Über die Frauen, die ihre Wut nicht verloren haben … Alexa Szeli, Taste of Power, Nachtrag (per Newsletter)

Über die Frauen, die ihre Wut nicht verloren haben, sondern nicht mehr an sie herankommen.

Nachtrag zum Originalbeitrag auf meinem Blog: https://www.esistallesda.de/2026/03/23/es-gibt-allen-grund-wuetend-zu-sein-aber-was-wenn-die-wut-schweigt-taste-of-power-alexa-szeli/

Originalbeitrag von Alexa Szeli auf Taste of Power: https://www.taste-of-power.de/femal-rage-wut-schweigen-ohnmacht/

Siehe auch den Austausch im Kommentarbereich …


Alexa ergänzt den gestrigen Beitrag …

Laut nachgedachtEmpfangen per Newsletter

Gestern habe ich einen neuen Blogartikel für meine Website geschrieben:

Es gibt allen Grund, wütend zu sein. Aber was, wenn die Wut schweigt?

Heute, einen Tag später, war sie da.
Die Wut.

Für einen Moment war ich überrascht und dachte nur:
Ach, schau an.

Da stand sie plötzlich mit voller Präsenz im Raum. Und ich wusste sofort, worum es geht.
Sie berührte einen Punkt in mir, der inzwischen vier Jahre alt ist. Ein Thema, das seitdem eine innere Spannung in mir trägt.

Die Geschichte dahinter lasse ich bewusst im Hintergrund. Es reicht zu wissen:
Etwas in mir wusste ganz genau, dass eine Grenze klar überschritten wurde.
Von einem Mann, der mir sehr nah steht.

Eine andere Form von Verletzung.
Und wieder dieses Gefühl:
Ich nehme dir deine eigene Stimme.

Es war eine eigenartige Erfahrung.
Ich war wütend – und gleichzeitig dankbar, dass sich die Wut zeigte.

Ich sprach es aus.
Und bekam einen gut gemeinten Rat:

„Stell dich mal fest auf den Boden. Beruhige dich. Atme tief ein und aus.“

Ähm … nein.

Mein erster Gedanke war:
Spinnst du? Nein. Das mache ich nicht.

Ich sagte klar:
Nein, das werde ich jetzt nicht tun.

Ich werde die Wut nicht wieder zu einem Problem erklären.
Sie ist nicht falsch.
Sie zeigt mir, dass ich verletzt wurde.

Und ich werde jetzt ganz sicher nicht dafür sorgen,
dass sie möglichst schnell wieder verschwindet.

Für mich war klar:
Es wäre ein Fehler, diese Wut jetzt mit einer Beruhigungsübung zu überdecken.

Also blieb ich.

Ich blieb in dieser Energie.
Ich spürte in meinen Körper hinein.
Ich nahm wahr, wo sie sich zeigte.

In meiner Vorstellung stand ich im Wald und schrie laut.
Und obwohl dieser Schrei nicht real war, fühlte er sich befreiend an.

Dann löste sich etwas.
Tränen kamen.

Und ich wusste:
Sehr gut. Alles richtig gemacht.

Vielleicht gehörst du zu den Frauen, die glauben,
dass es in ihnen keine Wut gibt.

Dann lies gern meinen Artikel.
Vielleicht schenkt er dir ein Stück Klarheit.

Eine meiner Aussagen darin lautet sinngemäß:
Viele Frauen spüren ihre Wut kaum.

Ich glaube nicht, dass sie nicht da ist.
Ich glaube, wir haben gelernt – oder lernen müssen -,
dass Wut schadet. Oder nichts bringt.

Dass es sicherer ist, leise zu sein.
Unauffällig.
Nicht im Schussfeld zu stehen.

Viele Frauen tragen ihre Wut in sich,
so streng kontrolliert und so tief ins Unbewusste verschoben,
dass sie selbst kaum noch Zugang dazu haben.

Die Wut ist nicht verschwunden.
Sie ist nur weggeschlossen.

So fest, dass wir selbst kaum noch an sie herankommen.

Heute war sie bei mir da.
Kurz, klar und unübersehbar.

Und ich war – ehrlich gesagt – froh darüber.

Und trotzdem glaube ich:

Es ist vollkommen in Ordnung,
wenn sie sich bei dir gerade nicht zeigt.

Es ist in Ordnung, wenn es still in dir ist.
Es ist in Ordnung, wenn du müde bist.
Es ist in Ordnung, wenn du nur ahnst,
dass da etwas unter der Oberfläche liegt.

Du musst nichts erzwingen.
Du musst gerade gar nichts.

Es ist okay, wie es ist.

Ich mache mich weiter auf die Suche.
Nach der Glut unter der Asche.

Und wenn du magst,
gehst du ein Stück mit mir.

Hab einen behüteten Tag.
Alexa

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Newsletteranfrage: Alexa Szeli, Taste of Power, Bismarckstr. 27, 78549, Spaichingen – email: info@alexaszeli.de