Wenn du wirklich verstehen möchtest, was Männlichkeit und Patriarchat in ihrem tiefsten Wesen bedeuten, dann frage einen Mann, wie er sich fühlt, wenn er an seine Tochter denkt. Schau in seine Augen. Spüre, wie Zärtlichkeit in ihm aufsteigt, wie sich eine sanfte Wärme zeigt, begleitet von großer Stärke, von innerer Gewissheit und einer ruhigen Standhaftigkeit.
Es war eine schmerzliche Verirrung, eine große Täuschung, durch die wir alle hindurchgehen mussten: das Bild des Patriarchen in der Dualität, gefangen in einer Illusion. Diese Vorstellung hat viele Männer davon abgehalten, die Wahrheit ihrer eigenen Kraft anzuerkennen. Denn die Wahrheit ist, dass ihr Ursprung im Herzen liegt und ihr Blick zu den Sternen gerichtet ist.
Das Furchteinflößendste, dem Männer begegnen, ist daher die eigene Verletzlichkeit zuzulassen. Sich zu erlauben, Gefühle frei auszudrücken und damit die Freiheit des Herzens zu erfahren. Der große Mythos lautet, dass wir unsere Macht und Stärke verlieren würden, wenn wir Emotionen Raum geben und tiefe Empfindungen zeigen. Dass wir schutzlos wären, sobald wir unseren Schild senken.
Doch nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.
So sucht der Mann nach einer Frau, die ihm hilft, sein Herz wiederzuentdecken. Und nur selten glaubt er, sie zu finden. In seiner Tochter jedoch begegnet ihm ein Wesen, das ihn in ursprünglicher Unschuld liebt, bedingungslos. Sie vermag es oft viel leichter, all jene Eigenschaften in ihm zu erkennen, die das Wesen des wahren männlichen Seins ausmachen.
Darum ist die Zeit gekommen, meine Brüder, eure Kraft zurückzuholen. Erkennt in aller Schlichtheit: Ihr seid Herz. Eure Wahrheit liegt in der stillen Gewissheit, dass ihr große Macht in euch tragt. Die Macht, Raum für Liebe zu halten, für alle. Die Fähigkeit, die Quellen schöpferischen Handelns zu bewahren, mit denen ihr verbunden seid.
Stark und unerschütterlich, zugleich weich und formbar. Unendlich zärtlich, sanft, abenteuerlustig und verspielt.
Ich liebe euch so sehr.
PS: Und natürlich spreche ich auch vom göttlichen Mann in jedem von uns.
PPS: Es gibt ebenso ein Gegenstück von Mutter und Sohn. Doch das ist eine Geschichte für ein anderes Mal, von der ich glaube, dass ihr sie aus dem Gesagten leicht weiterdenken könnt.
Ich verwende ganz bewusst den Ausdruck göttlicher Mann, um ihn vom Begriff des göttlichen Maskulinen zu unterscheiden, der uns allzu oft von der Möglichkeit entfernt hat, einfach ein schöner Mensch zu sein.
Ein Gentleman ist ein Mensch von großer Kraft, der sein Schwert nur erhebt, um die Freiheit anderer zu ehren und zu verteidigen und um die Unschuldigen zu schützen.
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