Ich bin erfüllt von tiefer Ehrfurcht vor Gott, vor dem unendlichen, sich weitenden, strahlenden Licht, das in mir, um mich herum und weit über mich hinaus gegenwärtig ist.
Ich gebe mich meinem unendlichen Platz in diesem einen, alles verbindenden Feld hin, in dieser Liebe, in dieser ewigen, unendlichen Quelle.
Wenn ich mich in göttliche Versenkung begebe, wenn ich mich dafür öffne und zugleich die innere Disziplin aufbringe, mich immer wieder daran zu erinnern und diesen Ort der göttlichen Einheit zu wählen, den dunklen Schoß der Sophia, der Mutter, dann lässt mich das Staunen still werden. Ganz still. Klar und demütig. So klein.
Und wenn ich mich selbst wirklich im großen Ganzen und in seiner Entfaltung sehen und fühlen kann, in der Wahrheit dessen, was ICH BIN, und wenn ich das Geschenk wahrhaft annehmen kann, das mir gegeben wurde, innerhalb wie außerhalb der sichtbaren Form, Teil dieser Herrlichkeit zu sein, Teil dieses großen Gewebes, darin zu wirken und zu erschaffen und das Alte wieder neu werden zu lassen, dann bin ich in Demut.
Und diese Demut ist ein tiefes Verwurzeltsein in der Erkenntnis:
ICH BIN ALLES und zugleich bin ich nichts.
Ich bin klein und gleichzeitig unermesslich.
Und „unbedeutend“ zu sein bedeutet nicht, „weniger wert“ zu sein.
Mein Sinn erwächst aus der Verbundenheit und daraus, für andere da zu sein. Und manchmal ziehe ich mich in die Stille zurück. Nicht, um mich abzusondern oder neue Kraft zu sammeln, sondern um tiefer zu gehen, mich zu weiten und mich in meinem inneren Wissen um die Glückseligkeit der STILLE mit allem zu vereinen.
Um noch tiefer in jene unaussprechliche Liebe einzutauchen.
Und daraus erwächst ganz natürlich, dass ich diesen Strom eines erweiterten Erkennens weitergeben und gemeinsam mit meiner Gemeinschaft aller Wesen diese göttliche Vision bewahren und tragen möchte.
Diese Vision und diese Gegenwart der Glückseligkeit haben nichts mit der Erhöhung des eigenen Ichs zu tun. Denn mich selbst als etwas von allem anderen Getrenntes zu erhöhen, ist für mich vollkommen bedeutungslos.
Ich liebe euch so sehr.
PS: Und könnt ihr erkennen, dass es in diesem Beitrag überhaupt nicht um mich geht?
Es geht um UNS.
Von Herz zu Herz, wie könnte ich da überhaupt sagen, wo einer von uns endet und der andere beginnt?
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Grafik: Humility
The taller you grow.
The deeper you bow.
Demut
Je größer du wirst,
desto tiefer verneigst du dich.



