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Die Kraft des Quantendenkens | Dr. Vandana Shiva auf dem Consciousness Symposium

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Die Kraft des Quantendenkens | Dr. Vandana Shiva auf dem Consciousness Symposium

es ist alles da ... ·Allgemein·14. September 2026, 0:08 Uhr·12 Minuten

Nicht der Verzicht auf jede Nutzung ist Vandanas Punkt, sondern Beziehung, Respekt, Maß und das Wissen um das „Genug“.

Youtube-Beitrags-Begleittext:

Kann die Quantenphysik uns helfen, das Wesen des Bewusstseins neu zu denken?

In dieser inspirierenden Keynote des Symposiums „Bewusstsein“ erkundet Dr. Vandana Shiva – Physikerin, Autorin und international bekannte Umweltaktivistin – mögliche Verbindungen zwischen Quantenphysik, Bewusstsein und ökologischer Demokratie.

Eingeführt von Dr. Àlex Gómez-Marín vom Pari Center, beschäftigt sich Shiva mit der Frage, wie Konzepte der Quantenmechanik, etwa Verschränkung und Nichtlokalität, unser Verständnis von Natur, Verbundenheit und menschlicher Verantwortung erweitern können. Dabei stellt sie das mechanistische Weltbild infrage, das die Natur vor allem als Ansammlung voneinander getrennter Einzelteile betrachtet.

Shiva bezieht sich auf Quantenphysiker und Denker wie Max Planck, Erwin Schrödinger und David Bohm und verbindet deren Überlegungen mit philosophischen Fragen über die Rolle des Bewusstseins. Dabei geht sie auch der Vorstellung nach, dass Bewusstsein möglicherweise nicht allein auf Vorgänge im Gehirn reduziert werden kann. Diese weitreichende Interpretation ist philosophisch bedeutsam, geht jedoch über das hinaus, was die Quantenphysik allein empirisch belegt.

Eine weitere Brücke schlägt Shiva zu den alten Weisheitstraditionen der Veden und Upanishaden. Deren Vorstellungen von Nicht-Dualität und Verbundenheit stellt sie einem modernen Denken gegenüber, das Mensch und Natur, Geist und Materie sowie Individuum und Umwelt häufig als voneinander getrennt betrachtet.

Gerade für unseren Umgang mit der Erde hat dieser Perspektivwechsel für Shiva konkrete Konsequenzen. Biodiversität und Ökosysteme erscheinen dann nicht als bloße Ressourcen, sondern als komplexe, lebendige Beziehungsgeflechte, in denen unzählige Organismen voneinander abhängig sind. Aus dieser Sicht verbindet sie ihre philosophischen Überlegungen mit ihrem langjährigen Engagement für Saatgutsouveränität, nachhaltige Landwirtschaft, Biodiversität und ökologische Teilhabe.

Der Vortrag spiegelt Shivas lebenslange Beschäftigung mit den Zusammenhängen von Wissenschaft, sozialer Gerechtigkeit und Umweltschutz wider. Ausgehend von ihrer Arbeit mit der Navdanya-Bewegung spricht sie über das Verhältnis von Geist und Körper, unterschiedliche Vorstellungen von Bewusstsein und die Notwendigkeit, Formen der Trennung zwischen Mensch und Natur zu überwinden.

Ihre zentrale Einladung lautet dabei nicht nur, anders über Bewusstsein nachzudenken, sondern auch anders zu handeln: Wenn wir die Welt als ein Geflecht gegenseitiger Beziehungen verstehen, verändert sich möglicherweise auch unsere Vorstellung davon, welche Verantwortung wir füreinander und für die Erde tragen.

So verbindet diese Keynote Fragen der Quantenphysik und Bewusstseinsforschung mit einer größeren gesellschaftlichen Vision: einer Zukunft, die Biodiversität bewahrt, ökologische Zusammenhänge respektiert und menschliches Leben wieder stärker als Teil eines lebendigen Ganzen versteht.

Wer ist Dr. Vandana Shiva?

Vandana Shiva ist eine international bekannte Umweltaktivistin, Autorin und Wissenschaftsphilosophin mit einem akademischen Hintergrund in Physik. Sie ist Gründerin der Research Foundation for Science, Technology and Ecology sowie der Navdanya-Bewegung in Indien und Präsidentin von Navdanya International.

Nach ihrem Physikstudium an der Panjab University promovierte Shiva an der University of Western Ontario in Kanada. Ihre Dissertation beschäftigte sich mit verborgenen Variablen und Nichtlokalität in der Quantentheorie. Anschließend wandte sie sich verstärkt interdisziplinären Fragestellungen an den Schnittstellen von Wissenschaft, Technologie, Landwirtschaft und Umweltpolitik zu.

1982 gründete sie die Research Foundation for Science, Technology and Ecology (RFSTE), ein unabhängiges Forschungsinstitut, das sich mit ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen beschäftigt. Wenig später entstand Navdanya („Neun Samen“), eine Bewegung, die sich insbesondere für den Erhalt der biologischen Vielfalt, Saatgutsouveränität und die Rechte von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern einsetzt.

2011 gründete Shiva Navdanya International in Italien. Für ihr jahrzehntelanges Engagement erhielt sie zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter 1993 den Right Livelihood Award, der häufig als „Alternativer Nobelpreis“ bezeichnet wird. Darüber hinaus hat sie zahlreiche Bücher über Ökologie, Landwirtschaft, Globalisierung, Biodiversität und die Beziehung zwischen Mensch und Natur veröffentlicht.

Kapitel

0:00 – Einführung von Dr. Àlex Gómez-Marín
2:15 – Vandana Shiva: Begrüßung und Reflexionen über Bewusstsein
6:45 – Vom mechanistischen Weltbild zum Quantendenken
12:30 – Verschränkung und die Vorstellung von Trennung
18:50 – Nicht-Dualität: Impulse aus den Veden und Upanishaden
24:35 – Bewusstsein jenseits des Gehirns und die Gedanken von Quantenpionieren
30:00 – Ökologische Implikationen eines Denkens in Beziehungen
36:40 – Biodiversität, Saatgut und ökologische Demokratie
43:50 – Geist und Körper in der Bewusstseinsforschung
49:15 – Quantendenken und nachhaltige Landwirtschaft
54:30 – Abschließende Reflexionen: Von mechanistischer Trennung zu ökologischer Teilhabe

https://www.youtube.com/@wonderstruckpod

Hier ist meine / Rosi / esistallesda.de persönliche Fassung, die Dr. Vandana Shivas Weg aufnimmt und die Brücke zu unserem eigenen Leben schlägt:

Wir sind nicht Zuschauer des Lebens

Was hat Quantenphysik mit einem Samenkorn zu tun? Was mit einem Wald, mit unserem Essen – oder damit, wie wir unserem eigenen Leben begegnen?

Wenn man Vandana Shiva zuhört, wird spürbar, dass es ihr nicht darum geht, aus der Quantenphysik eine neue Weltanschauung zu konstruieren. Sie erzählt vielmehr von einem Weg. Von Erkenntnissen, die sie als junge Physikerin fasziniert haben und die sie später hinausgetragen hat aus den Universitäten – in die Wälder des Himalaya, auf die Felder indischer Bauern und mitten hinein in die großen ökologischen Fragen unserer Zeit.

Sie selbst sagt über diesen Weg etwas Entscheidendes: Sie habe die Quantenphysik nicht verlassen. Sie habe ihre grundlegenden Einsichten – Unbestimmtheit, Verschränkung und Nichtlokalität – weitergetragen und auf das Leben bezogen.

Daraus entstand für sie vor allem eine Erkenntnis: Wir sind keine unbeteiligten Beobachter dieser Welt. Wir nehmen an ihr teil.

Und vielleicht liegt genau darin die Bedeutung ihrer Gedanken für unser eigenes Leben.

Am Anfang steht die Erfahrung von Verbundenheit

Shivas Geschichte beginnt nicht im Labor, sondern in den Wäldern des Himalaya, in denen sie aufgewachsen ist. Als junges Mädchen entdeckt sie in einer kleinen Bibliothek ein Buch mit Gedanken Albert Einsteins über Wissenschaft und gesellschaftliche Verantwortung. Die Vorstellung, ein suchender Mensch zu sein und gleichzeitig Verantwortung für die Folgen des eigenen Handelns und für die Gemeinschaft zu übernehmen, beeindruckt sie tief.

Sie erinnert sich sinngemäß: So ein Mensch wollte ich sein.

Später studiert sie Physik und beschäftigt sich intensiv mit den großen Fragen der Quantentheorie. Sie interessiert sich besonders für David Bohm, für Nichtlokalität, Verschränkung und die Frage, ob die Wirklichkeit tatsächlich aus voneinander unabhängigen Dingen besteht.

Aus diesen Erfahrungen nimmt sie etwas mit, das weit über Physik hinausgeht: die Infragestellung der Trennung.

Für Shiva ist eines der Probleme unseres modernen Weltbildes die Vorstellung, wir könnten die Wirklichkeit sauber aufteilen: hier der Mensch, dort die Natur; hier Geist, dort Materie; hier der Beobachter, dort das Beobachtete.

Sie stellt diesem Denken eine andere Perspektive gegenüber: Beziehung kommt vor Trennung.

Das bedeutet nicht, dass alle Unterschiede verschwinden. Es bedeutet vielmehr, dass nichts vollkommen für sich allein existiert.

Und plötzlich wird aus einer abstrakten philosophischen Frage eine sehr persönliche.

Denn auch wir leben häufig so, als wären die Dinge voneinander getrennt.

Wir trennen Arbeit und Leben. Körper und Geist. Erfolg und Wohlbefinden. Unser Essen von dem Boden, auf dem es gewachsen ist. Unsere Entscheidungen von ihren Folgen. Uns selbst von der Natur.

Vielleicht können wir Shivas Gedanken deshalb als Einladung verstehen, wieder genauer hinzusehen:

Womit bin ich eigentlich verbunden?

Vom Beherrschen zum Teilnehmen

Für Shiva führt diese Frage zu einem fundamentalen Perspektivwechsel.

Wenn ich mich als getrennt von der Welt begreife, kann ich versuchen, sie zu kontrollieren. Natur wird dann zum Objekt. Boden wird zur Ressource. Pflanzen werden zu Produktionsmitteln. Tiere werden zu Einheiten. Und irgendwann betrachten wir vielleicht sogar unseren eigenen Körper und unser eigenes Leben auf diese Weise: als etwas, das funktionieren, optimiert und kontrolliert werden muss.

Wenn ich mich dagegen als Teil eines lebendigen Ganzen verstehe, verändert sich meine Haltung.

Dann bin ich nicht mehr Herr über ein System.

Ich bin Teilnehmer.

Shiva verbindet damit etwas sehr Schönes: Demut.

Nicht die Demut, sich kleinzumachen. Sondern die Einsicht, dass wir nicht alles kontrollieren können und trotzdem etwas bewirken.

Vielleicht kennen wir genau diese Erfahrung aus unserem eigenen Leben.

Wir können einen Garten pflegen – aber wir können eine Pflanze nicht zwingen zu wachsen.

Wir können für einen Menschen da sein – aber wir können seinen Weg nicht für ihn gehen.

Wir können Bedingungen schaffen, in denen etwas entstehen kann – aber wir können das Ergebnis nicht vollständig bestimmen.

Und vielleicht gilt dasselbe für unser eigenes Leben.

Wir müssen nicht alles beherrschen.

Wir dürfen teilnehmen.

Das Samenkorn als Bild für das Leben

Einer der schönsten Momente in Shivas Vortrag entsteht, als sie über David Bohms Vorstellung einer tieferen, „eingefalteten“ Ordnung nachdenkt.

Als sie später beginnt, mit Saatgut zu arbeiten, erkennt sie darin plötzlich etwas ganz Konkretes.

Sie schaut auf ein kleines Samenkorn.

In diesem winzigen Samen ist der zukünftige Organismus noch nicht sichtbar – und doch trägt er die Möglichkeit seiner Entfaltung bereits in sich. Unter den richtigen Bedingungen beginnt etwas zu wachsen, sich zu organisieren und eine Form anzunehmen.

Für Shiva wird das Samenkorn damit beinahe zu einem Sinnbild des Lebendigen.

Und vielleicht können auch wir dieses Bild mitnehmen.

Nicht alles, was einmal Teil unseres Lebens werden könnte, muss heute schon sichtbar sein.

Eine Entscheidung kann ein Samenkorn sein.

Eine neue Gewohnheit.

Ein Gespräch.

Eine Freundschaft.

Eine Idee, die wir noch niemandem erzählt haben.

Ein kleiner Garten.

Oder der Entschluss, etwas in unserem Leben nicht länger auf dieselbe Weise zu tun.

Wir wissen nicht immer, was daraus entstehen wird. Aber wir können Bedingungen schaffen, unter denen Leben sich entfalten kann.

Was messen wir eigentlich?

Als Shiva beginnt, sich intensiv mit Landwirtschaft zu beschäftigen, stößt sie auf eine weitere Frage, die weit über Landwirtschaft hinausgeht.

Wie bestimmen wir eigentlich, ob etwas erfolgreich ist?

In der industriellen Landwirtschaft wird beispielsweise der Ertrag einer bestimmten Nutzpflanze pro Fläche gemessen. Shiva hält diese Betrachtung für zu eng. Denn was geschieht gleichzeitig mit dem Boden? Mit der Artenvielfalt? Mit der Qualität der Nahrung? Mit den Menschen, die dort arbeiten?

Sie schlägt deshalb einen anderen Blick vor: nicht nur den Ertrag einer einzelnen Ware zu betrachten, sondern die Gesundheit des gesamten Ökosystems.

Auch darin steckt eine erstaunlich persönliche Frage:

Nach welchen Maßstäben messen wir unser eigenes Leben?

Nach Einkommen?

Produktivität?

Status?

Wie viel wir an einem Tag erledigt haben?

Und was wäre, wenn wir unser Leben für einen Moment anders betrachten würden?

Wie lebendig fühle ich mich?

Wie gesund sind meine Beziehungen?

Wie viel Zeit verbringe ich mit Menschen, die mir wichtig sind?

Wie verbunden fühle ich mich mit meinem Körper?

Wie oft bin ich draußen?

Wie viel Freude gibt es in meinem Alltag?

Vielleicht ist nicht alles, was sich leicht zählen lässt, auch das, was wirklich zählt.

„Du bist, deshalb bin ich.“

Im weiteren Verlauf ihres Vortrags fasst Shiva ihre Vorstellung von Verbundenheit in einem einfachen Satz zusammen:

„Du bist, deshalb bin ich.“

Sie verbindet diesen Gedanken mit indischen Traditionen und mit dem afrikanischen Ubuntu. Für sie beschreibt er etwas, das auch ökologisch ganz unmittelbar wahr ist.

Ich bin, weil andere sind.

Weil Bäume Sauerstoff hervorbringen.

Weil Böden voller Mikroorganismen leben.

Weil Wasser zirkuliert.

Weil unzählige Menschen Nahrung anbauen, Dinge herstellen, Wissen weitergeben, pflegen, reparieren und füreinander sorgen.

Niemand von uns ist wirklich unabhängig.

Das kann zunächst wie eine Einschränkung wirken. Vielleicht ist es aber das Gegenteil.

Wir müssen unser Leben nicht allein tragen.

Wir sind eingebettet in Beziehungen.

Vielleicht ist Freude ein Hinweis

Gegen Ende des Gesprächs wird Shiva gefragt, wie sie nach so vielen Jahrzehnten des Engagements nicht ausbrennt.

Ihre Antwort ist bemerkenswert.

Sie verweist auf Bäume und lebendige Systeme und sagt sinngemäß: Wenn wir im Einklang mit lebendigen Prozessen handeln – warum sollten wir dann zwangsläufig ausbrennen? Wenn wir das tun, was sich für uns richtig anfühlt, können wir darin auch Freude finden.

Später erzählt sie von ihren „Gardens of Hope“, den Gärten der Hoffnung. Sie begann damit in Gemeinschaften von Frauen, deren Familien durch die Krise der Landwirtschaft schwer getroffen worden waren. Das Gärtnern sollte Nahrung hervorbringen. Aber es tat noch etwas anderes: Es gab Beschäftigung, Beziehung zur Erde und neue Hoffnung.

Darin liegt vielleicht eine der stillsten und gleichzeitig stärksten Botschaften ihres Vortrags:

Wir verändern die Welt nicht nur durch große Ideen. Wir verändern sie dadurch, wie wir teilnehmen.

Indem wir etwas pflegen.

Etwas wachsen lassen.

Für jemanden sorgen.

Etwas bewahren.

Mit unseren Händen etwas tun, dessen Sinn wir unmittelbar erfahren können.

Nicht nichts nehmen – sondern wissen, wann es genug ist

Ganz am Ende erzählt Shiva eine kleine Geschichte aus der Chipko-Bewegung, die vielleicht mehr über ihre Haltung aussagt als viele theoretische Erklärungen.

Sie begleitet eine Frau in den Wald. Am Waldrand zieht diese ihre Schuhe aus. Shiva glaubt zunächst, sie habe sich einen Dorn eingetreten.

Doch die Frau erklärt ihr, dass sie sich bei der Göttin des Waldes ankündigt.

Sie weiß, dass sie dem Wald etwas nehmen wird. Sie braucht etwas für ihre Kühe und ihre Familie. Aber sie verspricht, nicht mehr zu nehmen, als sie wirklich braucht.

Shiva nennt das einen Sinn für „enoughness“ – für das Genug.

Es geht also nicht darum, nichts zu nehmen.

Leben bedeutet immer Austausch. Wir essen. Wir verbrauchen. Wir verändern unsere Umgebung. Andere Lebewesen leben wiederum von uns.

Die entscheidende Frage lautet für Shiva vielmehr:

Wissen wir, wann es genug ist?

Vielleicht berührt diese Frage einen empfindlichen Punkt unseres modernen Lebens.

Wann haben wir genug gearbeitet?

Wann besitzen wir genug?

Wann haben wir genug erreicht?

Wann ist ein Körper gut genug?

Wann ist unser Zuhause gut genug?

Wann sind wir selbst genug?

Eine Kultur, die ständig „mehr“ sagt, macht es schwer, diese Grenze überhaupt noch wahrzunehmen.

Vielleicht beginnt Verbundenheit deshalb manchmal mit einem einfachen Wort:

Genug.

Und was hat all das mit unserem Leben zu tun?

Vielleicht müssen wir die Quantentheorie gar nicht vollständig verstehen, um etwas aus Vandana Shivas Weg mitzunehmen.

Ihre eigentliche Einladung scheint viel einfacher zu sein:

Schau nicht nur auf die einzelnen Dinge. Schau auf ihre Beziehungen.

Betrachte deinen Körper nicht getrennt von deiner Nahrung. Deine Nahrung nicht getrennt vom Boden. Deinen Alltag nicht getrennt von deinen Werten. Deinen Erfolg nicht getrennt von deiner Lebensfreude. Und dich selbst nicht getrennt von den Menschen und der lebendigen Welt, die dein Leben überhaupt erst möglich machen.

Und vielleicht müssen daraus auch keine spektakulären Veränderungen entstehen.

Wir können klein beginnen.

Beim nächsten Essen einmal daran denken, woher es kommt.

Einen Samen in die Erde setzen.

Einem Menschen wirklich zuhören.

Etwas reparieren, statt es wegzuwerfen.

Zeit draußen verbringen.

Etwas pflegen, ohne daraus einen Nutzen ziehen zu müssen.

Oder uns bei einer Entscheidung fragen:

Dient das nur mir – oder auch den Beziehungen, von denen mein Leben getragen wird?

Vandana Shivas Weg führt von der Quantenphysik zu den Wäldern des Himalaya, von philosophischen Fragen zu Saatgut und Landwirtschaft, von wissenschaftlicher Erkenntnis zu gesellschaftlichem Engagement.

Aber vielleicht führt er im Kern zu etwas sehr Einfachem zurück:

Wir stehen der Welt nicht gegenüber. Wir gehören zu ihr.

Und wenn wir beginnen, so zu leben, verändert sich möglicherweise nicht sofort die ganze Welt.

Aber vielleicht verändert sich die Art, wie wir morgens aufstehen.

Wie wir essen.

Wie wir arbeiten.

Wie wir anderen Menschen begegnen.

Wie wir mit der Erde umgehen.

Und wie wir darüber denken, was ein gelungenes Leben eigentlich ist.

Vielleicht beginnt Bewusstsein genau dort:

Nicht nur darin, die Verbundenheit des Lebens zu erkennen.

Sondern darin, aus dieser Verbundenheit heraus zu leben.

© Rosi / esistallesda.de I Zusammenfassung I Übersetzung

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