Die Kunst des Erlaubens VII. Nicky Hamid … Über die Gegenwart/Gegenwärtigkeit des Mind/Verstandes

Über die Disziplinierung des „Affenverstandes“

Anmerkung zur Übersetzung:

Im englischen Original verwendet Nicky Hamid durchgehend den Begriff „Mind“. Dieser lässt sich im Deutschen nicht mit nur einem Wort vollständig wiedergeben. Je nach Zusammenhang meint er damit entweder den Verstand im Sinne des denkenden, analysierenden Geistes oder den höheren Geist, das Bewusstsein beziehungsweise die spirituelle Ebene des Seins. Um der jeweiligen Bedeutung im Kontext gerecht zu werden, habe ich „Mind“ jeweils unterschiedlich übersetzt.

Was brauchst du jetzt zu tun?

Einfach aufmerksam zu sein.

Deine Erfahrung entsteht aus dem, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest.

Doch wirklichen Frieden erfährst du erst, wenn du zum Beobachter wirst. Wenn du als Seelenwesen auf den dreidimensionalen Film des Lebens schaust. Als das ICH BIN, DAS ICH BIN, ohne überhaupt darüber nachdenken zu müssen, dass dies dein wahres Wesen ist.

Aufmerksamkeit ohne eine bestimmte Absicht. Eine offene, nicht fokussierte Aufmerksamkeit. Denn in dem Moment, in dem du deine Aufmerksamkeit auf etwas Bestimmtes richtest, tritt alles andere in den Hintergrund. Ist dir das schon einmal aufgefallen?

Das ist es, was wir als den höheren Geist/Spirit bezeichnen können. Einen Geist, der die Möglichkeit von allem in sich trägt und allem Raum gibt. Einen Geisteszustand, der noch keine Wahl getroffen hat und einfach gegenwärtig ist.

In Wahrheit ist dies reine Präsenz. Gegenwart des Geistes. Gegenwart der Seele. Du selbst.

Das wahre Du, das an nichts Besonderes gebunden ist, sondern allem, was ist, erlaubt, einfach da zu sein, ohne etwas Bestimmtes daraus machen zu müssen. Das Sein erinnert sich selbst als Quelle.

Deshalb lade ich dich ein, dir jeden Tag wenigstens etwas Zeit zu schenken, in der du einfach nur gegenwärtig bist, ohne deinen Fokus auf irgendetwas zu richten. Nichts tun. Einfach beobachten. Mit einer sanften, alles umfassenden Wahrnehmung. Ohne deine Aufmerksamkeit auf etwas Besonderes zu lenken. Einfach in dir selbst gegenwärtig sein, ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, gegenwärtig sein zu wollen. Denn das ist gar nicht möglich. Du kannst nicht beabsichtigen, das zu werden, was du bereits bist.

Mit der Übung wirst du eine Art inneres Lösen wahrnehmen. Die Grenzen zwischen Vorstellungen, Dingen und Bedeutungen werden weicher. Allmählich entsteht ein Gefühl von Verbundenheit und Offenheit gegenüber allem, was dir als deine Erfahrungswelt begegnet.

Deshalb ist die tägliche bewusste Hingabe an die Meditation, ganz gleich, welche Form für dich stimmig ist, ein so wertvoller Teil deines Weges. Sie schafft das energetische Fundament, auf dem sich die Spannung zwischen Sein und Anstrengung, zwischen Beobachten und Interpretieren, zwischen Zuhören und innerem Dialog, zwischen Handeln und Reagieren nach und nach auflöst.

Je mehr du den Beobachter kultivierst, der du in Wahrheit bereits bist, desto mehr treten Klarheit und Reinheit des Geistes hervor. Gedanken gewinnen an Schärfe und Klarheit. Und wenn du dich dann bewusst entscheidest, deine Aufmerksamkeit auf etwas zu richten, siehst du es klarer, reiner, einfacher und zugleich in seiner tiefen Verbundenheit mit allem anderen.

Deine Geschichten verlieren ihre Macht. Und alles, was dich bisher so leicht mitgerissen oder abgelenkt hat, verliert nach und nach seinen Einfluss.

Ich liebe dich von ganzem Herzen.


Nachtrag:

Siehst du, es ist so, als wärst du im niederen Geist stecken geblieben, im ständigen Denken. Ich nenne ihn den Affenverstand/den Teilchengeist.

Du hast zugestimmt, deine Wirklichkeit so wahrzunehmen, als bestünde sie aus einzelnen Teilchen, aus eingefrorenen Augenblicken, die wie auf einer Schnur zu einer zeitlichen Abfolge aufgereiht sind. Damit dies möglich wurde, musstest du diesen einzelnen Momenten Aufmerksamkeit schenken, als wären sie etwas Dauerhaftes. Doch das sind sie nicht.

Nun lernst du, ihnen nicht mehr mehr Aufmerksamkeit zu geben als einem vorüberziehenden Augenblick. Dadurch öffnet sich der Raum für unendlich viel mehr von dem, was dir zur Verfügung steht.

Eine offenere, weniger fokussierte Aufmerksamkeit ermöglicht es dir, in den Fluss des Lebens einzutreten und seine Wellen wahrzunehmen. Das, was scheinbar dort draußen geschieht, offenbart sich dabei als das Wissen dessen, was in Wahrheit hier drinnen ist.

Diese wachsende Qualität des Geistes kann nur gegenwärtig werden, wenn du das Bedürfnis loslässt, an einer bestimmten Wahl oder einer festgelegten Wahrheit festzuhalten, die vom kleinen denkenden Geist erschaffen wurde.

All dies entfaltet sich im Feld deiner göttlichen Liebe. Deshalb erscheint diese Erfahrung als die Einheit von Herz und Geist.

Ich weise lediglich auf all dies hin, damit du dich auf deine ganz eigene Weise weiter entfalten kannst.

Sei jetzt ganz hier.


Die Kunst des Erlaubens

PS: Die Kunst des Erlaubens ist eine Serie von Nicky … Teil VII wurde bereits am 2. März 2025 veröffentlicht – mit einem anderen Inhalt: https://www.esistallesda.de/2025/03/02/die-kunst-des-erlaubens-vii-nicky-hamid/

Hier sind weitere Teile: https://www.esistallesda.de/?s=nicky+hamid+die+kunst+des

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Grafik: „Beobachte einfach. Lausche. Spüre, was jetzt gegenwärtig ist. Denn das bist du.“

„Thou art that“ stammt aus einer alten spirituellen Tradition und bedeutet sinngemäß: „Du bist Das“ oder „Das bist du“.