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Millionen Menschen ziehen sich zurück – und kaum jemand versteht wirklich, warum.
In diesem Video geht es um Reizüberflutung, Rückzug, fehlende Abgrenzung und das gesellschaftliche Phänomen der identitären Erschöpfung.
THE SELF SCRIPT – In 21 Tagen zurück zu dir
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Kerstin: Millionen verlieren das Interesse – gehörst du auch dazu? Es hat begonnen! Spürst du es auch?
Ich habe in Vorbereitung auf dieses Video die KI gefragt, ob sie mir ein richtig gutes Intro schreiben kann. Etwas, das sofort Aufmerksamkeit erzeugt, damit die Menschen dranbleiben. In einer Zeit, in der so viel gescrollt und konsumiert wird, scheint genau das entscheidend zu sein. Alles soll sofort greifen, sofort wirken, sofort fesseln.
Doch genau da beginnt schon das eigentliche Thema. Denn ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Der Vorschlag war, mit den Worten zu beginnen: Vielleicht fühlst du es auch. Und ich habe gemerkt, nein. Es ist kein Vielleicht. Du fühlst es.
Diese leise, aber tiefgehende Interessenslosigkeit gegenüber dem, was sich im Außen abspielt. Eine Müdigkeit, die nicht einfach nur Erschöpfung ist, sondern viel tiefer geht. Etwas, das die eigene Identität berührt. Eine Form von innerer Erschöpfung, die sich nicht mehr nur auf den Körper bezieht, sondern auf das ganze Sein.
Es ist ein kollektives Phänomen. Überall spürbar. Ich sehe es auch hier auf meinem Kanal, besonders bei Videos über Rückzug und Alleinsein. Viele Menschen fühlen sich darin wieder. Sie sagen, dass sie nicht mehr können, dass sie sich zurückziehen wollen. Doch das ist keine Gleichgültigkeit. Es ist nicht so, dass ihnen alles egal geworden ist.
Wir leben heute in einer völlig anderen Zeit als früher. In meiner Kindheit gab es eine Zeitung und vielleicht abends die Nachrichten. Das waren begrenzte Informationen, die zu uns kamen. Heute hingegen sind wir permanent verbunden. In Echtzeit. Rund um die Uhr.
Und dabei passiert etwas Merkwürdiges. Wir wissen oft nicht, was direkt neben uns geschieht, aber wir sind emotional involviert in das, was tausende Kilometer entfernt passiert. Wir sind verbunden mit allem und gleichzeitig oft abgeschnitten von dem, was uns unmittelbar umgibt.
Diese ständige Reizüberflutung wirkt nicht nur auf unseren Verstand. Sie geht tiefer. Sie trifft unser Nervensystem. Jede Information, jede emotionale Reaktion hinterlässt Spuren im Körper. Das System ist dauerhaft aktiviert. Und das erschöpft.
Viele Menschen spüren das und ziehen sich zurück. Sie sagen, sie wollen das alles nicht mehr. Doch gleichzeitig entsteht Druck von außen. Man soll doch informiert bleiben, teilhaben, mitreden. Und genau hier entsteht eine Verschiebung. Denn was bedeutet es eigentlich, am Leben teilzunehmen?
Vielleicht beginnt es viel näher. In der eigenen Umgebung. In der eigenen Familie. Dort, wo wir wirklich etwas bewirken können.
Die Erschöpfung, die viele fühlen, ist keine gewöhnliche Müdigkeit. Sie entsteht, wenn die Grenze zwischen innen und außen immer durchlässiger wird. Wenn wir nicht mehr klar spüren, was zu uns gehört und was nicht.
Oft sprechen wir dann von Abgrenzung. Doch vielleicht geht es gar nicht darum, sich aktiv abzugrenzen. Vielleicht geht es um etwas anderes. Um eine bewusste innere Führung. Um eine Verbindung zu sich selbst, die so stabil ist, dass das Außen nicht ständig eindringt.
Wenn diese Verbindung fehlt, versuchen wir ständig, etwas fernzuhalten. Und genau das kostet Kraft. Nicht das Außen erschöpft uns, sondern der permanente Versuch, damit umzugehen, ohne wirklich bei uns zu sein.
Rückzug allein ist keine Lösung. Denn wir sind soziale Wesen. Wir brauchen Begegnung. Nicht, um bewertet zu werden oder uns erklären zu müssen, sondern um uns selbst zu erkennen. Im Gegenüber begegnen wir immer auch uns selbst.
Die eigentliche Frage ist: Wer bin ich? Was gehört wirklich zu mir? Was habe ich übernommen, ohne es jemals wirklich gewählt zu haben?
Viele Menschen sind erschöpft, weil sie über Jahre oder Jahrzehnte Rollen gelebt haben, die nie wirklich ihre eigenen waren. Sie haben funktioniert, angepasst, ausgehalten. Sie haben Energie in ein Bild von sich investiert, das ihnen gar nicht entspricht.
Diese Form der Erschöpfung führt irgendwann zu dem Gefühl, nicht mehr zu können. Sich zurückziehen zu wollen. Alles hinter sich zu lassen.
Doch der Ausweg liegt nicht darin, alles zu vermeiden. Sondern darin, die Verbindung zu sich selbst wiederzufinden. Zu wissen, wo man steht. Was einen ausmacht. Und was nicht mehr passt.
Wenn diese innere Klarheit entsteht, verändert sich auch der Umgang mit dem Außen. Dann kann man wählen, wo man ist, wie man lebt, mit wem man sich umgibt. Dann wird Rückzug zu einer bewussten Entscheidung und nicht zu einer Flucht.
Die Welt wird nicht leiser werden. Die Reize werden nicht verschwinden. Aber die Art, wie wir ihnen begegnen, kann sich verändern.
Und vielleicht beginnt genau dort der Weg aus dieser tiefen Erschöpfung. Zurück zu sich selbst. Zurück zu einer inneren Stabilität, die nicht ständig im Außen gesucht werden muss.
Denn das Leben ist nicht dafür da, es einfach nur hinter sich zu bringen. Es will erlebt werden.