Was längst verloren schien, beginnt wieder zu erstarken – und zugleich ist die Gegenwehr enorm. Alles strebt nach Durchlichtung, nach Aufbruch, Umbruch und Durchbruch. Wir erinnern uns immer stärker.
Doch dort, wo mehr Licht entsteht, wird auch das Garstige, Hässliche und Unschöne sichtbar, das sich lange in dunklen Ecken verborgen hielt. Es wirkt wie eine Mauer der Gegenwehr – und in gewisser Weise ist es das auch.
So ist es kaum verwunderlich, dass gerade jetzt „schlimme Enthüllungen“ im großen Stil öffentlich werden, obwohl vieles davon schon seit Jahren bekannt ist. Plötzlich greifen viele das Thema auf und machen es groß. Darin liegt eine Gefahr.
Es geht nicht immer nur um Aufklärung oder echte Verarbeitung – manchmal wirken besonders erschütternde Inhalte wie ein Bann. Sie können das Energiefeld destabilisieren, vor allem bei Menschen, die emotional nicht ausreichend gefestigt sind, um sich aus dem Schrecken wieder herauszufinden. Es besteht die Möglichkeit, in einer Illusion aus Dunkelheit gefangen zu werden, die klares Sehen und inneres Licht verdeckt.
Transzendenz ist hier der Schlüssel. Wenn du innerlich frei und ruhig bleiben kannst, wenn Weite und Klarheit bestehen bleiben, dann muss dich all das nicht mehr beirren.
Unweigerlich taucht die Frage auf: Wie konnte es so weit kommen?
Es geschieht, wenn wir uns von uns selbst und unserer Seelenwahrheit entfernen. Diese Entfremdung wurde von vielen schmerzlich erfahren, gesehen und durchlebt – und doch war sie notwendig. Die tiefste Trennung von dir selbst führt dazu, dass du dich innerlich verlässt. Es ist ein Fall des Bewusstseins, und nur dadurch konnten solche Dinge geschehen.
Wahrheit will jedoch gespürt, erfahren und gelebt werden. Auch Konsequenzen müssen durchschritten werden, selbst wenn sie schmerzhaft sind – sonst verharrt man an einem Ort, an den man nicht gehört, weit entfernt von der eigenen Seelenwahrheit. So lernen wir, und erst dann wird Erkenntnis wirklich tief und echt.
Die gute Nachricht ist: Diese Phase scheint sich allmählich ihrem Ende zuzuneigen – gerade deshalb kann es sich noch einmal besonders intensiv anfühlen. Etwas ist stärker geworden. Die Seele möchte wachsen, während ihre Wurzeln wieder Kraft gewinnen. Sie will sich neu verankern, sich zeigen und geachtet werden – nachdem sie so lange in den Hintergrund gedrängt wurde.
Das Alte und Verborgene darf ans Licht kommen, doch zugleich ist es wichtig, es wirklich gehen zu lassen und sich nicht davon gefangen nehmen zu lassen. Es wird vor allem für jene besser, die bereit sind, den Weg hinaus zu finden.
Erlaube dir, aufzubrechen und dich verwandeln zu lassen. Lass auch den Schmerz zu, den Veränderung mit sich bringen kann. Denn jetzt ist die Zeit, in der erneuert werden darf, was einst zerbrochen ist.
Wirst du diesen Schritt wagen?
Text und Bild © Eva-Maria Eleni
