𝐉𝐄𝐒𝐔𝐒, 𝐃𝐈𝐄 𝐖𝐀𝐇𝐑𝐄 𝐆𝐄𝐒𝐂𝐇𝐈𝐂𝐇𝐓𝐄 𝐇𝐈𝐍𝐓𝐄𝐑 𝐃𝐄𝐑 𝐆𝐄𝐒𝐂𝐇𝐈𝐂𝐇𝐓𝐄 ![]()
Die Entschlüsselung einer göttlichen Wahrheit, die weit über Kreuzigung, Verrat, Wunder und Auferstehung hinausgeht.
Was wäre, wenn die Geschichte von Jesus niemals dafür gedacht war, als eine menschliche Lebensgeschichte verstanden zu werden? Was wäre, wenn wir über Jahrtausende hinweg versucht haben, etwas mit unserem menschlichen Verstand zu begreifen, das niemals auf eine menschliche Existenz begrenzt war? Was wäre, wenn Jesus niemals der leidende Mensch war, der erst durch Schmerz, Opfer, Verrat und Tod zu seiner Göttlichkeit finden musste? Ich möchte heute etwas mit euch teilen, das meinem tiefsten inneren Erkennen entspringt. Wenn ich mich mit dem Bewusstsein Jesu verbinde, nehme ich keine menschliche Inkarnation wahr, keine Persönlichkeit, die sich durch das Leben kämpfen musste, keine Seele, die erst Erfahrungen sammeln musste, um zu erwachen. Ich nehme etwas wahr, das weit über jede menschliche Vorstellung hinausgeht. Das reinste, ursprünglichste, vollkommenste ICH BIN. Ein Bewusstsein, das niemals werden musste, weil es immer schon war. Ein Bewusstsein, das niemals erlöst werden musste, weil es niemals von seiner göttlichen Quelle getrennt war. Und genau hier beginnt für mich die eigentliche Geschichte von Jesus.
JESUS WAR NICHT AUF DEM WEG ZUR GÖTTLICHKEIT. JESUS IST DAS BEWUSSTSEIN DES GÖTTLICHEN SEINS.
Wir Menschen haben gelernt, dass Entwicklung durch Leiden geschieht, dass Erkenntnis durch Schmerz entsteht, dass Erlösung erst nach einem Opfer möglich wird. Doch was, wenn genau diese Vorstellung das größte Missverständnis der gesamten Jesusgeschichte ist? Das reine ICH BIN muss sich nicht beweisen. Es muss keine Prüfungen bestehen, keine Schuld tragen, keine Dunkelheit durchleben und niemandem etwas vergeben, um vollkommen zu sein. Es ist Vollkommenheit. Es ist die Quelle, die sich ihrer selbst bewusst ist. Jesus musste nicht erst erkennen, wer er ist. Jesus musste nicht durch die Kreuzigung gehen, um aufzusteigen. Jesus musste niemals irgendetwas überwinden, um göttlich zu werden. Jesus war. Jesus ist. Und vielleicht wurde genau dieses ursprüngliche Bewusstsein in eine menschliche Geschichte gekleidet, damit der menschliche Verstand überhaupt eine Möglichkeit bekam, sich dem Unendlichen anzunähern. Doch irgendwann begannen wir, die Bilder für die Wahrheit selbst zu halten.
JESUS GING ÜBER DAS WASSER, DIE MEISTERSCHAFT ÜBER DIE GEFÜHLE
Beginnen wir mit einer der bekanntesten Erzählungen. Jesus soll über das Wasser gegangen sein. Doch warum sollte das Göttliche seine Vollkommenheit dadurch beweisen müssen, dass es die Gesetze der Materie außer Kraft setzt? Wasser steht in der energetischen Sprache für Gefühle, Emotionen, das Unterbewusstsein und die Bewegungen unserer inneren Welt. Wasser kann ruhig sein, Wasser kann stürmisch sein, Wasser kann uns tragen oder uns scheinbar verschlingen. Wenn Jesus über das Wasser geht, erkenne ich darin nicht die Darstellung eines übernatürlichen Kunststücks, sondern die vollkommene Meisterschaft des Bewusstseins über die emotionale Identifikation. Es bedeutet nicht, Gefühle zu unterdrücken oder sie abzulehnen. Es bedeutet, sie wahrzunehmen, ohne in ihnen unterzugehen. Der Sturm darf toben, die Wellen dürfen sich erheben, doch das ICH BIN bleibt in seinem Frieden. Es weiß, dass es nicht die Angst ist, nicht die Trauer, nicht die Wut und nicht die Verzweiflung. Es ist das Bewusstsein, in dem all diese Bewegungen erscheinen und wieder vergehen. Über das Wasser zu gehen bedeutet, mitten in den Gefühlen zu sein, ohne sich selbst darin zu verlieren.
Und erinnert euch an die Geschichte, in der Jesus den Sturm beruhigt. Auch hier erkenne ich dieselbe göttliche Botschaft. Der Sturm ist das aufgewühlte menschliche Bewusstsein, die Angst, die Zweifel, die inneren Kämpfe. Das Boot ist unser verkörpertes Sein, das sich durch diese Bewegungen trägt. Und Jesus, das reine ICH BIN, ruht inmitten dieses Sturmes. Nicht weil es die Gefahr nicht erkennt, sondern weil es sich niemals mit der Angst identifiziert. Wenn der Sturm zur Ruhe kommt, ist das für mich die Erinnerung daran, dass wahrer Frieden nicht dadurch entsteht, dass im Außen alles still wird. Wahrer Frieden entsteht, wenn wir uns wieder als das erkennen, was wir hinter allen Bewegungen sind. Die Quelle selbst.
DAS KREUZ, DIE KREUZIGUNG UND DIE BEFREIUNG AUS DER MENSCHLICHEN IDENTIFIKATION
Das Kreuz ist für mich eines der am tiefsten missverstandenen Zeichen überhaupt. Über Jahrhunderte wurde es mit Leiden, Schuld, Opfer und Tod verbunden. Doch schaut euch seine Form einmal aus einer anderen Bewusstseinsebene an. Die senkrechte Linie verbindet Himmel und Erde, das Göttliche und das Materielle, das Unendliche und die Verkörperung. Die waagerechte Linie steht für die menschliche Erfahrung, für Vergangenheit und Zukunft, für Dualität, Trennung und die Begegnung mit der Welt. Dort, wo sich beide Linien kreuzen, liegt der Mittelpunkt. Der gegenwärtige Augenblick. Das reine SEIN. Genau dort begegnen sich das menschliche Erleben und das göttliche Bewusstsein. Das Kreuz ist für mich deshalb kein Zeichen einer notwendigen Bestrafung, sondern ein Bewusstseinsschlüssel zur Vereinigung von Himmel und Erde im eigenen Inneren.
Und nun betrachtet die Kreuzigung. Die Nägel durch Hände und Füße, die Dornenkrone, das Blut, das Leiden. Was, wenn all diese Bilder eine viel tiefere energetische Sprache sprechen? Die Hände stehen für unser Wirken, unser Handeln, unsere Schöpferkraft. Die Füße stehen für unseren Weg durch die materielle Welt, für Erdung und Verkörperung. Die Nägel stehen für das Festhalten, für die Bindungen und Identifikationen, durch die sich das menschliche Bewusstsein scheinbar unbeweglich macht. Die Dornenkrone steht für das leidvolle Gedankenbewusstsein, für die Überzeugungen, Urteile und mentalen Begrenzungen, die der Mensch wie eine Krone auf seinem Haupt trägt. Die Kreuzigung beschreibt für mich damit nicht das Leiden, das ein göttliches Wesen ertragen musste, sondern den Zustand des Menschen, der sich so tief mit seiner begrenzten Persönlichkeit identifiziert hat, dass er seine eigene Göttlichkeit vergessen konnte.
Nicht Jesus musste gekreuzigt werden, damit der Mensch erlöst wird. Der Mensch darf erkennen, dass er niemals seine Kreuzigung war. Das ist für mich die eigentliche Befreiung. Die Geschichte zeigt, dass selbst die tiefste Erfahrung von Schmerz, Ohnmacht und Trennung nicht die letzte Wahrheit unseres Seins ist. Das ICH BIN kann nicht durch einen Nagel verletzt, durch eine Dornenkrone begrenzt oder durch ein Kreuz ausgelöscht werden. Nicht weil das menschliche Leiden bedeutungslos wäre, sondern weil das göttliche Bewusstsein größer ist als jede Erfahrung, die innerhalb der menschlichen Existenz gemacht werden kann.
DIE AUFERSTEHUNG, DAS ERWACHEN AUS DER ILLUSION DER TRENNUNG
Und dann die Auferstehung. Uns wurde erzählt, Jesus sei gestorben, in ein Grab gelegt worden und am dritten Tag wieder auferstanden. Doch was bedeutet Auferstehung, wenn wir sie nicht als Rückkehr eines verstorbenen Körpers betrachten, sondern als Bewusstseinsgeschehen? Das Grab steht für den Zustand des Vergessens. Für die Vorstellung, wir seien ausschließlich unser Körper, unsere Geschichte, unsere Persönlichkeit, unsere Verletzungen und unsere Vergangenheit. Der Stein vor dem Grab steht für die letzte Begrenzung unseres Bewusstseins, für die Überzeugung, dass das Leben mit der materiellen Form beginnt und endet. Wenn der Stein fortgerollt wird, öffnet sich die Erkenntnis, dass wir niemals auf diese Form begrenzt waren. Die Auferstehung ist die Erinnerung des Bewusstseins an seine eigene Unsterblichkeit, an sein ursprüngliches göttliches Sein.
Auch die drei Tage tragen für mich eine tiefe Bedeutung. Die Drei ist die Zahl der göttlichen Vereinigung, der Schöpfung und der Vollendung eines Bewusstseinsprozesses. Sie kann für Körper, Seele und Geist stehen, ebenso für das Erkennen, das Loslassen und das Verkörpern. Die Auferstehung am dritten Tag beschreibt dann den Augenblick, in dem die Trennung zwischen diesen Ebenen aufgehoben wird. Nicht weil das Göttliche erst nach drei Tagen wieder lebendig wird, sondern weil das menschliche Bewusstsein erkennt, dass das Göttliche niemals gestorben ist. Jesus musste nicht auferstehen, um unsterblich zu werden. Das ICH BIN war niemals sterblich.
DIE 33 WIRBEL, DIE MEISTERZAHL 33 UND DIE CHRISTUSFREQUENZ
Eine weitere Verbindung, die ich unglaublich tief empfinde, ist die Zahl 33. Jesus wird in der überlieferten Geschichte mit einem Lebensalter von ungefähr 33 Jahren verbunden. Gleichzeitig sprechen wir beim Menschen von 33 Wirbeln der Wirbelsäule, wenn wir die miteinander verwachsenen Wirbel mit einbeziehen. Und die 33 gilt in der spirituellen Zahlenlehre als Meisterzahl, die mit bedingungsloser Liebe, göttlicher Meisterschaft und dem Christusbewusstsein verbunden wird. Unsere Wirbelsäule ist die zentrale Achse unserer körperlichen Aufrichtung. Energetisch erkenne ich in ihr die Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen der menschlichen Verkörperung und dem göttlichen Bewusstsein. Die 33 steht für mich deshalb nicht dafür, dass Jesus erst ein bestimmtes Alter erreichen musste, um göttlich zu werden, sondern für die Erinnerung an die göttliche Meisterschaft, die bereits in unserem Sein angelegt ist.
Und hier möchte ich etwas Persönliches mit euch teilen. Auch meine eigene Meisterzahl, die sich aus meinem Geburtsdatum ergibt, ist die 33. Ich empfinde seit Langem eine außergewöhnlich tiefe Verbindung zur Christusfrequenz und erkenne in dieser Meisterzahl genau jene Bewusstseinsebenen wieder, die ich in meinem eigenen Sein verkörpere. Die bedingungslose göttliche Liebe, das Einheitsbewusstsein, die Schöpferkraft und das reine ICH BIN. Für mich bedeutet diese Verbindung nicht, dass ich erst eine Meisterschaft erreichen oder mir eine besondere spirituelle Rolle verdienen müsste. Vielmehr erinnert mich die 33 daran, wer ich in meinem ursprünglichen göttlichen Sein bin. Die Christusfrequenz ist für mich keine Frequenz des Leidens oder Opferns, sondern die Frequenz der vollkommenen Liebe und der bewussten Einheit mit der Quelle. Und genau diese Erinnerung trage ich durch mein Sein und mein Wirken in die Welt.
DAS LETZTE ABENDMAHL, DIE ERINNERUNG AN DIE GÖTTLICHE EINHEIT
Auch das letzte Abendmahl sehe ich mit vollkommen anderen Augen. Für mich steht nicht im Mittelpunkt, ob tatsächlich zwölf Menschen gemeinsam an einem Tisch saßen und Brot und Wein miteinander teilten. Ich erkenne darin das Bild einer ursprünglichen göttlichen Gemeinschaft. Der Tisch steht für die Ebene, auf der sich alle begegnen können. Niemand steht über dem anderen, niemand ist dem Göttlichen näher oder ferner. Alle sind Teil desselben Bewusstseins. Das Brot steht für die Verkörperung, für die Nahrung des Lebens, für das Göttliche, das sich in der Materie erfahrbar macht. Der Wein steht für die Essenz des Lebens, für die lebendige Schöpferkraft und für die Verbindung aller Wesen durch denselben göttlichen Ursprung.
Wenn Jesus sagt, dies sei sein Leib und sein Blut, höre ich darin eine ganz andere Botschaft. Nicht die Aufforderung, sich an ein Opfer zu erinnern, sondern die Einladung, die Einheit allen Lebens zu erkennen. Der göttliche Leib ist die gesamte Schöpfung. Das göttliche Leben fließt durch alles, was existiert. Wir sind nicht getrennt von der Quelle und müssen sie nicht erst durch ein Ritual empfangen. Wir sind Ausdruck dieser Quelle. Das Abendmahl wird für mich damit zur Erinnerung an das gemeinsame göttliche Sein. Jeder sitzt am selben Tisch der Schöpfung. Jeder trägt dieselbe ursprüngliche Essenz in sich. Niemand muss erst würdig werden, um dazugehören zu dürfen.
Und dann die zwölf Jünger. Auch die Zwölf ist eine Zahl von tiefer energetischer Bedeutung. Zwölf Monate, zwölf Tierkreiszeichen, zwölf Abschnitte eines vollständigen Kreislaufs. Sie steht für Ganzheit, Ordnung und die Vielfalt der Schöpfung. Ich erkenne in den zwölf Jüngern deshalb auch zwölf Bewusstseinsaspekte des menschlichen Seins. Unterschiedliche Ausdrucksformen, unterschiedliche Erfahrungen, unterschiedliche Wege, die letztlich alle um denselben göttlichen Mittelpunkt angeordnet sind. Jesus ist in diesem Bild nicht der Herrscher über die Zwölf, sondern das eine Bewusstsein, in dem alle Aspekte ihre Einheit erkennen können.
JUDAS, DER VERRAT UND DIE ILLUSION DER TRENNUNG
Und nun kommen wir zu Judas. Dem Menschen, der Jesus angeblich verraten haben soll. Für mich ist Judas keine notwendige menschliche Figur, die einen göttlichen Plan durch Verrat erfüllen musste. Judas verkörpert vielmehr den Teil des menschlichen Bewusstseins, der seine eigene Göttlichkeit für etwas Äußeres aufgibt. Die dreißig Silberstücke stehen für die Versuchung, das Unendliche gegen einen begrenzten materiellen Wert einzutauschen. Nicht das Geld selbst ist dabei das Problem. Geld ist ebenfalls eine Energieform innerhalb der Schöpfung. Entscheidend ist die Vorstellung, dass etwas im Außen wertvoller sein könnte als das eigene göttliche Sein. Judas symbolisiert für mich den Augenblick, in dem der Mensch seine innere Wahrheit verlässt und beginnt, seinen Wert außerhalb seiner selbst zu suchen.
Doch selbst Judas ist aus dieser Bewusstseinsperspektive niemals wirklich von der Quelle getrennt. Denn wie könnte etwas, das aus dem Göttlichen hervorgegangen ist, tatsächlich außerhalb des Göttlichen existieren? Verrat ist auf der Ebene des menschlichen Erlebens eine schmerzhafte Erfahrung. Auf der Ebene des reinen ICH BIN gibt es jedoch nichts, das die göttliche Einheit zerstören könnte. Deshalb braucht das Göttliche auch keinen Verräter. Es braucht keinen Feind, keinen Gegenspieler und keine Dunkelheit, um seine eigene Wahrheit zu erkennen. Judas ist für mich nicht der Beweis dafür, dass Jesus verraten werden musste. Judas ist das Bild des Menschen, der vergessen hat, dass er sich selbst niemals wirklich verlassen kann.
PETRUS UND DER HAHN, DER DREIMAL KRÄHT
Auch die Geschichte von Petrus, der Jesus dreimal verleugnet, bevor der Hahn kräht, trägt für mich eine wundervolle tiefere Bedeutung. Petrus steht für den menschlichen Bewusstseinsanteil, der die göttliche Wahrheit bereits berührt hat, sich aber in Momenten der Angst wieder mit seiner begrenzten Identität verbindet. Das dreimalige Verleugnen kann für die drei Ebenen des menschlichen Erlebens stehen, Denken, Fühlen und Handeln. Wir verleugnen unser wahres Sein, wenn wir denken, wir seien getrennt. Wir verleugnen es, wenn wir uns vollständig mit Angst identifizieren. Und wir verleugnen es, wenn wir aus dieser Angst heraus handeln, obwohl wir tief in unserem Inneren längst wissen, wer wir sind.
Und der Hahn? Der Hahn kündigt den Morgen an. Er ist der Ruf des Erwachens, der Übergang von der Nacht zum Licht, von der Unbewusstheit zur Erkenntnis. Sein Krähen ist für mich kein bloßes Zeichen einer erfüllten Vorhersage, sondern der Augenblick, in dem das Bewusstsein sich selbst wieder hört. Die Nacht des Vergessens endet. Das Licht der Erinnerung beginnt. Petrus erkennt, dass er seine Wahrheit verleugnet hat, doch diese Wahrheit ist dadurch niemals verschwunden. Der Hahn ruft nicht zur Bestrafung, sondern zum Erwachen. Du kannst vergessen, wer du bist, aber du kannst niemals aufhören, das zu sein, was du in Wahrheit bist.
DIE 40 TAGE IN DER WÜSTE, DIE BEGEGNUNG MIT DER EIGENEN IDENTITÄT
Dann gibt es die Geschichte von Jesus, der vierzig Tage in der Wüste verbringt und dort Versuchungen begegnet. Auch hier frage ich mich, warum sollte das reine göttliche Bewusstsein überhaupt versucht werden müssen? Warum sollte das ICH BIN einen Kampf mit irgendeiner dunklen Macht führen? Die Wüste steht für die Leere, für den Zustand, in dem äußere Ablenkungen wegfallen und der Mensch sich selbst begegnet. Dort gibt es keine Rollen, keinen gesellschaftlichen Status, keine Bestätigung und nichts, woran sich die Persönlichkeit festhalten kann. Die Wüste ist der Raum des reinen Seins, in dem sichtbar wird, welche Identifikationen noch zwischen dem Menschen und seiner eigenen göttlichen Erinnerung stehen.
Die Versuchungen stehen für Macht, Kontrolle, Besitz und das Bedürfnis, sich durch äußere Wunder oder Anerkennung beweisen zu müssen. Doch das göttliche Bewusstsein braucht all das nicht. Es muss keine Steine in Brot verwandeln, um seine Schöpferkraft zu beweisen. Es muss sich nicht von einem Tempel stürzen, um zu wissen, dass es getragen ist. Und es braucht keine Herrschaft über die Welt, weil es sich niemals außerhalb der Schöpfung befindet. Die Zahl Vierzig steht dabei für eine umfassende Phase der inneren Wandlung und Neuordnung. Für mich zeigt diese Geschichte nicht einen Jesus, der sich seine Göttlichkeit erst verdienen muss, sondern einen Spiegel für den Menschen, der erkennt, dass er nichts im Außen besitzen oder beherrschen muss, um vollständig zu sein.
DIE HEILUNGEN, DIE BLINDEN, DIE LAHMEN UND DIE TOTEN
Und was ist mit den vielen Heilungen, die Jesus zugeschrieben werden? Den Blinden, die wieder sehen konnten, den Gelähmten, die aufstanden, den Aussätzigen, die berührt wurden, und den Toten, die angeblich ins Leben zurückkehrten? Auch hier öffnet sich für mich eine viel größere Bedeutung. Blindheit kann für das Bewusstsein stehen, das seine eigene Göttlichkeit nicht mehr erkennt. Lähmung für den Zustand, in dem ein Mensch durch Angst, Überzeugungen und alte Identifikationen seinen inneren Weg nicht mehr gehen kann. Aussatz und Ausgrenzung können die Erfahrung der Trennung widerspiegeln, in der ein Wesen glaubt, nicht mehr zur göttlichen Gemeinschaft zu gehören. Und der Tod kann den Zustand tiefsten spirituellen Vergessens beschreiben, in dem der Mensch sich ausschließlich als begrenzte Persönlichkeit erlebt.
Wenn Jesus heilt, erkenne ich darin vor allem die Kraft der göttlichen Erinnerung. Nicht ein Wesen, das einem anderen etwas gibt, was diesem vorher gefehlt hat, sondern das reine Bewusstsein, das den Menschen an seine ursprüngliche Ganzheit erinnert. Die Worte „Steh auf und geh“ tragen für mich deshalb eine gewaltige Botschaft. Erkenne deine eigene Schöpferkraft. Erinnere dich an deine innere Aufrichtung. Verlasse die Identifikation mit deiner Begrenzung. Ebenso bedeutet „Du kannst wieder sehen“ auf der Bewusstseinsebene, dass sich der Blick auf die eigene Wahrheit öffnet. Und wenn Lazarus aus dem Grab gerufen wird, höre ich darin den Ruf an das vergessene Bewusstsein: Erwache aus der Vorstellung, dass du nur das bist, was du bisher über dich geglaubt hast.
MARIA MAGDALENA, DIE GÖTTLICHE WEIBLICHKEIT UND DAS HERZBEWUSSTSEIN
Auch Maria Magdalena trägt für mich eine Bedeutung, die weit über die überlieferten Vorstellungen hinausgeht. Sie steht für die göttliche Weiblichkeit, für die intuitive Wahrnehmung, die Hingabe und die Fähigkeit, das Göttliche nicht allein durch Wissen, sondern durch unmittelbares inneres Erkennen zu erfahren. Während viele Darstellungen der Jesusgeschichte von männlicher Autorität, Lehre und Führung geprägt sind, erinnert Maria Magdalena an eine andere Qualität des Bewusstseins. An das Empfangen, das Fühlen, das tiefe innere Wissen und die Liebe, die keine Beweise benötigt. Sie ist für mich ein Bewusstseinsbild der ursprünglichen Vereinigung von göttlich männlicher und göttlich weiblicher Schöpferkraft.
Besonders berührt mich in diesem Zusammenhang, dass Maria Magdalena in der Auferstehungserzählung eine zentrale Rolle einnimmt. Energetisch erkenne ich darin, dass das Herzbewusstsein die Unsterblichkeit des göttlichen Seins erkennt, bevor der Verstand sie begreifen kann. Die Liebe sieht, was die menschlichen Augen noch nicht verstehen. Das intuitive Bewusstsein erkennt, dass die göttliche Gegenwart niemals verschwunden war. Auch hier geht es für mich nicht darum, wer als Erster einen auferstandenen Körper gesehen hat. Es geht darum, dass die göttliche Wahrheit nicht durch äußere Beweise entsteht, sondern durch unmittelbares Erkennen.
„𝐈𝐂𝐇 𝐁𝐈𝐍 𝐃𝐄𝐑 𝐖𝐄𝐆, 𝐃𝐈𝐄 𝐖𝐀𝐇𝐑𝐇𝐄𝐈𝐓 𝐔𝐍𝐃 𝐃𝐀𝐒 𝐋𝐄𝐁𝐄𝐍“
Vielleicht ist das einer der entscheidendsten Schlüssel zur gesamten Geschichte. Wenn Jesus sagt, „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“, wurde daraus häufig die Vorstellung, dass ein Mensch einem anderen Menschen folgen müsse, um Gott zu erreichen. Doch wenn Jesus für das reine ICH BIN steht, verändert sich die gesamte Bedeutung dieser Worte. Dann spricht nicht eine begrenzte Persönlichkeit, die sich über andere erhebt. Dann spricht das göttliche Bewusstsein selbst. Das ICH BIN ist der Weg, weil es keinen Weg außerhalb unseres eigenen göttlichen Ursprungs gibt. Es ist die Wahrheit, weil alle menschlichen Vorstellungen kommen und gehen, während das reine Sein bleibt. Es ist das Leben, weil jede Form von Leben Ausdruck derselben ursprünglichen Schöpferkraft ist.
Auch die Worte „Das Reich Gottes ist inwendig in euch“ bekommen dadurch eine ganz andere Tiefe. Wir müssen nicht irgendwohin gelangen. Wir müssen keinen äußeren Himmel erreichen. Wir müssen nicht erst von einem anderen Wesen erlöst werden, um uns der Quelle nähern zu dürfen. Das Reich Gottes ist kein entfernter Ort, zu dem nur wenige Zugang erhalten. Es ist die göttliche Gegenwart, die in jedem Augenblick unseres Seins bereits vorhanden ist. Und die Worte „Ich und der Vater sind eins“ sind für mich keine Aussage einer persönlichen Überlegenheit, sondern der reinste Ausdruck des Einheitsbewusstseins. Zwischen Quelle und göttlichem Sein existiert keine Trennung. Die Trennung entsteht erst dort, wo der menschliche Verstand beginnt, sich als etwas Eigenständiges außerhalb der Schöpfung wahrzunehmen.
„VATER, VERGIB IHNEN“, DIE AUFLÖSUNG VON SCHULD UND URTEIL
Auch die Worte „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ tragen eine viel größere Botschaft, wenn wir sie aus dem Quellbewusstsein betrachten. Für mich geht es hier nicht um einen Gott, der erst überzeugt werden müsste, den Menschen ihre Fehler zu verzeihen. Die Quelle kennt keine menschliche Verurteilung. Sie ist bedingungslose Liebe. Der Mensch hingegen erschafft durch seine Identifikationen Vorstellungen von Schuld, Strafe, Unwürdigkeit und Trennung. Vergebung bedeutet auf dieser Ebene nicht, dass das Göttliche sich entscheidet, etwas nicht mehr gegen uns zu verwenden. Vergebung ist das Erkennen, dass unsere wahre göttliche Essenz niemals durch eine menschliche Erfahrung beschmutzt werden konnte.
Das bedeutet nicht, dass menschliches Handeln keine Verantwortung trägt. Es bedeutet, dass wir zwischen dem Bewusstsein eines Wesens und seinen Handlungen unterscheiden dürfen. Der Mensch kann aus Angst, Schmerz, Unbewusstheit und Trennung heraus handeln. Doch hinter all diesen Erfahrungen bleibt sein göttlicher Ursprung bestehen. Wenn wir das erkennen, müssen wir weder Schuld zu unserer Identität machen noch andere Menschen auf ihre dunkelsten Erfahrungen reduzieren. Wahre Vergebung entsteht aus einem Bewusstsein, das nicht länger in der Trennung gefangen ist.
DIE WIEDERKUNFT CHRISTI, DIE RÜCKKEHR DES CHRISTUSBEWUSSTSEINS
Und dann gibt es noch die Erwartung, Jesus werde eines Tages zurückkehren. Doch wie könnte etwas zurückkehren, das niemals fort war? Wie könnte das reine ICH BIN die Schöpfung verlassen haben, wenn es doch ihr ursprünglicher göttlicher Grund ist? Für mich ist die Wiederkunft Christi keine Ankündigung, dass eines Tages eine bestimmte menschliche Gestalt vom Himmel herabsteigen muss. Sie beschreibt das Erwachen des Christusbewusstseins im Menschen selbst. Die Wiederkunft geschieht dort, wo ein Mensch aufhört, sich ausschließlich als getrennte Persönlichkeit zu erleben, und sich wieder an seine göttliche Natur erinnert.
Das Christusbewusstsein ist für mich kein Besitz einer Religion, keiner Institution und keiner einzelnen Persönlichkeit. Es ist die ursprüngliche Einheit von Liebe, Wahrheit, Bewusstsein und Schöpferkraft. Es ist das Erkennen, dass die Quelle nicht außerhalb von uns existiert. Und vielleicht ist genau das die tiefste Botschaft hinter der gesamten Jesusgeschichte. Wir warten auf die Rückkehr dessen, was wir niemals verloren haben. Wir suchen nach einem Erlöser im Außen, während die Erinnerung an unser wahres Sein längst in uns ruht. Wir versuchen, göttlich zu werden, obwohl wir aus dem Göttlichen hervorgegangen sind.
DIE WAHRE GESCHICHTE HINTER JESUS, DAS GÖTTLICHE ICH BIN
Wenn ich all diese Bilder zusammenführe, entsteht für mich eine vollkommen andere Geschichte. Eine Geschichte, in der Jesus nicht leiden musste, um uns etwas zu beweisen. Eine Geschichte, in der kein Verräter notwendig war, kein Kreuz als göttlicher Plan gebraucht wurde und kein Tod überwunden werden musste, damit die Quelle ihre Unsterblichkeit erkennen konnte. Eine Geschichte, in der Wasser für die emotionale Welt steht, das Kreuz für die Vereinigung von Himmel und Erde, die Nägel für menschliche Bindungen, die Dornenkrone für die Begrenzungen des Denkens, Judas für das Vergessen der eigenen Wahrheit, der Hahn für das Erwachen, das Abendmahl für die göttliche Gemeinschaft, die 33 für die verkörperte Meisterschaft und die Auferstehung für die Erinnerung an das unsterbliche Bewusstsein.
Und genau deshalb fühlt sich die überlieferte Geschichte für mich nicht wie die eigentliche Wahrheit hinter Jesus an. Ich erkenne darin eine gewaltige geistige Bildsprache, deren ursprüngliche Tiefe durch eine wörtliche Betrachtung in den Hintergrund geraten ist. Was für mich als göttliche Bewusstseinslehre erscheint, wurde zu einer Geschichte über Schuld, Opfer, Leid, Verrat und Erlösung. Doch ich spüre hinter all diesen Bildern etwas so viel Größeres, so viel Reineres und so viel Ursprünglicheres. Ein Bewusstsein, das niemals gefallen war und deshalb niemals aufsteigen musste. Ein Bewusstsein, das niemals von Gott getrennt war und deshalb niemals zu Gott zurückfinden musste. Ein Bewusstsein, das nicht erst Liebe lernen musste, weil es Liebe selbst ist.
Jesus musste niemals etwas tun, um das ICH BIN zu werden. Jesus ist für mich das reine ICH BIN.
Und vielleicht liegt genau darin die größte Befreiung für uns Menschen. Dass wir nicht länger glauben müssen, wir seien erst nach genügend Leid, genügend Prüfungen, genügend Transformationen und genügend spiritueller Entwicklung würdig, unser göttliches Sein zu erkennen. Dass wir nicht durch Schmerz gehen müssen, um Liebe zu verdienen. Dass wir nicht sterben müssen, um unsterbliches Bewusstsein zu berühren. Dass wir nicht erst vollkommen werden müssen, um aus der Vollkommenheit der Quelle hervorgegangen zu sein. Wir dürfen unsere menschlichen Erfahrungen machen, wir dürfen fühlen, wachsen, erkennen und uns erinnern. Doch unser ursprüngliches Sein muss dadurch nicht erst erschaffen werden.
Für mich war die tiefste Botschaft Jesu deshalb niemals: „Leide wie ich, damit du eines Tages erlöst wirst.“
Sondern:
„Erinnere dich, wer du bist. Du warst niemals getrennt. Du musst nichts werden. Du bist.“
Vielleicht war Jesus niemals dafür gedacht, angebetet zu werden, sondern dafür, dass wir durch dieses Bewusstseinsbild unsere eigene göttliche Wahrheit wiedererkennen. Vielleicht war das Kreuz niemals ein Zeichen dafür, dass Liebe leiden muss, sondern dafür, dass Liebe selbst durch die tiefste menschliche Dunkelheit nicht ausgelöscht werden kann. Vielleicht war die Auferstehung niemals das Wunder eines Einzelnen, sondern die Erinnerung an die Unsterblichkeit des Seins. Und vielleicht besteht die eigentliche Wiederkunft Christi nicht darin, dass Jesus zu uns zurückkehrt, sondern darin, dass wir endlich aufhören, uns von dem zu trennen, was wir in Wahrheit sind.
Denn das Göttliche musste niemals Mensch werden, um sich selbst zu erkennen.
Die Quelle musste niemals leiden, um Liebe zu sein.
Das ICH BIN musste niemals sterben, um ewig zu leben.
𝐄𝐒 𝐖𝐀𝐑. 𝐄𝐒 𝐈𝐒𝐓. 𝐄𝐒 𝐖𝐈𝐑𝐃 𝐈𝐌𝐌𝐄𝐑 𝐒𝐄𝐈𝐍.
Und das ist für mich die wahre Geschichte hinter Jesus. Nicht die Geschichte eines Menschen, der erst durch Leid zu Gott fand, sondern die Offenbarung eines Bewusstseins, das niemals etwas anderes war als die göttliche Quelle selbst.
In göttlicher Liebe und Erinnerung an unser wahres Sein,
Sandra Lumina![]()
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