Die ĂĽber.forderte Ich-Kraft. Sandra Lumina

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Es gibt einen stillen Zustand in uns, den viele tragen, ohne ihn benennen zu können. Es ist die überforderte Ich-Kraft. Sie entsteht nicht plötzlich, sie wächst langsam, aus zu viel Müssen, zu wenig Sein, zu vielen Erwartungen und zu wenig innerem Raum.

Die Ich-Kraft ist die Kraft, mit der wir im Leben stehen. Sie wohnt im Solarplexus, in unserem Bauchraum, in unserer inneren Sonne. Sie ist der Ort, an dem wir fühlen: Ich darf. Ich kann. Ich bin. Wenn diese Kraft gesund ist, fühlen wir Klarheit, Mut, Lebendigkeit und eine ruhige innere Stabilität. Wir wissen, wer wir sind, ohne es beweisen zu müssen.

Ist die Ich-Kraft jedoch überfordert, fühlt sich das Leben nicht mehr wie ein Fließen an, sondern wie ein ständiges Tragen. Der Mensch fühlt sich innerlich müde, auch wenn er äußerlich funktioniert. Entscheidungen fallen schwer. Schuld, Scham oder Selbstzweifel liegen wie ein leiser Schleier über dem Alltag. Oft entsteht das Gefühl, es niemandem recht machen zu können, nicht einmal sich selbst.

Eine überforderte Ich-Kraft fühlt sich an wie ein inneres Zusammenziehen. Der Atem wird flacher. Die Freude leiser. Der eigene Wert wird nicht mehr empfunden, sondern erarbeitet. Viele spüren dann eine tiefe innere Unruhe oder eine innere Leere. Manche kompensieren sie durch Leistung, Rückzug, Kontrolle, Sucht, Anpassung oder ständiges Kämpfen.

Der Körper spricht leise mit, oft über Spannung im Schulterbereich, über Druck im Oberbauch, über Erschöpfung, über das Gefühl, ständig etwas tragen zu müssen, was eigentlich zu schwer geworden ist.

Energetisch zeigt sich hier ein Mensch, der zu lange gegen sich selbst gelebt hat. Der zu oft ja gesagt hat, obwohl sein Inneres nein geflüstert hat. Der seine eigene Kraft verschenkt hat, um zu überleben, um dazuzugehören, um geliebt zu werden.

Doch die ĂĽberforderte Ich-Kraft ist kein Versagen. Sie ist ein Ruf. Ein Ruf der Seele nach Entlastung, nach Wahrheit, nach RĂĽckverbindung mit dem eigenen inneren Wert. Sie ruft nicht nach mehr Leistung, sie ruft nach RĂĽckkehr.

Heilung beginnt dort, wo der Mensch nicht mehr kämpft, sich zu rechtfertigen, sondern still beginnt, sich wieder zu fühlen. Wo er sich erlaubt, müde zu sein. Wo er anerkennt, dass er getragen werden darf, statt nur selbst zu tragen.

Die Ich-Kraft regeneriert sich nicht durch Druck, sondern durch Sicherheit. Durch ehrliche Gefühle. Durch liebevolle Grenzen. Durch das Erlauben von Schwäche, das in Wahrheit der Anfang von neuer Stärke ist.

Und irgendwann, ganz leise, beginnt die innere Sonne wieder zu scheinen. Nicht grell, nicht kämpfend, sondern warm, ruhig und wahrhaftig.

Denn die wahre Ich-Kraft muss nicht beweisen, dass sie stark ist.

Sie erinnert sich einfach daran, dass sie wertvoll ist.

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Deine Sandra Lumina Maya’Laya 💫💛✨

Sandra Lumina