Das Erwachen der weiblichen Urkraft. Jenny Schiltz (zum Frauentag)

Seit mehreren Nächten träume ich, dass ich durch Landschaften wandere, die sich über die uralte Region Mesopotamiens erstrecken. Dieses Land trägt eine Tiefe und ein Alter in sich, das sich kaum in Worte fassen lässt. Unter der Oberfläche der Erde ist Bewegung zu spüren. Eine stille, aber deutlich wahrnehmbare Regung im energetischen Gitternetz des Planeten.

Immer wieder wurde meine Aufmerksamkeit in den Träumen zu einem kraftvollen Schnittpunkt in dieser Region gezogen. Ein uraltes Tor im energetischen Feld der Erde, von dem aus Leylinien wie Adern über den Planeten verlaufen und Lebensenergie tragen.

In diesen Träumen wurden mir jedoch keine Tempel oder Monumente gezeigt. Stattdessen wurden mir Frauen gezeigt.

Sie lebten über das Land verteilt in Dörfern und Städten und führten scheinbar ganz gewöhnliche Leben. Doch ihre Verbindung zur Erde war unübersehbar. Einige von ihnen wussten sehr genau, was sie taten. Andere folgten einfach einem inneren Instinkt, einer stillen Führung, die sie bestimmte Wege gehen ließ, bestimmte Orte pflegen ließ oder sie dazu brachte, in stiller Gegenwart auf der Erde zu sitzen.

Jede von ihnen trug einen Faden des Bewusstseins in sich, der sie mit den tieferen Rhythmen der Erde verband.

Mit der Zeit wurde mir klar, dass diese Frauen als lebendige Anker entlang der Leylinien wirken, die von diesem uralten Tor aus über die Erde hinausströmen. Sie halten die weibliche Energie im planetaren Energienetz. Oft allein. Oft im Stillen. Und manchmal unter großem persönlichen Risiko.

Viele von ihnen sind nicht einmal physisch miteinander verbunden. Tatsächlich scheint Isolation ein Teil ihrer Realität zu sein.

Dann veränderten sich die Träume.

Ich begann die Leben dieser Frauen innerhalb der gesellschaftlichen Strukturen zu sehen, in denen sie leben.

Ich sah eine junge Frau, die hinausgehen wollte, um zu protestieren. Ihr Geist war stark, mutig und nicht bereit, die Bedingungen zu akzeptieren, die über ihr Leben bestimmt wurden. Ihre Mutter stand voller Angst vor ihr und flehte sie an, nicht zu gehen. Die Mutter kannte die Risiken. Gewalt. Gefängnis. Verstümmelung. Kastration. Vielleicht sogar den Tod. Sie wollte den Geist ihrer Tochter nicht brechen. Sie wollte sie einfach am Leben halten.

Die Tochter sah sie an und sagte, sie würde lieber sterben, als ihr Leben unter den Regeln der Regierung zu leben.

Ein anderer Traum zeigte eine völlig andere Perspektive.

Ich sah einen Vater, einen Ehemann, einen Mann, der gezwungen war, strenge Regeln für die Frauen in seiner Familie durchzusetzen. Diese Regeln wirkten erdrückend, starr und grausam. Doch unter ihnen lag etwas anderes. Angst.

Das System um ihn herum war so mächtig, dass, wenn er die Regeln nicht selbst durchsetzte, andere es tun würden. Und wenn andere es taten, könnten die Konsequenzen noch viel schlimmer sein. Auch er war gefangen im System.

In einem weiteren Traum sah ich Frauen, die die Geschichte vollständig verinnerlicht hatten. Sie glaubten tatsächlich, dass sie in ihrem natürlichen Wesen irgendwie unrein, gefährlich oder unheilig seien. Sie glaubten, Frauen müssten kontrolliert werden, zu ihrem eigenen Schutz.

Diese Frauen legten sich selbst dieselben Einschränkungen auf und gaben sie an ihre Kinder weiter, weil sie glaubten, es sei der einzige Weg zu Sicherheit, Akzeptanz oder Erlösung.

Das System war so tief in die menschliche Psyche eingedrungen, dass es nun von Generation zu Generation weitergetragen wurde.

Während sich all diese Ebenen vor meinen Augen entfalteten, wurde mir etwas sehr klar.

Dies ist kein Kampf zwischen Männern und Frauen.

Es ist ein Widerstand gegen eine uralte Kontrollstruktur, die die Menschheit von ihrer eigenen göttlichen Ganzheit getrennt hat. Sie hat uns vom weiblichen Prinzip der Schöpfung getrennt. Von der Erde selbst. Und von dem Gleichgewicht zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen, das im Herzen der Quelle existiert.

Fünf Tage lang setzten sich diese Träume fort und zeigten immer neue Facetten derselben Realität.

Gestern jedoch geschah etwas, das diese Erfahrung in die wache Welt brachte.

Während einer myofaszialen Behandlung, als die Therapeutin an meinem Körper arbeitete, erschien plötzlich eine Präsenz links neben der Behandlungsliege.

Sie war vollständig in Schwarz gekleidet. Von Kopf bis Fuß verschleiert. Das einzige, was sichtbar war, waren ihre Augen. In ihren Händen hielt sie eine einzelne rote Rose.

Die Trauer, die von ihr ausging, war überwältigend.

Es war nicht nur persönliche Trauer. Es fühlte sich an wie der Schmerz von Generationen von Frauen, die zum Schweigen gebracht, verborgen, kontrolliert oder ausgelöscht worden waren.

Die Schwere dieser Energie erfüllte den Raum so stark, dass auch die Therapeutin ihre Präsenz wahrnahm.

Ich begann zu weinen. Immer wieder.

Die Therapeutin fragte mich, ob ich mich von dieser Frau, von den Träumen und dem, was geschah, lösen wolle.

Ich antwortete nein.

Wir können nicht länger wegsehen. Stattdessen müssen wir fühlen. Erkennen. Und anerkennen.

Mein Ziel ist es, all das zu fühlen und es durch mich hindurchfließen zu lassen, damit es sich löst, statt im Körper festzustecken. In meinem Fall hatte sich diese Spannung besonders in meinen Beinen gespeichert.

Dann spürte ich eine weitere Präsenz auf meiner rechten Seite.

Als ich mich mit dieser Energie verband, wusste ich sofort, dass es sich um eine andere Ausdrucksform des Weiblichen handelte.

Während die verschleierte Frau den Schmerz der Unterdrückung trug, strahlte diese Präsenz eine tiefe Kraft uralter Weisheit und Souveränität aus.

Es war Sophia.

Die lebendige Intelligenz des göttlichen Weiblichen. Der Aspekt der Schöpfung, der sich an die Ganzheit erinnert. Der die Weisheit des Lebens selbst trägt. Und der niemals ausgelöscht werden kann, egal wie sehr er unterdrückt wurde.

In diesem Moment verstand ich, was sich durch die Träume hindurch gezeigt hatte.

Trauer und Weisheit existieren nebeneinander.

Das unterdrückte Weibliche und das souveräne Weibliche sind beide im Feld präsent.

Das eine trägt den Schmerz dessen, was geschehen ist. Das andere trägt die Erinnerung an das, was wir wirklich sind.

Plötzlich wurde klar, warum das Weibliche in der Geschichte so oft gefürchtet wurde.

Ein erwachtes Weibliches lässt sich nicht kontrollieren.

Wenn das weibliche Prinzip in der Menschheit vollständig lebendig wird, stellt es unsere Verbindung zur Erde wieder her. Zur Intuition. Zur Weisheit des Körpers. Zum Mitgefühl. Und zur heiligen Verbundenheit allen Lebens.

Es löst Systeme auf, die auf Dominanz, Trennung und Angst beruhen.

Es stellt das Gleichgewicht zum Männlichen wieder her, statt es zu bekämpfen.

Denn die Wahrheit ist: Auch das Männliche hat unter dieser Verzerrung gelitten.

Wenn das Weibliche unterdrückt wird, wird das Männliche in Rollen gezwungen, die Kontrolle, Härte und Trennung vom Herzen verlangen. Beide Prinzipien werden dadurch zu verletzten Spiegelbildern ihres wahren Wesens.

Wenn die Menschheit sich wieder mit dem Göttlichen verbinden will, kann sie Gott nicht nur als einen einzigen Ausdruck betrachten.

Die Quelle umfasst sowohl das Männliche als auch das Weibliche.

Die Schöpfung selbst entsteht aus ihrer Vereinigung.

Wird eines von beiden entfernt, gerät das gesamte System aus dem Gleichgewicht.

Was mir gezeigt wurde, ist, dass sich in den Ländern, in denen einst die ersten Zivilisationen entstanden, wieder etwas zu regen beginnt.

Die Frauen, die dort still und oft unbemerkt ihren Platz halten, bewusst oder intuitiv, sind Teil einer viel größeren Bewegung im planetaren Energiefeld.

Ihr Mut. Ihre Intuition. Ihre Verbindung zur Erde helfen dabei, das Gleichgewicht in einem der ältesten energetischen Zentren der Welt wiederherzustellen.

Die Schwingungen dieser Wiederherstellung werden sich nicht auf diese Region beschränken. Das planetare Netz ist miteinander verbunden.

Wenn dieses Tor sich wieder mit der wahren weiblichen Energie ausrichtet, wird seine Wirkung über die Leylinien hinaus in die ganze Welt strömen.

Sie wird Orte und Menschen erreichen, die diese Länder nie betreten haben.

Sie wird durch Träume wirken.
Durch Intuition.
Durch stille Momente des Erwachens in den Herzen der Menschen.

Und genau hier kommen wir alle ins Spiel.

Diese Bewegung zu unterstützen bedeutet nicht, sich politisch zu positionieren oder in menschliche Konflikte hineingezogen zu werden.

Die eigentliche Arbeit beginnt in unserem Inneren.

Jedes Mal, wenn wir die Beziehung zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen in uns selbst heilen, tragen wir dazu bei, das Gleichgewicht im kollektiven Feld wiederherzustellen.

Jedes Mal, wenn wir auf die Weisheit unseres Körpers hören, die Erde ehren und uns wieder mit der heiligen Intelligenz des Lebens verbinden, stärken wir den Strom, den diese Frauen bereits halten.

Wir können ihnen auch unsere Liebe und unser Bewusstsein senden.

Den Frauen, die im uralten Land der ersten Zivilisationen leben und trotz aller äußeren Umstände mit dem Geist verbunden bleiben.

Sie sollen wissen, dass sie nicht allein sind.

Wir hören ihren Ruf.

Und wir können unsere Liebe an alle senden.
An jeden Menschen.
An jedes Wesen.
Ohne Ausnahme.

Diese Praxis besitzt eine große Kraft und verstärkt sich mit jeder Wiederholung.

Möge das Licht der Sophia uns alle umgeben.

Möge Mut in unseren Herzen erwachen.

Möge das Energienetz unter unseren Füßen vollständig erwachen und wieder die wahre weibliche Kraft tragen, für die es einst geschaffen wurde.

Möge die Menschheit sich endlich erinnern, dass der Weg zurück zur Quelle bedeutet, die Ganzheit der Schöpfung zu umarmen.

Die heilige Vereinigung des Männlichen und des Weiblichen.

Lebendig in uns selbst.
Und lebendig in der Erde.

Mit viel Liebe für euch alle
Jenny ✨💎

Jenny Schiltz: https://www.facebook.com/jenny.schiltz

© Übersetzung Rosi