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Anja Reiche: „Das Leben schüttelt uns so lange, bis wir bei uns selbst rauskommen!“, 29/10/19

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Anja Reiche: „Das Leben schüttelt uns so lange, bis wir bei uns selbst rauskommen!“, 29/10/19

Anja Reiche·30. Oktober 2019, 7:22 Uhr·2 Minuten

Das Leben schüttelt uns so lange, bis wir bei uns selbst rauskommen. Es schüttelt so lange, bis alles abgefallen ist, was wir nicht sind. Es schüttelt eigentlich immer nur dann, wenn es noch besser geht, wenn wir noch freier werden können, wenn wir noch mehr zu uns vordringen können.

Das Leben schüttelt nicht auf’s Geratewohl, nicht willkürlich, nicht aus Zufall oder Boshaftigkeit. Das Leben ist auch nicht ungerecht oder hart, nicht unfair und auch keine Strafe, keine Bürde.

Dieses Leben meint es so richtig, richtig gut mit uns. Ich weiß, da gibt es Menschen, die tun uns scheinbar Sachen an. Da gibt es Unfälle, Krankheiten, Übergriffe, Angriffe, Konflikte, Manipulation, Intrigen, Gewalt, den Tod. Und ich bleibe bei meiner Aussage: Das Leben meint es immer gut mit uns.

Ich kenne Menschen – und zwar sehr viele – die haben die krassesten, fiesesten, heftigsten Sachen erlebt und die sehen das Leben genau so. Die haben darin Geschenke gefunden. Sie haben sich selbst gefunden.

Und auch ich rede nicht über den grünen Klee. Ich kenne emotionalen Missbrauch vom Feinsten. Ich kenne die Ohnmacht und unbändige Wut. Ich kenne jahrelange körperliche Schmerzen der heftigsten Art, kenne Krankheit und Schwäche. Ich kenne Panikattacken, Existenzängste, den Tod. Ich kenne Einsamkeit, Wertlosigkeit, Sinnlosigkeit, Verzweiflung, Manipulation, Narzissmus. Und ich bleibe bei meiner Aussage: Das Leben meint es gut mit uns.

Dieses Leben mit all den Herausforderungen will einfach nur, dass wir uns selbst erkennen und vor allem, dass wir uns befreien von all dem, was wir nicht sind. Dieses Leben will, dass wir aufwachen, bewusst werden und uns erinnern, wozu wir hergekommen sind, wer wir in Wirklichkeit sind. Dieses Leben will, dass wir unsere Ketten sprengen und es wird nicht müde, uns zu erinnern. Wieder und wieder und wieder. Wir bekommen eine Hilfestellung nach der anderen. Eine Möglichkeit nach der nächsten.

Was, wenn all der Mist, der da ist, riesige Chancen sind, uns wiederzufinden? Was, wenn dieses Leben uns uns selbst zurückschenken will? Unsere Größe? Unseren Wert? Unsere Macht? Unsere Eigenverantwortung? Unsere Freiheit? Unsere Leichtigkeit? Unsere Göttlichkeit?

Was, wenn wir uns all die Aufwachhilfen selbst dahin gebaut haben, weil wir uns auf keinen Fall verfehlen wollen? Was, wenn alle einfach nur ihre Rolle spielen, damit du dich erkennen kannst? Was, wenn jedes Schütteln immer genau richtig ist? Was, wenn hinter allem eine positive Absicht steckt?

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