Wie bleibst du in einer Situation präsent, in der ein geliebter Mensch in seinen Dramen gefangen ist?
Zwischen Anteilnahme und wahrem Mitgefühl liegt ein großer Unterschied. Wenn du diesen Unterschied erkennst, kann auch in dir selbst ein ganz neuer innerer Dialog entstehen.
Anteilnahme sagt:
„Du Arme, du Armer. Wie sehr du doch leidest. Wie schwer muss das für dich sein. Ich weiß genau, wie du dich fühlst. Es tut mir so leid für dich. Lass mich zu dir kommen und mit dir durch all diesen Schmerz gehen, damit du spürst, dass du mir wirklich wichtig bist.“
Mitgefühl hingegen sagt:
„Ich bin hier als der starke und liebende Mensch, der ICH BIN. Ich bin hier, um genau das zu verkörpern und dich diese tiefe Präsenz spüren zu lassen. Ich stehe an deiner Seite und reiche dir meine Hand. Ich zeige dir einen möglichen Weg.
Ich werde nicht versuchen, dich zu reparieren, denn du bist nicht zerbrochen.
Ich bin hier, um dich daran zu erinnern, dass der Weg aus deinem Leiden darin liegt, deine eigene Kraft wieder zu dir zu nehmen. Dass es möglich ist. Dass du es schaffen kannst.
Dass du liebenswert bist und ein wunderschöner Mensch.
Und dass deine eigene Präsenz deine Rettung ist.“
Spürst du den Unterschied?
Dies erfordert ein immer tieferes Vertrauen und Wissen um deine eigene Liebesfähigkeit. Um deine Präsenz. Um dieses tiefe Gefühl, in dir selbst zu Hause zu sein. Um dein eigenes Leuchten.
Und dieses Mitgefühl darf auch zu der Art werden, wie du allem in dir selbst begegnest.
Du bist der mitfühlende Mensch, der jedem Teil seines eigenen Wesens mit Verständnis begegnet. Allem, was du jemals getan hast. Allem, was dir widerfahren ist. Allem, was du als wirklich erlebt oder empfunden hast.
Präsenz lässt sich nicht erklären.
Und auch dein Leuchten lässt sich nicht erklären.
Du darfst es sein.
Und indem du es wirst, wird es fühlbar.
Es wird sichtbar.
Ich liebe dich so sehr.
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