Unterscheidungsvermögen IV – Beziehungen. Nicky Hamid

Wir alle haben im Laufe unseres Lebens Entscheidungen in Beziehungen getroffen, die im Rückblick wie „falsch“ erscheinen mögen. Es wirkt manchmal so, als hätten wir uns unnötig schwierigen Erfahrungen ausgesetzt. Und oft scheint es, als hätte uns dabei das Unterscheidungsvermögen gefehlt.

Doch wenn du genauer hinschaust, erkennst du:
Es war nicht ein Mangel an Unterscheidungsvermögen.
Die Zeichen waren immer da.
Es war vielmehr die fehlende Bereitschaft, den eigenen inneren Signalen zu vertrauen.

Immer wieder hast du Erfahrungen gemacht, die deiner inneren Wahrheit widersprochen haben.
So oft warst du bereit, aus einem vermeintlich liebevollen Impuls heraus, deine Zweifel beiseitezuschieben.

Du hast Signale vom anderen erhalten – doch du hast gedacht, er oder sie könnte sich verändern.
Du hast gehofft, das Beste zu sehen.
Du wolltest das Gute im anderen erkennen.
Oder du hast etwas gebraucht und bist deshalb weitergegangen, obwohl deine innere Stimme dich gewarnt hat.

Das bedeutet: Du warst nicht bereit, Menschen so zu sehen, wie sie im jeweiligen Moment wirklich sind – weil eigene Bedürfnisse, Ängste oder unbewusste Erwartungen im Spiel waren.

Hinzu kommt, dass das menschliche Miteinander oft von Unruhe und Veränderung geprägt ist.
Was heute noch klar erscheint, kann sich schnell wandeln.
Und so versuchen viele, ihr Herz zu schützen, indem sie es jederzeit bereit halten, sich zu verschließen – oft aus einer tief verwurzelten Angst vor Verlassenwerden.

Doch Unterscheidungsvermögen bedeutet nicht, zu urteilen.
Es bedeutet nicht, Angst zu haben oder sich abzuschotten.

Unterscheidungsvermögen bedeutet, bereit zu sein, andere so zu sehen, wie sie jetzt gerade sind –
weil du übst, dir selbst mit derselben Ehrlichkeit zu begegnen.
Ohne viele gedankliche Geschichten über sie.

Allein das ist ein kraftvoller Schutz.

Denn am verletzlichsten bist du genau dann, wenn du andere so siehst, wie du sie dir wünschst, wie du sie brauchst oder wie du hoffst, dass sie sind.

Wenn du dir erlaubst, Menschen so wahrzunehmen, wie sie wirklich sind, triffst du klarere Entscheidungen – darüber, wie du dich einlässt und wo du dich zurücknimmst.

Triff mit dir selbst die Vereinbarung, anderen zu erlauben, dir zu zeigen, wer und wo sie gerade stehen – und lass dich davon in deinen Beziehungen leiten.
Und sei dir bewusst: Das kann sich von Begegnung zu Begegnung verändern.

Beziehung ist eine Kunst – und jetzt ist die Zeit, sie bewusst zu üben.

Indem wir unsere Kraft zurückholen und sie in die Liebe zu uns selbst lenken, beginnt die Angst vor Verlassenwerden zu heilen.
Wir werden freier, offener – und können Menschen klarer sehen, so wie sie sind, nicht so, wie wir sie gerne hätten.

Und dadurch entstehen Beziehungen, die harmonischer sind, stimmiger, näher an unserer eigenen Wahrheit.

Dann sind wir bereit, Menschen zu begegnen, die wirklich mit uns gehen können – Schritt für Schritt.

Und wir treffen jene, die uns entsprechen – Ebene für Ebene, Schwingung für Schwingung.

Denn wir wissen nun, wo wir selbst stehen.

Strahle weiter.

Ich liebe dich sehr.


PS:
Eine einfache Affirmation, die dich begleiten kann:

Ich lasse alle unausgeglichenen Beziehungen los –

besonders jene im Bereich meines Wirkens und meines Herzens.

Denn mein Herz ist heilig und geborgen im lebendigen Licht der Quelle.

Und niemand tritt in mein Leben, ohne meiner eigenen Schwingung zu entsprechen

– so hoch, wie ich sie im anderen erkennen kann.

Und so ist es. 🌿

Teil 1: https://www.esistallesda.de/2026/05/04/unterscheidungsvermoegen-die-stille-weisheit-des-herzens-nicky-hamid/

Teil 2: https://www.esistallesda.de/2026/05/04/unterscheidungsvermoegen-ii-ueber-selbstzweifel-nicky-hamid/

Teil 3: https://www.esistallesda.de/2026/05/05/unterscheidungsvermoegen-iii-sich-verlieben-nicky-hamid/

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