauisch wurde, sei wie ein innerer Alarm gewesen. Er musste fliehen. Draußen stand bereits ein Polizist – für Lars ein Zeichen dafür, wie verflochten und gefährlich dieses Milieu war. Shay Cullen und ein Team seien in der Nähe gewesen; Cullen habe ihn herausgeholt, habe ihn geschützt. Ohne ihn, sagt Lars, wisse er nicht, was passiert wäre.
Und dann, erzählt er, kam eine weitere Stufe von Erkenntnis, die noch dunkler war: dass es nicht nur „irgendwelche betrunkenen Touristen“ seien. In den Recherchen tauchten Hinweise auf Strukturen auf, auf organisierte Angebote, die so entmenschlicht wirken, dass Lars sie bis heute kaum begreifen kann. Cullen habe ihn schließlich gewarnt, an einem bestimmten Punkt aufzuhören – weil es ab dort lebensgefährlich werde. Seit 2001, sagt Lars, sei sein Blick auf die Welt nicht mehr derselbe. Und als er später selbst Vater wurde, habe diese Erfahrung eine Urangst berührt, die wohl viele Eltern nachempfinden können.
Von hier aus verschiebt sich seine Erzählung: weg vom Bericht, hin zu der Frage, die ihn heute bewegt – wie ordnet man so etwas ein, ohne daran innerlich zu zerbrechen? Wie geht man als fühlender Mensch mit „Energien“ um, die so kalt wirken, so lebensverneinend? Für Lars ist das nicht nur ein psychologisches Thema, sondern auch ein spirituelles. Er sagt sehr klar: Für ihn ist das eine „ultimative Abkehr von Gott“, eine Verneinung des Göttlichen, eine Verneinung des Lebens. Er versucht es in Worte zu fassen, indem er einen Unterschied beschreibt: Wir alle nehmen Leben auf – durch Nahrung, durch das, was uns am Leben hält. Das ist Teil der menschlichen Realität. Aber dort, wo Gier kippt und Leid bewusst erzeugt wird, wo Leben geschändet wird, um daraus Energie zu ziehen, dort überschreite etwas eine rote Linie. Für ihn ist das nicht mehr „menschlich“ im eigentlichen Sinn.
Er spricht davon, dass es in schamanischen Traditionen Begriffe für „dunkle Reiche“ gebe – Bereiche, in denen kein Herzgefühl mehr sei, in denen Liebe nicht als Sprache funktioniere, weil dort etwas vom Leben abgeschnitten wirkt. Und er macht gleichzeitig deutlich: Sein Anliegen ist nicht, Angst zu schüren, sondern Orientierung zu geben. Gerade jetzt, wo solche Themen wieder hochkochen, sei es wichtig, dass Menschen sich klar positionieren, das eigene Feld sauber halten, sich nicht verstricken lassen und Wege finden, das Gesehene innerlich zu verarbeiten, ohne zu verhärten.
Zum Schluss wird er sehr persönlich: Er sagt, er könne diesen Taten nicht vergeben – nicht aus Rachsucht, sondern weil er es menschlich nicht schaffe. Er könne es nur „dem Höchsten übergeben“. Und er setzt einen Satz darunter, der wie eine Grenze klingt, die man braucht, um nicht zu zerbrechen: Die, die so handeln, gehören nicht zu seinem Stamm – nicht zum Stamm der Menschenwesen. Sie leben zwar auf demselben Planeten, aber nicht in derselben inneren Wirklichkeit. Damit entlässt er sich selbst aus dem Versuch, das Unbegreifliche begreiflich zu machen, und übergibt die Konsequenzen an etwas Größeres.
Und trotz der Schwere endet er nicht hart, sondern weich: mit einer Umarmung „in tiefster menschlicher Liebe“ – und dem Wunsch, dass ihr gut durch diese Zeit kommt.“