Es kommt im Leben vieler Menschen ein Zeitpunkt, an dem die vertraute Welt plötzlich nicht mehr funktioniert.
Die Dinge, die einst Trost spendeten, berühren dich nicht mehr. Die Rolle, die du so lange gespielt hast, fühlt sich plötzlich wie ein Kostüm an. Die Version von dir selbst, die du sorgfältig aufgebaut hast, um akzeptiert, geliebt oder „genug“ zu sein, beginnt langsam zu zerbrechen.
Doch dies ist kein Zusammenbruch.
Es ist ein Durchbruch in Verkleidung.
Die dunkle Nacht der Seele tritt ein, wenn die Kluft zwischen dem, wer du wirklich bist, und dem, was du so lange dargestellt hast, zu groß geworden ist, um sie weiter aufrechtzuerhalten.
Das ständige Funktionieren wird erschöpfend.
Das Verstellen wird unerträglich.
Und deine Seele, dein tiefstes wahres Wesen, weigert sich irgendwann weiterzumachen.
Warum geschieht das?
Weil du gewachsen bist.
Weil ein Teil von dir über die alte Geschichte hinausgewachsen ist.
Die Welt hat dir einst erzählt, wer du sein solltest:
Sei dies. Erreiche jenes. Passe dich an. Erfülle Erwartungen und dann wirst du glücklich sein.
Und vielleicht hast du diese Rolle eine Zeit lang sogar sehr gut gespielt.
Doch irgendwann ging es nicht mehr.
Vielleicht brach etwas weg.
Vielleicht verlor alles plötzlich seinen Sinn.
Vielleicht fühlte sich das Loslassen wie Verlust an.
Doch in Wahrheit war es die Freiheit, die an deine Tür klopfte.
Und genau hier liegt die tiefere Erkenntnis:
Die dunkle Nacht der Seele fordert dich nicht auf, zurückzugehen.
Sie lädt dich ein, vorwärtszugehen.
Sie ruft dich dazu auf, all jene Teile von dir zurückzuholen, die du einst beiseitegelegt hast, um der Welt zu gefallen.
Deine Sensibilität.
Dein inneres Wissen.
Deinen stillen Mut.
Deine besondere Art zu fühlen und die Welt wahrzunehmen.
All die Gaben, die vielleicht „zu viel“, „zu weich“ oder „nicht passend“ für die engen Vorstellungen anderer waren.
Diesmal geht es nicht darum, die alte Version deiner selbst wieder aufzubauen.
Diesmal darfst du bewusst wählen, wer du wirklich bist.
Nicht die Persönlichkeit, die durch Erwartungen geformt wurde.
Nicht das Selbstbild, das aus Anerkennung und Anpassung entstand.
Sondern jenes wahre Selbst, das die ganze Zeit geduldig im Dunkeln gewartet hat, bis du endlich bereit bist, zu ihm zurückzukehren.
Die Nacht ist nicht das Ende.
Sie ist lediglich das Letzte, was zwischen dir und dem Leben steht, das eigentlich immer für dich bestimmt war.
Ich liebe euch so sehr.
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