Kurt Marti`* sagte einmal:
Glück-Wünsche
Dass du dir glückst.
Dass dir das Glück anderer glücke.
Dass durch dich
ein oder zwei Menschen
besser sich glücken.
Dass das Glück dich nicht blende
für das Unglück anderer.
Dass du dir glückst
auch im Unglück.
Dass eine Welt werde,
wo zusammen mit dir
viele sich glücken können.
Von mir / Rosi / Es Ist Alles Da weitergedacht:
Dass du Menschen findest,
die mit dir lachen,
wenn das Leben leicht ist,
und bei dir bleiben,
wenn es schwer wird.
Dass du den Mut behältst,
deinen eigenen Weg zu gehen,
und die Freiheit,
manchmal einen neuen zu wählen.
Dass du das Kleine nicht übersiehst:
ein gutes Wort,
eine ausgestreckte Hand,
einen stillen Augenblick,
der plötzlich kostbar wird.
Dass du geben kannst,
ohne dich zu verlieren,
und annehmen kannst,
ohne dich klein zu fühlen.
Dass du verzeihen kannst,
anderen und dir selbst,
und dass Vergangenes
dich weiser macht,
aber nicht gefangen hält.
Dass du Menschen glücklich machst,
nicht weil du musst,
sondern weil etwas von deinem Glück
auf sie übergeht.
Dass du immer wieder staunen kannst
über das Leben,
über die Liebe,
über Freundschaft
und über all das Gute,
das sich nicht planen lässt.
Und dass du eines Tages zurückblickst
und sagen kannst:
Es war nicht immer leicht.
Aber es war mein Leben.
Ich habe geliebt,
ich wurde geliebt,
und ich habe ein wenig und noch mehr Glück
in dieser Welt zurückgelassen.
Möge es dir gelingen, du selbst zu sein – und möge dein eigenes Glück zugleich Raum für das Glück anderer lassen.
*Kurt Marti war ein Schweizer Pfarrer, Theologe und Schriftsteller. Er wurde 1921 in Bern geboren und starb dort 2017 im Alter von 96 Jahren. Viele Jahre war er reformierter Pfarrer, unter anderem von 1961 bis 1983 an der Nydeggkirche in Bern.
Was ihn besonders macht: Er konnte große Lebensfragen in erstaunlich wenige, einfache Worte fassen. Er schrieb Gedichte, kurze Prosatexte, Essays und Predigten – sowohl auf Hochdeutsch als auch in Berner Mundart. Dabei ging es ihm oft um Liebe, Tod, Hoffnung, Glauben, Gerechtigkeit und darum, wie Menschen miteinander leben.
Er war dabei keineswegs nur ein stiller, frommer Dichter. Er war gesellschaftlich und politisch engagiert, wandte sich unter anderem gegen Atomwaffen und den Vietnamkrieg und scheute auch innerhalb von Kirche und Theologie unbequeme Positionen nicht.


