Transkript des Videos: https://www.youtube.com/watch?v=S5WQV-Q5sT0&t=1s
1. Die vergessene Mutter der Dreifaltigkeit
MorgueOfficial beginnt mit einer bemerkenswerten Aussage aus frühen christlichen Schriften: Jesus soll den Heiligen Geist als seine Mutter bezeichnet haben.
In einigen gnostischen Überlieferungen erscheint das Göttliche nicht ausschließlich als die bekannte Dreifaltigkeit aus Vater, Sohn und Heiligem Geist, sondern als:
VATER – MUTTER – SOHN
Diese drei Aspekte stehen sinnbildlich für unterschiedliche Ausdrucksformen eines einzigen göttlichen Ursprungs.
Der Autor stellt die Frage, weshalb die weibliche Dimension des Göttlichen im späteren Christentum weitgehend aus dem Mittelpunkt des Gottesbildes verschwand.
Seiner Darstellung zufolge war das frühe Christentum wesentlich vielfältiger, als es die heute vorherrschende kirchliche Lehre vermuten lässt.
2. Barbelo – Die Göttliche Mutter und der erste Gedanke Gottes
Im Mittelpunkt des Videos steht Barbelo, eine bedeutende weiblich dargestellte göttliche Wesenheit der gnostischen Schriften.
Im Geheimen Buch des Johannes wird sie als der erste Gedanke der höchsten göttlichen Quelle beschrieben.
MorgueOfficial erklärt diesen Schöpfungsvorgang durch drei miteinander verbundene Prinzipien:
- Der Vater: Der unsichtbare göttliche Ursprung, das grenzenlose Bewusstsein.
- Die Mutter – Barbelo: Der erste göttliche Gedanke, durch den sich die Quelle selbst erkennt und zum Ausdruck bringt.
- Der Sohn – Christus: Das daraus hervorgehende göttliche Gewahrsein, das Bewusstsein seiner selbst.
Barbelo wird als universeller Mutterschoß, als Leben und als Heiliger Geist beschrieben.
Sie ist nicht einfach eine weibliche Gottheit neben einem männlichen Gott, sondern Ausdruck der schöpferischen Kraft, aus der sich die göttliche Wirklichkeit entfaltet.
Dabei geht es nicht um menschliche Geschlechterrollen. Das Göttliche umfasst vielmehr sowohl männliche als auch weibliche Prinzipien und geht zugleich über diese Unterscheidungen hinaus.
Die zentrale Erkenntnis lautet: Das Göttliche ist in seinem Ursprung vollkommen und trägt alle schöpferischen Möglichkeiten bereits in sich.
3. Die Göttliche Mutter lebt in jedem Wesen
Besonders eindrucksvoll ist die Beschreibung Barbelos in der gnostischen Schrift Trimorphe Protennoia – „Der dreigestaltige erste Gedanke“.
Dort spricht die göttliche weibliche Gegenwart davon, dass sie in allen Wesen lebt und sich durch die gesamte Schöpfung bewegt.
Sie ist nicht ausschließlich in einer fernen himmlischen Welt zu finden.
Sie ist in jedem Lebewesen gegenwärtig.
Damit verändert sich die spirituelle Perspektive grundlegend.
Anstatt Gott ausschließlich außerhalb unserer selbst zu suchen, lädt diese Lehre dazu ein, die göttliche Gegenwart im eigenen Inneren zu erkennen.
Der Mensch wird nicht als grundsätzlich von Gott getrennt betrachtet, sondern als Wesen, das seinen göttlichen Ursprung vergessen hat.
Das spirituelle Erwachen bedeutet demnach nicht, etwas Göttliches erst werden zu müssen, sondern sich daran zu erinnern, was wir in unserem tiefsten Wesen bereits sind.
4. Der falsche Schöpfergott und die Welt der Unwissenheit
Ein weiterer zentraler Bestandteil der gnostischen Lehre ist die Unterscheidung zwischen der höchsten göttlichen Quelle und dem sogenannten Demiurgen.
In den vom Video behandelten gnostischen Schöpfungsmythen wird der Demiurg, häufig Jaldabaoth genannt, als ein begrenztes Schöpferwesen dargestellt.
Er glaubt, der höchste Gott zu sein, obwohl er seinen eigenen Ursprung nicht erkennt.
Seine Helfer, die Archonten, verkörpern Kräfte der Begrenzung, Unwissenheit und Herrschaft.
MorgueOfficial deutet diese Vorstellungen auch psychologisch.
Die Archonten können sinnbildlich für jene inneren und äußeren Kräfte stehen, die uns daran hindern, frei zu denken und unser wahres Wesen zu erkennen:
Angst, Schuldgefühle, übernommene Glaubenssätze, gesellschaftliche Konditionierungen und die Abhängigkeit von äußeren Autoritäten.
Besonders wichtig ist dabei seine Aussage:
Macht ist nicht gleich Wahrheit. Und Autorität ist kein Beweis für Weisheit.
Wirkliche Freiheit beginnt dort, wo wir bereit werden, unsere übernommenen Überzeugungen bewusst zu hinterfragen.
5. Christus und die Göttliche Mutter
Eine besonders außergewöhnliche Aussage der Trimorphen Protennoia lautet sinngemäß:
„Ich habe Jesus wie ein Gewand getragen.“
MorgueOfficial versteht dies als Hinweis darauf, dass die göttliche Gegenwart durch Jesus wirkte.
In dieser gnostischen Sichtweise ist Christus nicht ausschließlich eine historische Persönlichkeit, sondern auch Ausdruck eines universellen göttlichen Bewusstseins.
Dasselbe göttliche Licht, das sich durch Jesus offenbarte, sei demnach auch im Inneren jedes Menschen gegenwärtig.
Die Bedeutung Jesu wird dadurch nicht aufgehoben, sondern innerhalb dieser spirituellen Deutung erweitert.
Christusbewusstsein erscheint als eine Wirklichkeit, zu der jeder Mensch durch innere Erkenntnis Zugang finden kann.
6. Wie das Göttlich-Weibliche aus dem Christentum verdrängt wurde
Das Video beschreibt, wie sich innerhalb des frühen Christentums unterschiedliche Glaubensrichtungen entwickelten.
Einige gnostische Gemeinschaften verstanden das Göttliche als eine Wirklichkeit, in der weibliche und männliche Aspekte gleichermaßen ihren Platz hatten.
Andere christliche Strömungen lehnten diese Vorstellungen ab.
Mit der zunehmenden Durchsetzung der späteren kirchlichen Orthodoxie wurden zahlreiche gnostische Texte als häretisch eingestuft und nicht in den biblischen Kanon aufgenommen.
Viele Schriften gingen verloren oder wurden nicht mehr weitergegeben.
Erst durch bedeutende Handschriftenfunde, insbesondere die Entdeckung der Nag-Hammadi-Texte im Jahr 1945, wurden zahlreiche dieser alten Überlieferungen wieder zugänglich.
MorgueOfficial betont allerdings selbst, dass es historisch nicht darum ging, dass eine einzelne Kirchenversammlung die Mutter einfach aus einer bereits feststehenden Dreifaltigkeit entfernte. Vielmehr setzten sich bestimmte theologische Traditionen durch, während andere an Einfluss verloren.
7. Spuren des Göttlich-Weiblichen in der Bibel
Der Autor verweist darauf, dass weibliche Gottesbilder nicht ausschließlich in gnostischen Texten vorkommen.
Auch die Bibel enthält mütterliche und weibliche Bilder des Göttlichen.
So wird Gott beispielsweise mit einer Mutter verglichen, die ihr Kind tröstet.
Jesus beschreibt seine Liebe und Fürsorge mit dem Bild einer Henne, die ihre Küken schützend unter ihren Flügeln versammelt.
Besonders bedeutsam ist die personifizierte Weisheit, die Sophia, im Buch der Sprüche.
Sie wird als weibliche Gestalt beschrieben, die bereits vor der Erschaffung der Welt gegenwärtig war.
Auch die altorientalische Göttin Aschera wird erwähnt, die in bestimmten historischen religiösen Traditionen mit dem Gott Israels verbunden wurde.
MorgueOfficial möchte damit zeigen, dass weibliche Bilder von Weisheit, Schöpfung und göttlicher Fürsorge tief in der religiösen Geschichte verwurzelt sind.
8. Gnosis – Erwachen durch innere Erkenntnis
Der vielleicht wichtigste Gedanke des gesamten Videos betrifft die Bedeutung von Gnosis.
Gnosis bedeutet Erkenntnis – allerdings nicht nur im Sinne von angesammeltem Wissen.
Gemeint ist eine unmittelbare, tiefgreifende Erkenntnis des eigenen wahren Wesens.
Nach dieser spirituellen Auffassung besteht die eigentliche Gefangenschaft des Menschen darin, dass er seine göttliche Herkunft vergessen hat.
Er identifiziert sich mit Ängsten, übernommenen Vorstellungen und begrenzenden Geschichten über sich selbst.
Die Göttliche Mutter symbolisiert jene Kraft, die in die Dunkelheit der Unwissenheit hinabsteigt, um das verborgene Licht wieder zum Erwachen zu bringen.
Befreiung bedeutet deshalb, sich von inneren Fesseln zu lösen und zu erkennen, dass die göttliche Gegenwart niemals wirklich von uns getrennt war.
Wir müssen das Licht nicht erst im Außen finden. Wir dürfen erkennen, dass es bereits in uns lebt.
9. Die tiefere Botschaft des Videos
Am Ende führt MorgueOfficial seine Ausführungen zu einer grundlegenden spirituellen Erkenntnis zusammen.
Die verlorene Göttliche Mutter ist nicht nur eine vergessene Gestalt der Religionsgeschichte.
Sie steht für die schöpferische, lebensspendende und erweckende Gegenwart des Göttlichen, die in allem wirkt.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht allein, was mit der weiblichen Dreifaltigkeit geschehen ist.
Vielmehr geht es darum, was sich in unserem Bewusstsein verändert, wenn wir erkennen, dass die göttliche Wirklichkeit, die wir so lange außerhalb unserer selbst gesucht haben, möglicherweise schon immer in unserem Inneren gegenwärtig war.
Es geht um die Rückkehr zur eigenen inneren Wahrheit.
Um das Loslassen von Angst und Fremdbestimmung.
Um die Wiederentdeckung der eigenen Würde und schöpferischen Kraft.
Und um die Erkenntnis, dass wir im tiefsten Inneren mit der göttlichen Quelle verbunden sind.
Die Essenz in wenigen Worten
DIE GÖTTLICHE MUTTER WAR NIEMALS WIRKLICH VERLOREN.
Sie wurde in bestimmten religiösen Überlieferungen vergessen, verdrängt oder nicht mehr erkannt.
Doch in der gnostischen Vorstellung lebt ihre Gegenwart weiterhin in jedem Menschen, in jedem Wesen und in der gesamten Schöpfung.
Das spirituelle Erwachen ist deshalb eine Rückkehr zu unserem wahren Ursprung.
Nicht durch blinden Gehorsam, sondern durch Bewusstwerdung.
Nicht durch Angst, sondern durch Erkenntnis.
Nicht durch die Suche nach einem fernen Gott, sondern durch das Wiedererkennen des göttlichen Lichtes in uns selbst.
DENN DAS LICHT, NACH DEM WIR SUCHEN, IST NACH DIESER LEHRE DAS LICHT, DAS WIR IN WAHRHEIT SIND.
Originalbeitrag: https://www.universallighthouse.com/post/the-lost-feminine-trinity-they-don-t-want-you-to-see-~-by-morgueofficial
© Rosi / esistallesda.de I Zusammenfassung I Übersetzung



