Simone Solga: Hetze mit Herz | Folge 218

Bärbel Bas hat wieder großartig vom Leder gezogen – diesmal schwadronnierte sie von einem brauen Land.

Und am Stuhl von Friedrich Merz wird fleißig gesägt.

Und Wunschnachfolger Hendrik Wüst würde immerhin einen Vorteil bieten, wenn auch einen eher traurigen.

Viel Spaß mit Simone Solga, in ihrem Bettchen, Folge 218.

Hinweis: Alle weiterführenden Informationen, Verlinkungen, Empfehlungen sowie eventuelle Angebote der von Simone Solga im Video genannten Informationen sind ausschließlich über die Originalquelle abrufbar.

Bitte nutze dafür den hier angegebenen Originallink zum Video: https://www.youtube.com/@SolgaTV


© Transkript / Zusammenfassung / Übersetzung / Rosi / esistallesda.de  

Willkommen in meinem Bettchen.

Mein herzliches Beileid geht diesmal an Bärbel Bas, die amtierende Politkommissarin der SPD. Sie gehört mittlerweile quasi zur Stammbesetzung meiner Bettchenshow. Und das aus einem einfachen Grund: Seit Monaten liefert sie sich mit Vizekanzler Merz ein faszinierendes Wettrennen um den Titel der größten politischen Plaudertasche des Landes. Ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen der Kopflosen.

Warum tut sie mir diesmal besonders leid?

Nun, weil sie sich in dieser Woche selbst übertroffen hat. Und zwar in der Disziplin hemmungsloses Geifern.

Geschehen ist das auf dem Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“. Was genau das bedeuten soll, weiß vermutlich niemand so genau. Aber egal. Klingt erst einmal schön. Zusammenhalt. Vielfalt. Da kommen dem politisch korrekten Publikum doch direkt die Tränen vor Rührung.

An diesem bewegenden Aktionstag sprach Frau Bas jedenfalls folgende denkwürdige Worte:

„Wir wollen Farbe bekennen und wehren uns gegen dieses sogenannte Einheitsgrau. Oder ich will es sogar braun nennen.“

Das muss man erst einmal schaffen.

Unsere Sozialministerin scheint also zu glauben, Deutschland befinde sich in einem Zustand allgemeinen Einheitsbrauns. Alle Nazis. Außer Bärbel.

Für mich ist das ein neuer Höhepunkt im Kampf gegen rechts. Man zeigt den angeblichen Hetzern einfach mal, wie Hetze professionell funktioniert.

Aber wenn Bärbel das macht, dann ist das natürlich keine Hetze. Das ist Hetze mit Herz.

Trotzdem war das ein bemerkenswerter Aufschlag. Ein Mitglied der Bundesregierung erklärt dem eigenen Volk praktisch eine Art angeborene Bräune.

In einer gewöhnlichen Demokratie würde so etwas vermutlich für erheblichen Wirbel sorgen. Ein Regierungschef würde eine Mitarbeiterin, die derart entgleist, wohl recht zügig nach Hause schicken.

Aber wir leben schließlich nicht in einer gewöhnlichen Demokratie, sondern in der besten aller Zeiten. Und da gelten bekanntlich andere Regeln.

Außerdem haben wir keinen Regierungschef, sondern einen Berufsunfähigen mit Wohnberechtigungsschein fürs Kanzleramt.

Deshalb könnte Bärbel Bas inzwischen vermutlich auch die Diktatur des Proletariats fordern und es würde kaum jemanden interessieren.

Und ehrlich gesagt tut mir das fast leid.

Da wirft jemand seinen gesamten Anstand über Bord und bekommt dafür nicht einmal einen kleinen Skandal geschenkt. Jedenfalls nicht in den etablierten Medien.

Im Internet sah das schon anders aus. Dort wurde die Sache durchaus bemerkt. Man versteht dadurch auch besser, warum Politiker wie Daniel Günther oder Saskia Esken und unsere öffentlich-rechtlichen Qualitätswächter so allergisch auf neue Medien reagieren.

Dort tauchen nämlich ständig diese lästigen Fakten auf.

Und wenn unsere Demokratie etwas nicht besonders gut verträgt, dann sind es bekanntlich Fakten.

Deshalb meine Botschaft an Frau Bas:

Lassen Sie sich nicht entmutigen.

Legen Sie nächstes Mal noch eine Schippe drauf.

Bleiben Sie sich treu.

Geifern Sie weiter für das Gute.

Hassen Sie unser Land endlich wieder gesund.

Wo wir gerade beim Hassen sind:

In dieser Woche scheint eine interessante Grenze überschritten worden zu sein.

Friedrich Merz wird mittlerweile offenbar sogar von den eigenen Parteifreunden mehr gehasst als vom Rest der Bevölkerung.

Und das will bei der CDU wirklich etwas heißen.

Diese Partei hat ihre Würde schließlich schon vor Jahren unter Angela Merkel weitgehend entsorgt.

Allerdings hatte Merkel wenigstens den Vorteil, dass sie Wahlerfolge produzierte. Sie versetzte die Bevölkerung in eine Art politische Massenhypnose, in der erstaunlich viele Menschen glaubten, sie denke die Dinge vom Ende her.

Bei Friedrich Merz funktioniert das leider nicht.

Er macht die CDU Schritt für Schritt zu einer Kleinpartei. Und dass dieser Mann jemals etwas konsequent zu Ende gedacht hätte, glaubt inzwischen vermutlich nicht einmal sein treuester Anhänger.

Nun kursieren in der CDU offenbar erste Überlegungen, ihn zu ersetzen.

Und wenn man in der CDU von „Gedankenspielen“ spricht, bedeutet das normalerweise: Das Urteil ist längst gesprochen. Jetzt wird nur noch über den Zeitpunkt der Vollstreckung diskutiert.

Das Problem ist allerdings der akute Fachkräftemangel.

Die Zahl charismatischer Persönlichkeiten in der CDU bewegt sich im Bereich wissenschaftlicher Unmessbarkeit.

Und deshalb landet man nun offenbar bei Hendrik Wüst.

Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen gilt plötzlich als Hoffnungsträger der Hoffnungslosen.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber wenn ich an Hendrik Wüst denke, fällt mir vor allem eines ein:

Keine Ahnung.

Hat der schon einmal etwas Besonderes geleistet?

Wofür steht er eigentlich?

Was denkt er?

Man weiß es nicht.

Meinem Eindruck nach regiert er gemeinsam mit den Grünen relativ geräuschlos vor sich hin und verkörpert die Mitte von irgendetwas.

Was man positiv über ihn sagen kann:

In einem Anzug sieht er ausgesprochen seriös aus.

Ich würde ihm sofort eine Versicherung abkaufen.

Vielleicht wird unser nächster Kanzler also Herr Kaiser von der Hamburg-Mannheimer.

Warum auch nicht?

Hendrik Wüst gilt inzwischen als drittbeliebtester Politiker Deutschlands.

Weshalb genau, ist schwer zu sagen.

Aber das gleiche Rätsel gibt es ja bei Boris Pistorius.

Der steht seit Monaten zuverlässig auf Platz eins der Beliebtheitsskala und niemand kann wirklich erklären, warum.

An seinen herausragenden Leistungen kann es bislang jedenfalls kaum liegen.

Vielleicht liegt es daran, dass er so schön knorrig und zuverlässig wirkt.

Jedenfalls gelten sowohl Pistorius als auch Wüst inzwischen als heimliche Hoffnungsträger ihrer Parteien.

Und beide haben etwas gemeinsam:

Sie halten sich mit dummen Sprüchen erstaunlich zurück.

Sie bilden gewissermaßen das Gegenmodell zu Merz und Bas.

Im besten Sinne sind sie unspektakulär.

Und wissen Sie was?

Ich finde das gar nicht schlecht.

Den selbstverschuldeten Niedergang des Landes werden vermutlich auch diese beiden nicht aufhalten.

Ich bezweifle sogar, dass sie das überhaupt wollen.

Vielleicht ist es angesichts der vielen ungelösten Probleme ohnehin längst zu spät.

Wahrscheinlich geht es erst einmal weiter bergab.

Aber vielleicht würde es einem Hendrik Wüst wenigstens gelingen, diesen Abstieg etwas geräuschärmer zu gestalten.

Ohne dass der Kanzler uns täglich mit neuen Peinlichkeiten und neuem Unsinn belästigt.

Wir Wähler und Steuerzahler hätten doch eigentlich ein Recht darauf.

Das Recht auf eine humane Schlachtung, wenn man so will.

Wenn das Unvermeidliche schon kommt, dann wenigstens ohne ständiges Gelaber und Dauerbeschallung.

Deshalb lautet meine Botschaft heute:

Wüst for President.

Make Schweigen Great Again.

Endlich Ruhe im Karton.

Amen.

Und gute Nacht, Deutschland.