Mit Arthos durch das Jahr, Tagesbotschaft 04. November

Heute ist ein guter Tag, um einen ganz besonderen Kraftort aufzusuchen. Damit meine ich keinen der vielen Kraftorte im Aussen, die so bezeichnet werden, da es Orte sind, die mit grosser Kraft aufgeladen sind. Diese Kraft zählt nicht wirklich für dich, denn solange die Kraft ausserhalb von dir fliesst, kannst du zwar in ihr ein Bad nehmen, doch wie bei einem Bad im Wasser ist auch die Wirkung eines derartigen Kraftbades nur von kurzer Dauer – und auch nur oberflächlicher Natur. Viel effektiver und vor allem sinnvoller ist es, einen Kraftort in dir zu haben und diesen regelmässig zu besuchen.

Der innere Kraftort ist zwar in dir, befindet sich jedoch nicht auf der körperlichen Ebene. Es ist kein Ort im räumlichen Sinn, sondern ein Bewusstseinszustand. Du kannst nicht einfach dort hingehen und dich aufladen. Zuerst musst du diesen Ort finden, indem du dich in ihn hinein entwickelst. Dann musst du ihn aktivieren, indem du dort deinen persönlichen Tempel errichtest. Das Finden dieses Kraftorts und das Errichten des persönlichen Tempels ist eine der wichtigsten Aufgaben in deinem Leben – wichtiger als das Gründen einer Familie, das Erlernen eines Berufes oder die Eröffnung eines Geschäfts. Natürlich sind diese Dinge auf der materiellen Ebene wichtig, aber sie verbinden dich nur mit der Vergänglichkeit. Der innere Kraftort mit deinem persönlichen Tempel hingegen verbindet dich mit der Ewigkeit.

Um den inneren Kraftort zu finden, musst du die Stille suchen und dich mit ihr anfreunden. Inmitten des Lärms der Sinneswahrnehmungen und Gedanken wirst du den Kraftort nicht finden, da du ihn so nicht wahrnehmen kannst. Er befindet sich nicht auf der Ebene der Materie, und daher kannst du ihn nicht mit den Sinnen erfassen, die einzig und allein auf die Wahrnehmung von Materie ausgelegt sind. Er befindet sich auch nicht auf der Ebene der Logik und Schlussfolgerung, so dass du ihn nicht durch Logik und Schlussfolgerung ergründen kannst.

Der innere Kraftort ist transzendent. Er liegt jenseits der Welt, in der du dich zu bewegen glaubst und die du empirisch erfassen oder logisch ergründen kannst. Du erreichst ihn daher nur, wenn du dein Bewusstsein bereinigst, und daher ist Stille der einzige Schlüssel, mit dem du die Tür zu diesem Raum öffnen kannst. Stille zu finden bedeutet, dich von den Verunreinigungen und Anhaftungen des alltäglichen Daseins zu lösen und alles, was sich gegen die Höchste Wirklichkeit sperrt, die Höchste Wahrheit leugnet und die Höchste Persönlichkeit missachtet, zum Schweigen zu bringen. Du erreichst die Stille nur durch loslassen.

Wenn du das, was auf der diesseitigen Ebene liegt, hinter dir gelassen hast, musst du dich auf die jenseitige Ebene zubewegen. Dies geschieht, indem du dich dem hingibst, was du nicht mit Sinnen und Intelligenz verwirklichen kannst: transzendentales Wissen. Die Hingabe erfolgt nicht im Geist, sondern mit deinem Bewusstsein. Geist ist Teil der niederen materiellen Ebene des Bewusstseins, denn er gehört zu den feinstofflichen Elementen. Das Ziel des Wissens jedoch ist nicht feinstofflich, sondern spirituell.

Das zu verstehen, ist nicht einfach, aber essentiell, denn der Kraftort in dir ist kein Konzept, sondern ein realer Zustand, der sich jenseits der Aktivität des Denkens auf einer höheren Ebene befindet. Du denkst dich nicht dorthin, sondern du verwandelst dich dorthin, indem du den Geist, die Intelligenz und das falsche Ego überwindest, die die Hürden der Feinstofflichkeit darstellen.

Wäre der innere Kraftort ein Konzept, könntest du dich einfach dorthin denken. Wäre er Teil der Logik, könntest du ihn mit dem Intellekt ergründen. Und wäre er Teil dessen, wofür du dich hältst, könntest du ihn als falsches Ego betreten. All das ist aber weder wahr noch möglich. Du musst das Falsche hinter dir lassen, um das Wahre zu erreichen. Nur reines Bewusstsein kann reines Bewusstsein wahrnehmen, und was im ersten Moment unverständlich und unlogisch zu sein scheint, ist doch dein grösster Vorteil, denn du bist bereits reines Bewusstsein.

Es kommt also nicht darauf an, etwas zu werden, sondern darauf, alles, was du geworden bist, wieder abzulegen. So kommst du in die Stille, in der sich die Tür zum inneren Kraftort öffnet. Dort fliesst die Kraft erst wieder, wenn du deinen persönlichen Tempel errichtet hast. Das Errichten des Tempels geschieht ebenfalls durch Hingabe. Die Steine, die du zum Bau des Tempels benötigst, sind Elemente der Liebe. Du baust den Tempel nicht mit Steinen, die du dir nimmst, sondern mit guten Eigenschaften, die du gibst. Du gibst das Gute, das du in dir trägst, hin, und dadurch fliesst die Kraft aus der Quelle wieder frei, denn du stoppst sie nicht länger mit vergänglichen Dingen oder unnatürlichen schlechten Eigenschaften, aus denen sich Illusionen bilden, die den Fluss zum Versiegen bringen.

Wenn du also dich selber aus dem Weg geräumt hast und auf transzendentaler Ebene zu dienen beginnst, fliesst die Kraft nicht länger an dir vorbei, sondern auch wieder durch dich hindurch. Dann ist dein Bewusstsein ein Ort der Kraft, denn du bist mit der Quelle der Kraft verbunden und in Verschiedenheit vereint. Dann bist du auf der transzendentalen Ebene, und dann weisst du, was du vorher nicht wissen konntest: Du bist Teil der Ewigkeit, des Wissens und der Glückseligkeit, die wie ein ständiger Fluss aus der Quelle in dein Sein fliehst, was dir dein Sein überhaupt erst ermöglicht.

Du allerdings hast diese Kraft missbraucht, um etwas zu sein, das du gar nicht bist. Darum leidest du, und darum kehrst du immer wieder zurück, um noch mehr Leid zu erfahren. Du hast dich vom Glück abgewendet, weil du glaubtest, du selber wärst die Quelle des Glücks, doch wie kannst du die Quelle sein, wenn du nur ihre Kraft missbrauchst, um Illusionen zu schaffen und diese aufrechtzuerhalten? Die Illusion ist das, was dich vom Fluss der Kraft trennt.

Du selber bist die Illusion, denn du identifizierst dich mit dem, was nicht ist. Du als das Höhere hast dich mit dem Niederen identifiziert, anstatt dich dem Höchsten hinzugeben. Du hast es bevorzugt, materielle Träume zu träumen, anstatt spirituelle Wahrheit zu verwirklichen. So entschwand die Höchste Wirklichkeit aus deinem Bewusstsein und die Wahrheit aus deinem Leben.

Stille öffnet die Tür in den inneren Kraftort, und der von dir errichtete Tempel verbindet dich wieder mit Ewigkeit, Wissen und Glückseligkeit, da du dich dort dem, was wirklich ist, hingibst. So verwirklichst du dich, und indem du dich verwirklichst, verwirklichst du Gott, von dem du ein fragmentarisches Teilchen bist. Dann bist du in die Wirklichkeit zurückgekehrt, die dein wahres Leben ist und identifizierst dich wieder mit dem, was wirklich wahr ist.

ICH BIN die Verwirklichung der Höchsten Wahrheit.

Diese Botschaft ist an Selina und mich gerichtet. Wir nehmen sie für uns an, richten uns danach und geben sie hiermit auch an all diejenigen weiter, die ebenfalls bereit sind, an sich zu arbeiten, um sich spirituell zu entwickeln. Spirituelle Entwicklung, das Ziel des Lebens, gipfelt in der Hingabe an Gott. Diese Hingabe setzt die Überwindung des falschen Egos voraus. Damit einher geht die Erkenntnis, nicht der Körper, sondern die Seele zu sein, die ein winziges Teilchen Gottes ist. Philosophische Grundlage dieser Botschaften ist das vedische Wissen von der absoluten Wahrheit Gottes wie es u.a. in der Bhagavad-gītā und im Śrīmad-Bhāgavatam verkündet wird.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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