Mit Arthos durch das Jahr, Tagesbotschaft 28. Januar

Heute ist ein guter Tag, um zu unterscheiden und die Ganzheit zu betrachten. Ganzheit ist keine Einseitigkeit nach dem Motto: Alles ist Energie, Alles ist Eins oder Alles ist Gott. Du kannst es so sehen, doch wenn du das so siehst, siehst du nicht die ganze Wahrheit, sondern nur Halbwahrheiten. Die Wahrheit der Ganzheit besteht aus mehr als einer Einseitigkeit, und somit ist nicht alles eins, sondern alles ist eins und verschieden. Einheit ist nicht die Einheit der Gleichheit, sondern die Einheit der Verschiedenheit, in der das Verschiedene ein Ganzes bildet. Eltern sind eins und doch verschieden. Der Vater ist nicht die Mutter, doch beide zusammen bilden die Ganzheit der Eltern. Gott ist nicht nur Energie und auch nicht nur Bewusstsein. Gott ist die Quelle der Vielfalt, die eine Einheit bildet.

Ganzheit besteht nicht nur aus einer Sache und nicht aus Gleichförmigkeit. Sie besteht nicht einmal nur aus den vielen Halbwahrheiten, sondern aus der absoluten Wahrheit, die all die vielen Halbwahrheiten ermöglicht und beinhaltet.

Es ist wichtig, unterscheiden zu lernen und gleichzeitig die Ganzheit zu verstehen und zu betrachten. Wenn das nicht geschieht, endet das Verständnis und die Sicht bei Halbwahrheiten – bei den relativen Wahrheiten der Teile. Halbwahrheit ist immer nur eine Teilwahrheit, und jede Teilwahrheit ist unvollkommen. In der Praxis bedeutet das: Wer nur das Verständnis der Teile mit ihren jeweiligen Wahrheiten erlangt, kann weder das Ganze noch die ganze Wahrheit verstehen. Er steckt in der Relativität fest, die niemals die ganze Wahrheit ist.

Die ganze Wahrheit ist vollkommen, und in der Vollkommenheit herrschen Liebe, Frieden und Harmonie. Solange du nicht zur ganzen Wahrheit vordringst, dringst du nicht zu wirklicher Liebe, wirklichem Frieden und wirklicher Harmonie vor, sondern wirst immer nur ihr unwirkliches Spiegelbild erfahren. Liebe, Frieden und Harmonie sind Eigenschaften der Wirklichkeit der Ganzheit. In der Relativität aber sind sie immer vergänglich. Das unterscheidet das Relative vom Absoluten. Das Absolute ist ewig. Ewigkeit existiert jenseits der Zeit und somit jenseits der Vergänglichkeit. Vergänglichkeit ist eine relative Halbwahrheit und somit nur ein Teil und nur ein Ausdruck des Absoluten.

Wenn du dir ein Auto kaufst, und das Auto mit dem Fahrersitz gleichsetzt, da du nur den Sitz betrachtest, weil du ihn so schick findest, wirst du zwar gut in dem Auto sitzen, aber nicht mit ihm fahren können. Um zu fahren, musst du dir darüber bewusst sein, dass das Auto ein Ganzes ist, das auch noch aus Motor, Karosserie, Lenkrad, Rädern, Gaspedal, Bremse und vielem mehr besteht. Du musst nicht alles im Detail kennen und verstehen, solltest aber wissen, wie der Motor gestartet und der Gang eingelegt wird. Der Fahrersitz ist nicht das Ganze, sondern nur ein Teil. Ihn als Auto zu bezeichnen, ist nicht einmal die halbe Wahrheit.

Es ist wichtig, über die Teile hinauszublicken und ein höheres Verständnis zu erlangen. Das höhere Verständnis ist das Verständnis der Ganzheit. Ganzheit bildet den Rahmen für Vielfalt. Leben ohne Vielfalt wäre nicht denkbar, denn Leben ohne Vielfalt wäre die langweiligste Sache, die man sich nur vorstellen kann.

Nun ist aber die Vielfalt des Lebens, das du erfährst, nicht die Vielfalt der Wirklichkeit. Sie spiegelt nur die Vielfalt der Wirklichkeit, die sich auf einer anderen Ebene befindet, nämlich jenseits von Zeit und Raum. Zeit und Raum sind Elemente der realen Illusion. Illusion bedeutet nicht, dass Zeit, Raum und Dinge nicht real wären. Illusion bedeutet, dass sie nicht die Höchste Wirklichkeit sind, die in der Ewigkeit und Unendlichkeit existiert, die sich jenseits von Zeit und Raum befindet. Die Wirklichkeit ist transzendental zur diesseitigen Welt, der Welt der Schatten und des künstlichen Lichts.

Die diesseitige Welt entspringt der materiellen Energie. Sie ist die äussere Energie Gottes, und so ist es nicht verwunderlich, dass die Welt, die du erfährst, wenn du dich dieser Energie zuwendest, eine äussere Welt ist. Sie findet nicht in dir, sondern ausserhalb von dir statt.

Innen und Aussen sind zwei grundlegende Elemente der Ganzheit. Die Ganzheit ist das Absolute, und das Absolute ist kein Ding, sondern eine Persönlichkeit: die Höchste Persönlichkeit Gottes. So wie du dich nach innen und nach aussen wenden kannst, entspringt dem Absoluten eine innere und eine äussere Energie. Die innere Energie ist nicht materiell, sondern spirituell. Die äussere Energie ist nicht spirituell, sondern materiell.

Das Materielle und das Spirituelle sind zwei grundverschiedene Energien die nicht miteinander verwechselt werden dürfen, und die auch nichts miteinander zu tun haben. Spiritualität hat nichts mit der materiellen Energie und ihren Schatten zu tun, und ebensowenig hat Materialismus nichts mit der spirituellen Energie und ihrem Licht zu tun. Wer also von Spiritualität und Licht redet, aber nur die materielle Energie sieht, versteht kennt und lebt, unterliegt einer Illusion.

Du als Seele bist das eigentliche Lebewesen, das aktuell in den menschlichen Körper eingezogen ist. Als Seele bist du spirituell und somit Teil der inneren Energie Gottes. Aber aufgrund des freien Willens kannst du wählen, in die materielle äussere Energie zu gehen, um sie zu geniessen. Wenn du das tust, fällst du aus der inneren Energie der Wellen in die äussere Energie der Teilchen und wirst von ihr bedingt. Du wirst zu einem Ding, und das verwirrt dich, ohne dass du merkst, dass du verwirrt bist. Die Verwirrung entsteht durch die drei Gunas, in denen die materielle Natur erscheint und wirkt: Tugend, Leidenschaft und Unwissenheit.

So erfährst du als eigentlich reine spirituelle Seele materielle Verschmutzung. Wenn du verschmutzt bist, kannst du nicht mehr die Ganzheit wahrnehmen und hältst die Halbwahrheit der materiellen Welt für das Ganze. Das ist die Illusion, der du unterliegst, da du dich mit ihr identifizierst. Dich aus dieser Illusion zu befreien ist ein Ziel des Lebens, denn nur dann kannst du in die Wirklichkeit der Ganzheit zurückkehren.

ICH BIN das relative Teilchen einer Welle der absoluten Ganzheit.

Diese Botschaft ist an Selina und mich gerichtet. Wir nehmen sie für uns an, richten uns danach und geben sie hiermit auch an all diejenigen weiter, die ebenfalls bereit sind, an sich zu arbeiten, um sich spirituell zu entwickeln. Spirituelle Entwicklung, das Ziel des Lebens, gipfelt in der Hingabe an Gott. Diese Hingabe setzt die Überwindung des falschen Egos voraus. Damit einher geht die Erkenntnis, nicht der Körper, sondern die Seele zu sein, die ein winziges Teilchen Gottes ist. Philosophische Grundlage dieser Botschaften ist das vedische Wissen von der absoluten Wahrheit Gottes wie es u.a. in der Bhagavad-gītā und im Śrīmad-Bhāgavatam verkündet wird.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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