Pamela Kribbe, Die Erde: „Die Brücke“

Liebe Menschen,

ich grüße euch alle. Es ist ein schöner Tag, an dem ihr eure Geschichten miteinander geteilt und euch so ein wenig erleichtert, einen Teil des Gepäcks losgelassen habt, das ihr aus der Vergangenheit noch mit euch schleppt*. Es zeugt von Mut und Hoffnung und Optimismus, euch anderen, die ihr kaum oder gar nicht kennt, so voll Vertrauen aus eurem Herzen heraus mitzuteilen. Es zeigt, dass ihr auf einer tieferen Ebene, auf der Ebene der Seele verbunden seid, über die wir zuvor gesprochen haben [s. ‚Seelen-Begegnung mit Eurem Partner‚]. Auf der Ebene der Seele werdet ihr von einem Wunsch, einem Drang geleitet, euch hier und jetzt, in diesem Leben, in euch selbst zu befreien, was lange Zeit verschleiert gewesen ist. Was lange verborgen oder weggeschoben gewesen ist. Sehr tief ist der Wunsch in eurer Seele, wieder zu leben, wirklich zu leben, in Freiheit und Verbundenheit mit anderen. Und dies ist der Wunsch, der euch zusammenbringt und der bewirkt, dass ihr euch selbst frei gebt und anderen mitteilt. Es bekümmert euch nicht mehr so sehr, was andere denken oder finden. Ihr geht wirklich euren eigenen Weg, in eure eigene Freiheit voran. Und das ist wunderbar und ist das, was die Menschen in dieser Zeit brauchen. Was die Menschen voneinander brauchen: Ehrlichkeit, Offenheit, Verständnis, ein Ohr, das zuhört.

Denn ihr seht, was geschieht, wenn Menschen einander offen zuhören: Dann wird derjenige, der erzählt, selbst sichtbar, in seiner oder ihrer Schönheit, Kraft, Mut und Klarheit. Das ist es, was geschieht, wenn Menschen einander offen zuhören. Und damit macht ihr einander ein wundervolles Geschenk. Dafür müsst ihr nicht perfekt, nicht völlig im Gleichgewicht sein, nicht alles Chaos aufgeräumt haben. Ihr könnt unter einander einfach Mensch sein.

Haltet diesen Gedanken für euch fest, auch und vor allem, wenn ihr mit euch selbst seid. Wenn ihr euch selbst harten Urteilen und Selbstkritik aussetzt, wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr versagt, dass die Dinge in eurem Leben nicht gut laufen. Dass etwas misslingt, dass ihr etwas falsch macht. Dann entsinnt euch der Kraft des offenen Miteinanders. Und hüllt euch selbst in diese Wärme und dieses Verständnis ein, wie ihr sie hier unter einander antrefft.

Das ist es, worauf wir uns in der neuen Zeit zubewegen. Dass wir einander an den Händen halten können, auch wenn wir selbst innerlich teils zerbrochen sind und Kummer und Schmerz in euren Herzen sind. Aber wie wir es bereits gesehen haben, können gerade Schmerz und Kummer und Leid den Weg dahin bahnen, einen Raum in eurem Herzen schaffen, eine Offenheit, in der ihr mit anderen auf eine wirklich liebevolle Weise Verbindung aufnehmt. An diesem Ort, in diesem Raum, lebt Gott. Lebt das Wesen und Sein, das alles verbindet. Und wo dies fließt, herrschen Frieden und Harmonie. Besinnt euch auf diesen Ort, wenn ihr in Not seid, in Angst oder Schmerz. Denn dieser Ort ist immer für euch da.

Es gibt keinen Gott, der urteilt, es sind allein die Menschen, die urteilen, aus Angst, Unwissenheit oder Selbstzweifeln. Lasst das Urteil los und das Leben wird von selbst leichter, besser und friedlicher werden. Die alte Energie des Urteilens hat sich oft als etwas Gutes ausgegeben, als wenn es gut ist, das Leben streng, diszipliniert und ernsthaft zu betrachten, als ob nur dann das Beste im Menschen an die Oberfläche gebracht wird. Und jetzt, in dieser Zeit, gehen wir über, und findet eine Wende statt, hin zu einer ganz anderen Art zu denken. Nicht durch Strenge, strikte Moral oder striktes Schwarz-Weiß-Denken holt man das Beste in den Menschen hervor, sondern gerade durch den Glauben an die eigene Natur des Menschen, daran, dass sie bereits gut ist, wie sie ist. Dass sie sich frei entfalten darf. Das ist eine völlig andere Sichtweise. Sie zeugt vom Glauben an das Leben selbst, an das fließende, strömende Leben, das Gefühlsleben und damit auch die Rehabilitation für die weibliche Energie in der Schöpfung. Ihr alle seid damit befasst, diese alte urteilende Energie loszulassen, die überwiegend männlicher Natur war. Und euch selbst sanft und in Milde anzuschauen.

Ich möchte euch nun in eine Fantasie mitnehmen, in der ihr euch vorstellt, dass ihr vor einer Brücke steht. Auf der anderen Seite dieser Brücke steht jemand vom anderen Geschlecht. Es ist jemand, die oder der entweder euer Partner, euer Lebenspartner ist oder euer innerer Mann oder eure innere Frau. Nehmt euch für diese Person Zeit, die auf der anderen Seite steht, einfach wer sich für euch in diesem Moment am wichtigsten anfühlt. Schaut, wer sich spontan zeigt. Ihr steht am Fuß dieser Brücke und der oder die andere steht auf der anderen Seite. Jetzt geht ihr langsam die Brücke hinauf, ihr geht aufeinander zu. Ihr schaut, ob eine Verbindung möglich ist.

Schaut einmal, wie es sich anfühlt, diese Brücke hinaufzugehen. Spürt ihr dabei einen gewissen Widerstand, Vorsicht vielleicht? Oder geht ihr einfach zügig die Brücke hinauf? Wie ist euer Schritt, euer Tritt? Und wie fühlt ihr euch dabei?

Schaut dann zum anderen hin, wie er oder sie sich bewegt. Spürt ihr eine Annäherung oder fühlt ihr eher Reserviertheit oder Distanz? Gibt es etwas, das euch auseinander hält? Dann schaut sanft und ohne zu urteilen, was da ist, das möglicherweise zwischen euch steht.

Seht dann, ob es möglich ist, dass ihr euch in der Mitte der Brücke trefft, dass ihr einander begegnet.

Habt ihr Augenkontakt oder nehmt ihr euch bei den Händen? Seht einfach, was spontan in euch aufkommt. Und schaut euch einmal an, was ihr dem anderen gern geben würdet. Welche Qualität oder Eigenschaft würdet ihr ihm oder ihr gern geben? Und tut es dann. Seht dann, ob er oder sie sie in Empfang nehmen kann und wie euer Geschenk angenommen wird. Wird es wirklich empfangen? Seht, was dies mit euch macht.

Dann dreht die Frage um. Schaut, was der andere euch geben möchte, was ihr von dem anderen erhaltet. Und seht, ob sich das richtig anfühlt. Ob ihr es empfangen könnt oder ob ihr es empfangen wollt.
Schaut auch, ob der Fluss des Gebens und Empfangens ausbalanciert ist. Ob ein Gleichgewicht besteht zwischen Geben und Nehmen. Lasst es einfach vor eurem inneren Auge vorbeiziehen, ohne einzugreifen oder zu urteilen.
Macht euch bewusst, dass ihr als Seele weder Mann noch Frau seid. Dass ihr beides innehabt, ihr tragt beide Energien in euch.

Betrachtet die Begegnung auf der Brücke auch einmal aus einer gewissen Distanz. Ohne dass ihr eine der Personen seid. Wie sieht dieses Bild dann aus? Und was brauchen die Menschen auf der Brücke? Damit die Kommunikation reibungsloser verläuft, damit beide glücklicher werden. Ist es notwendig, dass sie näher zusammenrücken, oder ist es gerade in Ordnung, wenn sie etwas mehr Abstand nehmen?

Dankt dann euch selbst und dem anderen dafür, dass ihr beide diese Brücke hinaufgegangen seid.

Ihr alle tragt Schmerz aus der Vergangenheit in euch, wodurch es manchmal schwierig ist, offen und vertrauensvoll eine Beziehung mit einem anderen Menschen einzugehen. Es braucht oft Zeit, einander wirklich auf einer tiefen Ebene zu begreifen. Bei Männern, oder vielmehr in der männlichen Energie ist es so, dass der Schmerz der Vergangenheit zu etwas geführt hat, das man Bindungsangst nennen könnte. Sich zu verbinden ist im Wesentlichen eine weibliche Energie. Sich mit einem anderen Menschen zu verbinden, emotional zu verschmelzen, offen zu sein, zu teilen sind weibliche Eigenschaften.

Bei Männern kann eine Blockade in Bezug auf diese weiblichen Eigenschaften bestehen. Sie äußert sich in Schwierigkeiten, sich emotional mit einer Frau oder einem anderen, doch oft auch mit dem eigenen Gefühl zu verbinden. Er hat dann Schwierigkeiten, seine Gefühle fließen zu lassen, dieser Strömung zu vertrauen und aus dem heraus zu leben. Letztlich führt das dazu, dass er innerlich ein wenig stirbt. Dass ihm an einer bestimmten Inspiration oder einem Gefühl von emotionaler Verbundenheit fehlt. Ihr könnt eine Weile aus dem Mentalen, dem Verstand und der Willenskraft heraus leben, aber letztendlich lebt ihr, um zu fühlen, um das Leben wirklich zu erfahren. Das Leben selbst zu erleben. Das gibt dem Leben Sinn und Erfüllung. Hierin liegt der Kern der männlichen Wunde. Diese Wunde kann zum Teil auch bei Frauen vorhanden sein, denn ihr habt beide Energien in euch, und sie sind bei jedem auf ganz eigene Weise verteilt.

Es gibt auch eine weibliche Wunde, eine Wunde in der weiblichen Energie, und diese könnte man als Verlassensangst oder Verlustangst bezeichnen. Bei Frauen besteht häufiger eine größere Verbindung mit dem Gefühl, den Emotionen, dem Fließenden, aber es kann an einem wirklichen Halt fehlen, der eine Frau in sich selbst kraftvoll sein lässt und ihr einen festen Boden unter den Füßen gibt. Es wurde Frauen so oft und so sehr eingeschärft, dass sie minderwertig seien, nicht die männlichen Standards erfüllten, dass sie Bürger zweiter Klasse seien, dass ihre Emotionalität nicht gerade die beste Eigenschaft sei und mit Irrationalität, Hysterie einhergehe. Die weibliche Energie nicht ernst zu nehmen hat dazu geführt, dass Frauen leicht Gefühle der Unwürdigkeit mit sich tragen und es schwierig finden, wirklich unabhängig und selbstbewusst aufzutreten. Gut für sich selbst zu sorgen. Es besteht bei Frauen dann eine große Dienstbarkeit und auch Fürsorglichkeit, diese geht jedoch sehr oft nicht aus einer eigenen Entscheidung hervor, sondern eher aus einem Gefühl der Verpflichtung, sich untertänig, unterwürfig, gebefreudig und sorgend zu verhalten.

Verlustangst hat sehr oft mit einer Furcht vor der eigenen Stärke zu tun. Ihr habt dann das Gefühl, von jemand anderem abhängig zu sein, den ihr auf die eine oder andere Weise für größer oder stärker haltet als ihr selbst. Diese Eigenschaften werden oft auf einen Mann projiziert und die Frau kann dann große Angst haben, die Verbindung mit diesem Mann zu verlieren. Die Verbindung mit demjenigen zu verlieren, der stärker und der Anführer ist. Und es ist gerade die Aufgabe, der Auftrag an die Frauen in der heutigen Zeit, ihre eigene Kraft und Stärke sehr ernst zu nehmen, ihre eigene weibliche Kraft und deren Wert. Und dass sie, wenn sie sich mit anderen verbinden, wenn sie die weibliche Qualität des Verbindens erleben, darin sehr gut ihre Grenzen zu bewahren wissen und lernen, für sich selbst einzustehen und zu sorgen.
Ein Mann und eine Frau, die im Gleichgewicht sind, die sich ihrer eigenen Schmerzen, ihrer eigenen Vergangenheit bewusst sind, können einander helfen. Eine Frau kann einem Mann helfen, mehr in seine Gefühle zu kommen, und ein Mann kann einer Frau helfen, mehr auf ihre eigene Kraft, ihre Unabhängigkeit, ihre Fähigkeiten zu vertrauen. So könnt ihr einander heilen. Und das ist dann möglich, wenn ihr die Dimension der Seele in euer Leben lasst.

Das war der Anfang und ist das Ende meiner Schilderung. Heißt die Seele in eurem Leben willkommen. Und was ist die Seele? Es ist in der menschlichen Sprache nicht zu erfassen, sie ist eine Realität. Sie ist eine Strömung. Ja, ihr könnt sagen, dass ihr über die weibliche Energie Zugang zu eurer Seele findet, denn die Seele spricht am deutlichsten durch eure Gefühle, eure Intuition, euer Herz. Deshalb findet in dieser Zeit, in der die weibliche Energie wieder auflebt, eine Zunahme, eine Rückkehr, ein erneuter Kontakt mit der Seele statt. Und das ist eine so kraftvolle Gegebenheit, dass sie sehr viel Veränderung in eure Welt bringt.

Abschließend möchte ich euch für euren Beitrag in diesem Prozess danken. Ihr tut dies freiwillig, nach eurer eigenen Wahl. Eure Seele hat entschieden, diesen Prozess einzugehen, noch ehe ihr in diesem Körper auf der Erde geboren wurdet. Dennoch seid ihr es, der Mensch, der dem Form gibt, der durch alle Emotionen hindurch geht, die dabei aufkommen. Der dies wirklich tut und etabliert. Und das ist mutig und ehrenwert.

Ich grüße euch alle. Fühlt meine Anwesenheit.

* Workshop

Channeling: © Pamela Kribbe
Übersetzung: Yvonne Mohr, http://www.lichtderwelten.de
Deutscher Text: http://www.lichtderwelten.de/index.php/geistige-welt/geistige-welt/channelings-anderer/pamela-kribbe/die-bruecke–die-erde

 

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