Mit Arthos durch das Jahr, Tagesbotschaft 20. Februar

Heute ist ein guter Tag, um allen Groll aufzuspüren, den du noch in dir trägst. Da, wo Groll ist, wird Liebe blockiert. Das Gute wird vom Bösen unterdrückt, wenn du das zulässt. Du lässt es zu, solange du nicht verstehst, dass Groll kein Ausdruck deiner Seele ist, sondern Ausdruck des falschen Egos. Und wenn du dich mit dem falschen Ego identifizierst, denkst du, es wäre dein Groll, und der wäre berechtigt, denn jemand hätte dir etwas Böses oder Ungerechtfertigtes angetan. Es ist aber nur eine der schlechten Eigenschaften des falschen Egos.

Es mag sein, dass tatsächlich etwas geschehen ist, von dem du denkst, der Groll wäre gerechtfertigt, aber wenn du demjenigen gegenüber Groll verspürst, bist du nicht in der Liebe. Groll ist die Wolke, die das Licht der Liebe bedeckt, und dein eigenes Bewusstsein ist der Himmel, über den diese Wolke nicht nur zieht, sondern an dem sie nun festhängt. Manchmal regnet sich so eine Wolke mit einem Donnerwetter ab, und dann entlädt sich zwar das aufgestaute Potential des Zorns, aber die Wolke löst sich dadurch nicht vollständig auf. Es bleibt immer ein Rest, der sich wieder vergrössert und dadurch dein Bewusstsein erneut verdunkelt. Du kannst die Wolken des Grolls nur durch das Licht der Erkenntnis auflösen, und dieses Licht und die Erkenntnis sind immer verbunden mit Liebe und Mitgefühl.

Erkenntnis, Liebe und Mitgefühl sind die Grundlage für Vergebung. Solange du nicht vollständig vergeben hast, vergibst du Groll, doch der Groll wird nicht weniger. Er ist eine wie Quelle, die nicht versiegt. Allerdings entspringt dieser Quelle nichts Gutes, sondern nur das, was Gutes verhindert. Daher sollte die Quelle verschlossen werden.

Du kannst sie verschliessen, wenn du erkennst, dass weder du noch der andere wahrhaft verletzt werden kann. Das, was verletzt wird, ist – ebenso wie das, was verletzt – immer nur das falsche Ego. Hinter einem Menschen, der dich verletzt, steckt eine aus der Liebe gefallene Seele, die nicht anders ist, als du, und auch wenn du den anderen verletzt, ist es die gefallene Seele, die verletzt. Seelen, die nicht aus der Liebe gefallen sind, verletzen nicht, denn wer in der Liebe ist, liebt, und wer liebt, fördert, nährt, gibt und stärkt das Gute.

Wenn du jemanden verletzt oder wenn ein anderer dich verletzt, dann handelt das falsche Ego durch seine negativen Eigenschaften. Und weisst du was? Das hat auch etwas Gutes, denn so können sowohl das falsche Ego als auch seine negativen Eigenschaften erkannt werden. Allerdings bedarf es einer gewissen Grösse, Reife und Stärke, um das zu erkennen. Wer klein, unreif und schwach ist, verletzt sich selbst und andere. Das ist ein Zeichen von Unwissenheit, und Unwissenheit sollte nicht mit Verurteilung und Groll begegnet werden, sondern mit Mitgefühl.

Letztendlich ist der in dieser Hinsicht Kleine, Unreife und Schwache nur ein Schatten seiner selbst. Das zu wissen, hilft, den Groll zu überwinden, denn wenn der Gegenüber nur sein Schatten ist, ist es lächerlich, auf den Schatten wütend zu sein. Was soll das bringen? Es ist nur der Schatten, und der Schatten ist nichts. Er ist nur die Abwesenheit von Etwas. Er ist die Abwesenheit der Seele, und so gilt es, im anderen die Seele zu sehen und nicht ihren Schatten. Der Schatten ist uninteressant, denn er vergeht. Die Seele aber bleibt. Dem Schatten kann nicht geholfen werden, der Seele hingegen schon.

Wenn du Liebe und Mitgefühl anstelle von Groll vergibst, hilft du gleich zwei Seelen: deiner eigenen und der anderen. Damit stellst du dich auf die Seite des Guten, und die Seite des Guten ist die Seite, die bleibt. Die andere wird verschwinden. Dunkelheit verschwindet immer. Sie ist nicht ewig, im Gegensatz zum Licht. Dunkelheit ist die Abwesenheit des Lichts.

Groll ist ein Ausdruck der Dunkelheit, die nur die Abwesenheit des Lichts darstellt. Du kannst dich auf die Schatten stürzen und einen schier endlosen Schattenkampf durchführen, doch was soll das bringen? Das einzige, was etwas bringt ist, die Schatten aufzulösen, und zwar alle. Schatten können nur entstehen, wenn die Wirklichkeit bedeckt wird. Das bedeutet, dass sie aufgelöst werden, sobald du in die Wirklichkeit zurückkehrst. Die Wirklichkeit ist Liebe – nicht Groll. Die Wirklichkeit ist das Licht – nicht die Dunkelheit.

Um alle Schatten aufzulösen reicht es jedoch nicht, nur theoretisch zu wissen, dass es Licht gibt. Du musst dich auch mit dem Licht verbinden. Das hat zur Folge, dass du wissen musst, was das Licht ist, und wenn du das weisst und dein Wissen wirklich ernst nimmst, wirst du alle Probleme, die mit deinem Groll zusammenhängen, lösen, denn es ist ja nur die Abwesenheit des Lichts, die den Groll hervorgerufen hat. Wenn also das Licht wieder anwesend ist, verschwindet auch der Groll, denn da wo Licht ist, ist kein Schatten. Schatten ist nur da, wo sich etwas dem Licht in den Weg stellt.

Das Licht ist Gott, und der Schatten ist das Ego.

Jetzt kannst du dich entscheiden, wem von beiden du dich zuwendest. Das ist die Wahl, die du hast, und um sie zu nutzen, wurde dir der freie Wille gegeben. Mit deinem freien Willen wählst du, wessen Wille geschehen soll. Wenn du dich an das auch von Jesus verkündete Vater, dein Wille geschehe hältst, wird aller Groll verschwinden, denn es ist nicht der Wille des Vaters, dass du leidest oder dass andere leiden. Leid entsteht immer nur, wenn du dich von Seinem Willen abwendest und dem Willen des falschen Selbst den Vorzug gibst.

Es tut mir Leid, dass ich das nicht vorher erkannt habe und wir uns gegenseitig Schmerz und Verletzungen zugefügt haben. Bitte verzeih mir, dass ich auf die Dunkelheit und nicht auf das Licht ausgerichtet war. Ich liebe dich, denn du bist wie ich ein winziges Teilchen des grossen Ganzen, und wir sind nur durch die künstlichen Schatten unserer falschen Egos voneinander getrennt. Danke, dass du dich gezeigt hast, so dass ich erkennen konnte. Es tut mir Leid. Bitte verzeih mir. Ich liebe dich. Danke!

ICH BIN ein lebendiger Teil des Lichts und weise alle Schatten von mir.

Diese Botschaft ist (war) an Selina und mich gerichtet. Wir nehmen sie für uns an, richten uns danach und geben sie hiermit auch an all diejenigen weiter, die ebenfalls bereit sind, an sich zu arbeiten, um sich spirituell zu entwickeln. Spirituelle Entwicklung, das Ziel des Lebens, gipfelt in der Hingabe an Gott. Diese Hingabe setzt die Überwindung des falschen Egos voraus. Damit einher geht die Erkenntnis, nicht der Körper, sondern die Seele zu sein, die ein winziges Teilchen Gottes ist. Philosophische Grundlage dieser Botschaften ist das vedische Wissen von der absoluten Wahrheit Gottes wie es u.a. in der Bhagavad-gītā und im Śrīmad-Bhāgavatam verkündet wird.

Bild von Stefan Keller auf Pixabay

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