Ein großes Geschenk, das mir beide Eltern mit auf den Weg gegeben haben, war die Ermutigung, alles zu hinterfragen, was sich für mich nicht stimmig anfühlte. Nichts einfach als meine Wahrheit anzunehmen, nur weil jemand anderes behauptete, es sei richtig. Im Leben ging es nicht darum, recht zu haben. Es ging darum, sich richtig zu fühlen.
Dieses Hinterfragen bedeutete nicht, grundsätzlich skeptisch zu sein. Für mich bedeutete es vielmehr, dass vieles möglich sein durfte, solange es mich meiner eigenen Freude näherbrachte. Und wenn etwas diesen Weg für mich nicht mehr unterstützte, verlor es für mich einfach seine Bedeutung. Das nahm ihm jedoch keineswegs seinen Wert für andere. Es bedeutete nur, dass es in meiner eigenen Welt keinen Sinn mehr ergab.
Beim Hinterfragen wurde mir mit der Zeit bewusst, dass es wichtig ist, zwischen Unsinn und wirklicher Weisheit unterscheiden zu lernen.
Ich habe gelernt, dass die Weisheit vielleicht ein oder zwei Bücher füllen würde, während der Unsinn ganze Bibliotheken einnimmt.
Bibliotheken gleichen einem riesigen Hefeteig. Die wirkliche Weisheit, die kleinen funkelnden Edelsteine, die süße Essenz des Lebens, sie finden sich vielleicht in einer Handvoll Bücher. Menschen lesen diese Bücher und schreiben über das, was darin steht und darüber, was sie glauben, dass es bedeutet. Dann kommen andere hinzu und schreiben über diese Bücher, die von den Edelsteinen handeln. Wieder andere schreiben über die Bücher über die Bücher über die Bücher. Und so wächst die Bibliothek immer weiter und weiter. Sie wird zu einem gewaltigen Geist, der sich selbst nährt, während die ursprüngliche Weisheit langsam verstaubt und tief in den hintersten Winkeln der Regale verschwindet.
In unserem gegenwärtigen Film der Realität werden Menschen, die offizielle Darstellungen hinterfragen, schnell zensiert, verbannt oder als Verschwörungstheoretiker abgestempelt.
Unser logischer Verstand funktioniert oft ganz ähnlich. Nur dass heute das Internet unsere bevorzugte Quelle geworden ist.
Dieses Muster zeigt sich überall. In der Politik. In der Wirtschaft. Im Bildungssystem. Im Gesundheitswesen. In der Rechtsprechung. In fast allen Institutionen, in denen Menschen zusammenkommen, um etwas zu verändern, und am Ende Regeln darüber aufstellen, was angeblich richtig und was falsch ist.
Die Menschen, die aus dem Herzen heraus wissen und fühlen, verschwinden dabei oft unter einer Flut aus Rhetorik und bedeutungsschweren Worten. Häufig stammen diese aus dem Denken alter Männer, die vielleicht eher als müde, verlorene oder unglückliche Seelen beschrieben werden könnten. Wobei dies inzwischen natürlich nicht mehr ausschließlich auf Männer zutrifft.
Alexander Pope formulierte es einst so treffend:
Worte sind wie Blätter. Wo sie im Überfluss erscheinen,
findet man die wahren Früchte des Sinns nur selten darunter.
Deshalb gib den Versuch auf, unbedingt recht haben zu wollen. Suche auch nicht nach der einen richtigen Methode. Wende dich stattdessen deinem Herzen zu. Dort gibt es keine Worte. Dort gibt es nur Klarheit und Licht.
Dort brennt das Licht immer. Dort ist das Gefühl stets gegenwärtig.
Dieses Gefühl von Stimmigkeit. Dieses innere Ja. Dieses Aha. Dieses Staunen. Dieses Wissen, das nicht aus Gedanken entsteht, sondern aus Empfindung.
Dort enden alle Diskussionen.
Denn aus diesem Raum heraus kann man gar nicht falsch liegen. In diesem Zustand existiert falsch schlicht nicht. Wie könnte Liebe irgendetwas ausschließen. Wie könnte Mitgefühl jemanden aus seiner Umarmung ausgrenzen.
Und das wunderschöne Geheimnis ist: Du brauchst niemanden, der dich dorthin führt. Keine besondere Ausbildung. Kein Zertifikat.
Dieser Ort ist nur einen einzigen liebevollen Atemzug entfernt.
Und wenn du dort angekommen bist, fügt sich plötzlich alles zusammen. Alles beginnt Sinn zu ergeben.
Leuchte weiter, kostbare Seelen.
Ich liebe euch so sehr. ✨💛
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© Übersetzung Rosi https://www.esistallesda.de
