Wenn wir an Erntedank denken, sehen wir sie gleich vor uns: Äpfel, Birnen, Kartoffeln, Kürbisse, Getreide und natürlich die obligatorische Zucchini, die im Garten plötzlich Ausmaße angenommen hat, mit denen niemand gerechnet hatte. 😊
Wir danken Gott für die Früchte der Erde und dafür, dass wir genug zu essen haben.
Aber vielleicht können wir Erntedank auch einmal zum Anlass nehmen, auf eine ganz andere Ernte zu schauen:
Auf die Ernte unseres eigenen Lebens.
Und da kommt im Laufe der Jahre schließlich auch einiges zusammen!
Da sind zunächst einmal die Menschen, die unser Leben bereichern: Familie, Freunde, Nachbarn, Wegbegleiter. Menschen, mit denen wir lachen können. Menschen, die uns zuhören. Menschen, die da sind, wenn wir sie brauchen.
Und natürlich auch jene Menschen, die uns gelegentlich auf die Nerven gehen.
Vielleicht sollten wir sogar für sie dankbar sein … schließlich sorgen sie dafür, dass wir Geduld, Gelassenheit und manchmal auch tiefes Durchatmen üben können. 😉
Auch in uns selbst ist über die Jahre einiges gewachsen.
Erfahrungen zum Beispiel.
Manche davon hätten wir zwar nicht unbedingt bestellt – aber geliefert wurden sie trotzdem.
Wir haben gelernt, sind gewachsen, haben Fehler gemacht, sind wieder aufgestanden und wissen heute vielleicht ein bisschen besser, was wirklich wichtig ist.
Und dann gibt es all die kleinen Gaben, die in uns stecken.
Der eine kann wunderbar zuhören.
Die andere kann Menschen zum Lachen bringen.
Jemand kann hervorragend kochen.
Ein anderer kann alles reparieren.
Und manche besitzen sogar die seltene Gabe, nach dem Essen sofort zu wissen, wo die Kuchengabeln geblieben sind.
Auch dafür darf man dankbar sein. 😊
Für mich gehören zu unserer persönlichen Ernte aber gerade die Dinge, die man nicht kaufen und nicht in einen Erntekorb legen kann:
Liebe. Freundschaft. Vertrauen. Gesundheit. Humor. Geborgenheit. Hoffnung.
Ein gemeinsames Essen.
Ein herzliches Lachen.
Eine Umarmung.
Ein Mensch, der sagt: „Schön, dass du da bist.“
Wenn wir genauer hinschauen, merken wir vielleicht:
Unsere Scheunen sind voller, als wir manchmal glauben.
Natürlich war nicht jedes Jahr ein gutes Erntejahr. Es gab auch Enttäuschungen, Abschiede und Zeiten, in denen manches nicht so gewachsen ist, wie wir es uns gewünscht hätten.
Aber vielleicht entdecken wir gerade deshalb heute umso bewusster die vielen kleinen und großen Geschenke unseres Lebens.
Und Erntedank erinnert uns noch an etwas:
Eine gute Ernte ist viel zu schade, um sie ganz allein zu behalten.
Also dürfen wir ruhig etwas davon weitergeben.
Ein bisschen Zeit.
Ein gutes Wort.
Ein offenes Ohr.
Ein Lächeln.
Eine helfende Hand.
Und wer besonders reich geerntet hat, darf natürlich auch ein Stück Kuchen teilen.
Das ist zwar theologisch nicht zwingend vorgeschrieben – aber sicher ganz im Sinne der Gemeinschaft. 😉
Vielleicht nehmen wir uns an diesem Erntedankfest einfach einen Moment Zeit und fragen uns:
Was ist in meinem Leben gewachsen?
Welche Menschen sind ein Geschenk für mich?
Was trage ich selbst an Gutem in mir?
Und was davon kann ich weitergeben?
Dann werden wir vielleicht feststellen:
Es gibt erstaunlich viel, wofür wir Danke sagen können.
Danke für das, was wir haben.
Danke für die Menschen an unserer Seite.
Danke für das, was in uns gewachsen ist.
Und auch ein bisschen Danke für das, was noch wachsen darf.
Danke DIR, dass DU HIER BIST … und bis zum Ende gelesen hast!
Ernten wir, was wir gesät haben.
Da geht noch mehr! 🌾😊
Rosi ❤️
