Viele Menschen stehen emotional vor dem Aus und sind auf Sinnsuche. Woran das liegt und mit welcher Haltung man da durch kommen kann verrate ich Euch heute.
Hinweis: Alle weiterführenden Informationen, Verlinkungen, Empfehlungen sowie eventuelle Angebote der von Lars im Video genannten Informationen sind ausschließlich über die Originalquelle abrufbar.
Bitte nutze dafür den hier angegebenen Originallink zum Video: https://www.youtube.com/@larskoehneshamancross12

© Transkript / Zusammenfassung / Übersetzung / Rosi / esistallesda.de
Den heiligen Kern in uns bewahren
Gerade jetzt scheint es wichtiger denn je zu sein, sehr achtsam damit umzugehen, wem wir unser Vertrauen schenken und auf wessen Rat wir hören. Denn viele Menschen sind selbst kaum noch in der Lage, sich wirklich ehrlich zu begegnen, tief zu fühlen und aus dieser inneren Wahrhaftigkeit heraus zu sprechen.
Die große Auseinandersetzung, in der wir uns befinden, findet nicht im Außen statt. Sie geschieht in jedem Einzelnen von uns – zwischen unserem freien Bewusstsein und den alten Mustern, Konditionierungen und Denkgewohnheiten, die uns über lange Zeit geprägt haben.
Dazu fällt mir eine Geschichte ein, die mich tief berührt hat.
Ein Mönch wurde vor vielen Jahren wegen seines Glaubens verfolgt und verbrachte zwanzig Jahre in einem Gefängnis, in dem Gewalt und Umerziehung an der Tagesordnung waren. Nach seiner Freilassung wurde er vom Oberhaupt seiner Religion gefragt, was in all den Jahren das Schwerste gewesen sei. Seine Antwort war erstaunlich:
„Nicht die Schläge und nicht die Schmerzen waren das Schlimmste. Das Schwerste waren die Momente, in denen ich begann, das Mitgefühl für meine Peiniger zu verlieren.“
Diese Worte tragen eine tiefe Wahrheit in sich.
Wenn wir auf die Welt blicken, spüren viele von uns, dass sich etwas verändert hat. Immer mehr Menschen fühlen sich müde, antriebslos oder irgendwie von der äußeren Welt abgekoppelt. Sie fragen sich, ob mit ihnen etwas nicht stimmt, weil vieles, was früher wichtig erschien, heute keinen Sinn mehr ergibt.
Doch vielleicht ist genau das ein Zeichen dieser Zeit.
Wir sind es gewohnt, auf festen Strukturen zu stehen, so wie auf Eis. Alles schien berechenbar und verlässlich. Doch nun beginnen diese alten Strukturen zu schmelzen. Das Eis wird zu Wasser. Und plötzlich können wir nicht mehr stehen, sondern müssen lernen, uns treiben zu lassen.
Und selbst dieses Wasser beginnt inzwischen zu kochen. Überall steigen Blasen auf. Vieles wirkt unvorhersehbar. Niemand weiß genau, wohin die Reise führt. Niemand ist vollständig darauf vorbereitet.
Deshalb sollten wir vorsichtig sein, wenn Menschen behaupten, sie wüssten ganz genau, was geschehen wird. Die äußere Welt ist in Bewegung. Sie brodelt. Und deshalb führt der wichtigste Weg nach innen.
So wie jener Mönch seine Kraft nicht aus äußeren Umständen bezog, sondern aus einem tiefen Mitgefühl, das über Raum und Zeit hinaus Bestand hatte, sind auch wir eingeladen, etwas in uns zu finden, das unantastbar und ewig ist.
Vielleicht ist es die Liebe.
Vielleicht das Mitgefühl.
Vielleicht das Wohlwollen.
Vielleicht ein tiefes Gottvertrauen.
Jeder Mensch trägt einen solchen heiligen Kern in sich. Ganz gleich, wie verletzt oder erschöpft er sich fühlen mag – dieser Kern ist vorhanden.
Wenn wir uns mit diesem inneren Heiligtum verbinden, werden die Veränderungen im Außen zwar nicht verschwinden. Aber sie werden tragbar. Wir finden Halt in etwas, das größer ist als alle äußeren Umstände.
Viele Menschen erleben bereits, dass die bisherige Realität nicht mehr stimmig erscheint. Alte Gespräche passen nicht mehr. Manche Wege trennen sich. Gleichzeitig begegnen wir immer wieder Menschen, die ähnlich empfinden. Menschen, die wir vielleicht nie zuvor getroffen haben und mit denen dennoch sofort ein tiefes Verständnis entsteht.
Es ist, als würden wir unseren eigentlichen Stamm wiederfinden.
Der Weg dorthin führt nicht unbedingt über Worte oder Namen, sondern über die lebendige Erfahrung dessen, was allen großen spirituellen Traditionen gemeinsam ist:
Mitgefühl.
Liebe.
Wohlwollen.
Diese heiligen Tugenden sind nicht nur ein Ziel. Sie sind zugleich das Tor, durch das wir in dieser besonderen Zeit hindurchgehen.
Mögen wir unseren heiligen Kern bewahren und uns immer wieder daran erinnern, dass das Wesentliche in uns lebt – jenseits aller Veränderungen.
Namasté.