Mit Arthos durch das Jahr Tagesbotschaft 22. August

Heute ist ein guter Tag, um die Schlieren zu entfernen, die sich durch Meinungen anderer in deinem Verstand gebildet haben. Wenn Menschen nicht vollkommen sind und sich aus dieser Unvollkommenheit heraus eine Meinung bilden oder die Meinungen anderer unvollkommener Menschen ĂŒbernehmen, wie vollkommen können diese Meinungen dann sein? Und wenn diese Meinungen als Wissen bezeichnet werden, darf die Frage gestattet sein: Was wissen diese Menschen wirklich? Oder meinen sie nur, etwas zu wissen, das in Wirklichkeit aber nichts anderes ist, als ihre persönliche Meinung?

Wenn du solche Meinungen aufschnappst und womöglich ĂŒbernimmst, ĂŒbernimmst du unvollkommene Gedanken, aus denen weitere unvollkommene Gedanken entstehen. Je mehr dein Geist von derartiger Unvollkommenheit verunreinigt wird, desto trĂŒber ist die TĂ€tigkeit des Geistes, die aus Denken, FĂŒhlen und Wollen besteht. Aus einer trĂŒben TĂ€tigkeit kann nur TrĂŒbsal entstehen.

Somit vergrösserst du dein Leid, indem du an scheinbar schöne und gut klingende Ideen und Konzepte anderer glaubst, denn der Glaube beruht nicht auf der Absoluten Wahrheit, sondern auf relativen Verzerrungen der Absoluten Wahrheit, und das ist es, was Leid erzeugt. Diese anderen prÀsentieren sich als wissend, doch ihr Wissen ist nur persönliche Spekulation, die nicht auf Ebene der Seele geschieht, sondern auf der des falschen Egos.

Sie prĂ€sentieren sich als Meister und Gelehrte, doch anstatt ihre Spekulationen zu meistern und Wahrheit zu lehren, meistern sie dich, indem sie dich mit schönen aber unwahren Worten locken, blenden und dazu verfĂŒhren, Ihnen zu folgen. Sie lehren dich, das, woran sie glauben, zu ĂŒbernehmen. Und wenn du ihren Glauben ĂŒbernimmst, mag es sogar sein, dass du dich erst einmal gut dabei fĂŒhlst, doch das, was sich gut fĂŒhlt, ist nicht die Seele, sondern das falsche Ego. Somit trĂ€gt ihre Lehre nur indirekt zu deiner Selbstverwirklichung bei, da sie dich dazu bringt, das falsche Selbst zu verwirklichen.

Diese indirekte Selbstverwirklichung ist ein schmerzvoller Umweg. Du lernst sozusagen die Unwahrheit und verwirklichst diese, wodurch du die Konsequenzen daraus in Form leidvoller Erfahrungen erlebst, was jedoch nicht direkt geschieht, sodass du es bewusst zuordnen kannst. Es ist gut möglich, und meistens auch der Fall, dass die schmerzhaften Erfahrungen erst viel spÀter auftreten, und du dann den Zusammenhang mit der Ursache nicht mehr herstellen kannst. Daher ist es zwar gewissermassen effektiv, aber sehr gefÀhrlich, falschen Lehrern zu folgen. Die EffektivitÀt besteht aus der negativen Lehre.

Besser wĂ€re es, dich direkt auf die Suche nach der Absoluten Wahrheit zu begeben. Das Problem dabei ist, dass die Absolute Wahrheit die FĂ€higkeiten deines Verstandes ĂŒbersteigt. Du kannst dir die Absolute Wahrheit nicht ausdenken. Du erreichst sie nicht durch Spekulation, und auch nicht durch logisches Denken. Es mag sein, dass du die Absolute Wahrheit in dir findest, aber du wirst sie nicht erkennen und nicht zuordnen können, wenn dir das Wissen ĂŒber die Absolute Wahrheit fehlt. Das Wissen erlangst du nur aus einer vertrauenswĂŒrdigen Quelle: von einer AutoritĂ€t, die die Absolute Wahrheit nicht nur theoretisch kennt, sondern sie auch praktisch erfahren hat und daher lebt.

So jemand ist ein selbstverwirklichter Mensch – eine befreite Seele. Diese sind jedoch schwer zu finden, da sie Ă€usserst selten sind. Unter Millionen Menschen gibt es nur einige wenige, die ein gewisses spirituelles VerstĂ€ndnis erlangen. Unter Millionen Menschen mit einem gewissen spirituellen VerstĂ€ndnis gibt es nur wenige, die tatsĂ€chlich versuchen, sich zu vervollkommnen. Von Millionen derartiger Menschen mag einer zu einem wahrhaft Weisen werden, der Wissen ĂŒber die Absolute Wahrheit erlangt. Und unter Millionen wahrhaft weiser Menschen mag es nur einen geben, der tatsĂ€chlich Befreiung erlangt. Wem also kannst du wirklich trauen?

Die Veden gelten als Ă€lteste Göttliche Offenbarung. Vyāsadeva, der Verfasser einiger der wichtigsten Vedischen Schriften wie das Mahabharata, das auch die Bhagavad Gita enthĂ€lt, das Bhagavata Purana (Srimad Bhagavatam) oder das Vedanta-Sutra war ein Göttlicher Avatar, gekommen, um das Vedische Wissen in der Welt zu erhalten. Das in seinen als heilig geltenden Schriften enthaltene Wissen ist nicht von Menschen erdacht, sondern stammt direkt von der Höchsten Persönlichkeit Gottes, wurde in Form der SchĂŒlernachfolge weitergegeben und dann von Vyāsadeva niedergeschrieben.

Das in diesen schriftlichen Offenbarungen enthaltene Licht der Wahrheit blendet nicht und verfĂŒhrt dich auch nicht dazu, an Illusionen anzuhaften oder dich in Irrwegen oder Labyrinthen zu verstricken. Die Absolute Wahrheit strahlt Reinheit und Klarheit aus, und diese Reinheit und Klarheit lĂ€sst dich erkennen, wer und was du wirklich bist und in welcher Beziehung du zur Quelle des Lichts, der Wahrheit, der Liebe und des Lebens stehst.

Diese Quelle befindet sich auch in dir, aber du bist nicht die Quelle. Jeder, der dir einredet, du seist ein großartiger Schöpfer, der sich alles erschaffen kann, was er will, verfĂŒhrt dich zum Selbstbetrug. Dieser Selbstbetrug endet in Hochmut und GrĂ¶ĂŸenwahn, und je hochmĂŒtiger und grĂ¶ĂŸenwahnsinniger du wirst, desto tiefer wirst du fallen.

Das Licht der Wahrheit lĂ€sst dich demĂŒtig werden. Da aber Demut genau das ist, was hochmĂŒtige und grĂ¶ĂŸenwahnsinnige Menschen ablehnen, verteufeln sie jeden, der Demut predigt. Jesus wurde nicht ans Kreuz genagelt, weil er hochmĂŒtig und grĂ¶ĂŸenwahnsinnig war, sondern weil das die Eigenschaften derjenigen waren, die ihn am Kreuz sehen wollten.

Seine Lehre war die der demĂŒtigen Liebe. Diese basiert auf dem Licht der Wahrheit und nicht auf dem Glanz der VerfĂŒhrung. VerfĂŒhrung verschleiert die Wahrheit, und so wird der Blick getrĂŒbt, so dass nur noch Illusionen gesehen werden, die verlockend klingen, letztendlich aber TrĂŒbsal in dein Leben bringen, wenn du feststellen musst, dass all die schönen Worte nichts mit der Absoluten Wahrheit zu tun haben.

Die Absolute Wahrheit zu finden und zu leben, ist das Höchste Ziel. Alle anderen Ziele fĂŒhren dich in die Irre. Wenn du sie verfolgst anstatt des Höchsten Ziels regiert Irrsinn dein Leben, und so wird es sinnlos. Ein sinnloses Leben ist ein vergeudetes Leben, und wenn du dein Leben vergeudest, wirst du im nĂ€chsten Leben trotz der vielen schönen Versprechen auf einer niedrigeren Stufe beginnen. Du entwickelst dich also zurĂŒck, wenn du es dir leicht machen willst und einfach nur schönen verfĂŒhrerischen Worten glaubst, anstatt ernsthaft an dir zu arbeiten, um dein wahres Selbst zu verwirklichen.

Um nun die Schlieren zu entfernen, die dein Bewusstsein verunreinigen, könntest du den See deines Geistes beruhigen, sodass dort keine Wellen von Gedanken, GefĂŒhlen und WĂŒnschen mehr aufkommen. Suche die Stille und beruhige deinen Geist. Stille ist Ruhe, und nur wenn die Gedanken, GefĂŒhle und WĂŒnsche ruhen, wird der Geist so klar, dass sich in ihm die reine Wirklichkeit spiegeln kann. Und auch Gott spricht nur in der Stille zu dir.

Die reine Wirklichkeit ist die Wirklichkeit, die nicht verunreinigt ist. Verunreinigungen entstehen durch die Erscheinungsweisen der materiellen Energie, gunas genannt: Unwissenheit, Leidenschaft und Tugend (die mit Unwissenheit und Leidenschaft vermischt ist). Die reine Wirklichkeit ist reine Tugend, und sie ist rein, da sie Ewigkeit, Wissen und GlĂŒckseligkeit ausdrĂŒckt. Sie ist die spirituelle Wirklichkeit, das Original, dessen materielles Spiegelbild unvollkommen und verzerrt ist.

Es gilt also, die Wogen deines Bewusstseins zu glÀtten. Die Wogen zu glÀtten bedeutet, die Stille zu suchen. Du musst gezielt nach der Stille suchen, denn inmitten der Bewegungen des Geistes und des Körpers wirst du sie nicht finden. Stille ist der Zustand, in dem alle Bewegungen gestoppt sind. Stille ist die Ruhe, in der die Seele zum Vorschein kommen kann, da alles, was sie bekÀmpft, schweigt.

Du findest diese Stille nicht, wĂ€hrend du denkst, fĂŒhlst oder willst, denn Denken, FĂŒhlen und Wollen ist die Bewegung des Geistes. Du findest diese Stille auch nicht, wĂ€hrend du handelst, denn Handeln ist die Bewegung des Körpers. Du musst also Körper und Geist zur Ruhe bringen und vollkommen still werden lassen, damit dein Bewusstsein wieder zu einem klaren Spiegel der reinen spirituellen Wirklichkeit wird.

Nur wenn du die Stille suchst und auch findest, kannst du die Schlieren in deinem Bewusstsein entfernen. Die spirituelle Wahrheit steckt nicht in den Gedanken, sondern in der LĂŒcke zwischen den Gedanken. Solange deine Gedanken dem Geist entspringen, der dem falschen Ego dient und nicht der Seele, solange spiegeln sie das verzerrte Spiegelbild. Erst wenn der Geist wieder unter der Herrschaft der Seele steht, und der Antrieb fĂŒr alle Bewegungen aus der Stille kommt, ist der Spiegel wieder klar und zeigt die Höhere Wirklichkeit, die eins mit der Absoluten Wahrheit ist.

ICH BIN die Standhaftigkeit der demĂŒtigen Suche nach der Absoluten Wahrheit.

Diese Botschaft ist an Selina und mich gerichtet. Wir nehmen sie fĂŒr uns an, richten uns danach und geben sie hiermit auch an all diejenigen weiter, die ebenfalls bereit sind, an sich zu arbeiten, um sich spirituell zu entwickeln. Spirituelle Entwicklung, das Ziel des Lebens, gipfelt in der Hingabe an Gott. Diese Hingabe setzt die Überwindung des falschen Egos voraus. Damit einher geht die Erkenntnis, nicht der Körper, sondern die Seele zu sein, die ein winziges Teilchen Gottes ist. Philosophische Grundlage dieser Botschaften ist das vedische Wissen von der absoluten Wahrheit Gottes wie es u.a. in der Bhagavad-gÄ«tā und im ÚrÄ«mad-Bhāgavatam verkĂŒndet wird.

Bild von Stefan Keller auf Pixabay

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