Das Feuer der Disziplin und der Bau des Inneren Tempels.

Eine Dampflok ist eines der großen Sinnbilder verborgener Kraft.

Wenn Dampf gebündelt, gelenkt und bewusst genutzt wird, kann er gewaltige Lasten bewegen, mächtige Maschinen antreiben und Dinge vollbringen, die einst unmöglich erschienen.

Doch dieselbe Kraft kann zerstörerisch werden, wenn sie unkontrolliert bleibt. Druck ohne Richtung führt zum Bruch. Energie ohne Meisterschaft wird zu Chaos.

Genau dieser Wahrheit begegnet auch der Schüler des hermetischen Weges.

Jeder Mensch trägt große Kräfte in sich:

Leidenschaft.

Verlangen.

Vorstellungskraft.

Willenskraft.

Gefühle.

Ehrgeiz.

Schöpferkraft.

Entschlossenheit.

Diese Kräfte sind keine Gegner, die überwunden werden müssen. Sie sind heilige Energien, die verstanden, veredelt und bewusst gelenkt werden wollen.

Allzu oft suchen Menschen nach mehr Macht, bevor sie gelernt haben, mit der Kraft umzugehen, die sie bereits besitzen.

Der hermetische Weg lehrt etwas anderes.

Die alten Meister wussten, dass wahre Einweihung nicht damit beginnt, die äußere Welt zu beherrschen. Sie beginnt damit, das eigene innere Königreich zu regieren.

Ein Geist ohne Disziplin verliert sich in Zerstreuung.

Eine Gefühlswelt ohne Gleichgewicht wird unruhig und stürmisch.

Ein starker Wille ohne Weisheit kann ebenso viel Schaden anrichten, wie er Gutes bewirken kann.

Das Prinzip des Mentalismus erinnert uns daran, dass jede Schöpfung im Geist beginnt.

Das Prinzip des Rhythmus lehrt uns, dass das Leben in Zyklen von Auf und Ab verläuft.

Das Prinzip der Polarität zeigt uns, dass jede Kraft gegensätzliche Möglichkeiten in sich trägt.

Der Eingeweihte lernt nicht, diese Kräfte zu unterdrücken.

Er lernt, sie zu meistern.

Aus Zorn wird Mut.

Aus Verlangen wird Streben.

Aus Gefühl wird Mitgefühl.

Aus Ehrgeiz wird Bestimmung.

Aus Wissen wird Weisheit.

Das Werk des Alchemisten bestand niemals nur darin, Metalle zu verwandeln.

Sein wahres Werk war die Verwandlung des eigenen Selbst.

Der rohe Stein wird zum geschliffenen Stein.

Der zerstreute Geist wird gesammelt.

Die rastlose Seele findet ihre Mitte.

Das gewöhnliche Leben wird zu einem bewussten Werk der Schöpfung.

Der stärkste Mensch ist nicht jener, der andere beherrscht.

Der weiseste Mensch ist nicht zwangsläufig jener, der am meisten weiß.

Die am weitesten entwickelte Seele ist oft diejenige, die gelernt hat, ihre Gedanken zu lenken, ihre Gefühle zu führen und standhaft zu bleiben, wenn das Leben ihr Gleichgewicht prüft.

Rohe Kraft mag ein großes Werk beginnen.

Doch nur disziplinierte Kraft vollendet es.

Jeder Tag stellt uns vor eine Wahl:

Verstreuen wir unsere Energie durch Ablenkung, unbedachte Reaktionen und Impulse?

Oder lenken wir sie mit Klarheit, Bewusstsein und Weisheit?

Der Innere Tempel wird nicht allein durch Kraft erbaut.

Er wird durch disziplinierte Kraft errichtet.

Und jeder Akt der Selbstmeisterung legt einen weiteren Stein in sein heiliges Fundament.

Wie oben, so unten.
Wie innen, so außen.

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© Transkript / Zusammenfassung / Übersetzung / Rosi / esistallesda.de