Mit Arthos durch das Jahr, Tagesbotschaft 23. August

Heute ist ein guter Tag, um dich zu ergeben. Ergeben bedeutet, die Kontrolle abzugeben und dich hinzugeben. Ergeben bedeutet, die Vorstellung aufzugeben, dass du der Höchste Herr in deinem Leben bist. Nur wenn du dich ergibst, kannst du sein, was du wirklich bist: ein Teil und nicht das Ganze. Nur wenn du dich hingibst, kannst du wieder Eins werden mit dem Ganzen, von dem du ein Teil bist.

Du bist nicht das ganze Leben, sondern individueller Ausdruck des Ganzen, wobei du das Ganze jedoch nur ausdrĂŒcken kannst, wenn du dich nicht selber fĂŒr das Ganze hĂ€ltst, sondern fĂŒr einen dem Ganzen hingegebenen individuellen Teil, was du in Wirklichkeitt auch bist. Du bist die Seele – und nicht die Überseele.

Ein Teil zu sein bedeutet nicht, unbedeutend zu sein. Jeder Teil ist wesentlich, denn er trÀgt das Wesen des Ganzen in sich und macht das Ganze mit aus. Das Ganze ist nicht die materielle Ganzheit, sondern die spirituelle, die auch das materielle Ganze enthÀlt. Gott ist zwar eine Persönlichkeit, aber diese Persönlichkeit ist nicht wie du. Gott steckt nicht in einem materiellen Körper und wird durch seine eigene Energie bedingt und begrenzt. Gott ist die transzendentale Persönlichkeit, und deine Seele ist ein Teil Seiner Energien.

Du kannst ĂŒber Gott denken, was du willst: das Ă€ndert nichts an Seiner Persönlichkeit, Seiner Allmacht, Seiner Herrschaft, Seiner Schönheit, Seinem Reichtum, Seiner UnabhĂ€ngigkeit, Seinem Wissen, Seiner Ewigkeit und Seiner GlĂŒckseligkeit. Du kannst ĂŒber Gott lĂ€stern, soviel du willst: das macht Ihn nicht kleiner, aber dich. Du legst dadurch nur Zeugnis ab von deiner Unwissenheit. Rufe es ruhig in die Welt hinaus: Ich bin vollkommen unwissend, und ich bin auch noch stolz darauf, denn ich bin grösser als Gott. Merkst du, wie lĂ€cherlich du dich machst?

Es nĂŒtzt auch nichts, Ihn zu bekĂ€mpfen oder lĂ€cherlich zu machen, indem du Seinen Boten ans Kreuz nagelst. Letztendlich nagelst du dich damit nur selber ans Kreuz, denn du kannst und wirst deinem Karma nicht entkommen – es sei denn, Gott befreit dich von allen sĂŒndhaften Reaktionen. Diese musst du erfahren, denn es sind die FrĂŒchte der sĂŒndhaften Handlungen, die du sĂ€st. Die Höchste Wahrheit lĂ€cherlich zu machen oder ans Kreuz zu nageln, bringt dir keinen Gewinn.

Gegen die Quelle und den Besitzer des Ganzen zu handeln, zeugt nicht nur von Unwissenheit, sondern von Bosheit. Das Böse, das, wenn du sĂŒndhaft handelst, bereits Besitz von dir ergriffen hat, mag dich hochmĂŒtig werden lassen in deinem Wahn, Herr des Unrechts zu sein, das du Recht nennst, doch es wird dich niemals in den Himmel fĂŒhren, sondern immer nur in die Hölle, wo du die FrĂŒchte deiner sĂŒndhaften Handlungen ernten wirst, bis du die Illusion, der du unterliegst, erkennst und verstehst und bereit bist, dich zu bessern.

Das ist keine Predigt mit erhobenem Zeigefinger. Ich masse mir nicht an, ĂŒber dich zu urteilen, und ich verurteile auch nicht. Ich weise nur auf die Konsequenzen hin, die du erfahren musst, wenn du unnatĂŒrlich handelst.

Die Natur herrscht ĂŒber dich. Du aber glaubst, ĂŒber die Natur herrschen zu können, und das ist die Illusion, der du unterliegst. Selbst wenn deine Worte, die sich gegen Gott richten, schĂ€rfer sind als das Schwert eines Samurai – du bist nicht deine Worte, und die Waffe, die du verwendest, wird gegen dich gerichtet werden, denn das ist die Konsequenz deines Tuns.

Dein Handeln entspricht dem AussĂ€en einer Saat, und du musst ernten, was du sĂ€st, denn das ist Gesetz. Dabei bestimmst nicht du ĂŒber die Ernte und die Frucht, sondern die Natur. Sie bestimmt darĂŒber, weil sie die Kraft Gottes in TĂ€tigkeit ist, und diese Kraft ist das Gesetz.

Egal, wie gesetzlos du dich verhĂ€ltst, am Ende wirst du dich selber richten, und dein Richterspruch ist die Erkenntnis, die zur Selbstverwirklichung fĂŒhrt. Du kannst dein wahres Selbst jetzt verwirklichen oder spĂ€ter. Das ist ganz dir ĂŒberlassen, dein dein Wille, der das Werkzeug deines Geistes ist, gilt. Er gilt aber nur fĂŒr dich, und solange der Geist fĂŒr das falsche Ego tĂ€tig ist anstatt fĂŒr die Seele, solange richtet sich dein Wille gegen Gott. Und wenn sich dein Wille gegen Gott richtet, versuchst du, Seine Rolle zu ĂŒbernehmen und zu herrschen, was aber – bitte verzeih mir diese direkte Ausdrucksweise – völlig in die Hose gehen muss.

Was hast du bisher nicht alles versucht, um dein Leben in den Griff zu bekommen, um deine WĂŒnsche zu erfĂŒllen und die selbst gesetzten Ziele zu erreichen? Ist es dir gelungen? Leidest du jetzt nicht mehr? Bist du wirklich glĂŒcklich? Hast du erreicht, was du willst und baumelst jetzt als Seele in einer von deinem ach so tollen Geist erdachten HĂ€ngematte zwischen zwei GlĂŒcksbĂ€umen auf einer Insel ewiger GlĂŒckseligkeit?

Du kannst es drehen und wenden, wie du willst: Du befindest dich in einer Welt des Leids. Es gibt unzĂ€hlige Leiden, unzĂ€hlige Möglichkeiten, unglĂŒcklich zu sein und unzĂ€hlige Irrwege. Aber es gibt nur einen Weg, dieses Dilemma zu beenden: Stelle deinen Willen hinten an und ergib dich dem Herrn. Er ist es, um den es in deinem wie in allen Leben geht.

Nicht dein Wille zĂ€hlt, sondern Seiner. Nun wird es unzĂ€hlige Aufschreie geben. Das will niemand hören. Niemand will hören, dass er seinen Willen hinten anstellen soll. Das falsche Ego ist schwer getroffen, beleidigt, ja sogar stinksauer. Es muss dagegen aufbegehren, dagegen ankĂ€mpfen, denn wenn es nicht lĂ€nger der Chef im Ring ist, nicht lĂ€nger der Direktor des persönlichen TĂ€tigkeitsfeldes, dann fĂŒhlt es sich degradiert, und das fĂŒhrt zu Angst, und die Angst fĂŒhrt zu Zorn.

Angst und Zorn fĂŒhren zu unĂŒberlegten Handlungen. Jetzt erst recht, wird eine der hĂ€ufigsten Reaktionen sein, die eine derartige Aussage hervorruft. Und du – du stehst plötzlich vor einer unumgĂ€nglichen Entscheidung: Wem soll ich mich jetzt ergeben?

Du musst dich ergeben. Die Frage ist nur, ob du dich der Illusion oder der Absoluten Wahrheit ergibst. Der Unterschied ist: Die Illusion befindet sich in den Köpfen unzĂ€hliger Lebewesen – die absolute Wahrheit hingegen befindet sich in den Herzen aller Lebewesen. Das Herz ist im Gegensatz zum Kopf nicht sehr geschickt darin, zu betrĂŒgen. Der Kopf aber, womit der Geist gemeint ist, ist Meister im BetrĂŒgen. Er betrĂŒgt andere wie sich selbst.

Die Illusion ist materieller Natur, die Absolute Wahrheit ist transzendentaler Natur. Die Illusion ist vorĂŒbergehend wirklich, die Absolute Wahrheit ist ewige Wirklichkeit. Die Illusion ist eine Lernumgebung, die Absolute Wahrheit ist deine eigentliche Heimat. Solange du noch zu lernen hast, kannst du nicht in die Heimat zurĂŒckkehren. Die TĂŒr zum Weg, der in deine Heimat fĂŒhrt, ist das Herz. Daher nĂŒtzt es nichts, Gott im Kopf zu lieben. Du musst Ihn im Herzen lieben, wenn du zurĂŒckkehren willst – und wenn du Ihn erst einmal im Herzen liebst, spielt es keine Rolle mehr, ob du auch wirklich nach Hause zurĂŒckkehrst.

Einer der Aspekte der absoluten Wahrheit ist der Paramatma, die Überseele. Sie ist die Erweiterung der Absoluten Wahrheit in deinem Herzen. Ein anderer Aspekt ist das Brahman, die alldurchdringende Ausstrahlung der Absoluten Wahrheit. Brahman und Paramatma sind die Zweige des Stammes, der die Essenz der Absoluten Wahrheit ist: Bhagavan, die Höchste Persönlichkeit Gottes.

Wenn du dich deinem falschen Ego ergibst, machst du dich zu seinem Diener. Dann dienst du seinen Illusionen, und egal, wie diese Illusionen aussehen, sie enden im Leid, und du lernst nur durch Leid. Weder das falsche Ego noch du können das Leid umgehen. Egal, welchen Willen du und dein falsches Ego habt: die Umsetzung dieses Willens fĂŒhrt ins Leid, denn dieser Wille dient nicht der Höchsten Absoluten Wahrheit.

Du kannst das Alter nicht umgehen. Du kannst Krankheit nicht umgehen. Du kannst den Tod nicht umgehen. Es ist aber nicht deine Bestimmung, alt zu werden, krank zu werden und zu sterben. Das ist nur die Bestimmung des Körpers und des ihm zugehörigen falschen Egos. Deine Bestimmung ist das ewige Leben, und um diese Bestimmung zu erfĂŒllen, musst du dich ergeben, und nur dann kannst du dich auch hingeben.

Wenn du sagst: Herr, dein Wille geschehe!, dann beginnt ein Same zu keimen, der – wenn du ihn ohne Unterlass umsorgst – zu einer starken Pflanze heranwĂ€chst, die dem ewigen Leben entgegen strebt. Die wirkliche Lösung aller Probleme und Herausforderungen, die das Leiden in der Illusion mit sich bringt, ist ganz einfach: Gib alle anderen TĂ€tigkeiten auf. Ergib dich einfach mir…

Gib alle Arten von Religion auf und ergib dich einfach Mir.
Ich werde dich von allen sĂŒndhaften Reaktionen befreien. FĂŒrchte dich nicht.
(Bhagavad-gita wie sie ist, 18.66)

ICH BIN die Hingabe an das höchste Ziel, die Höchste Persönlichkeit Gottes. Nicht mein Wille geschehe, sondern Deiner.

Diese Botschaft ist an Selina und mich gerichtet. Wir nehmen sie fĂŒr uns an, richten uns danach und geben sie hiermit auch an all diejenigen weiter, die ebenfalls bereit sind, an sich zu arbeiten, um sich spirituell zu entwickeln. Spirituelle Entwicklung, das Ziel des Lebens, gipfelt in der Hingabe an Gott. Diese Hingabe setzt die Überwindung des falschen Egos voraus. Damit einher geht die Erkenntnis, nicht der Körper, sondern die Seele zu sein, die ein winziges Teilchen Gottes ist. Philosophische Grundlage dieser Botschaften ist das vedische Wissen von der absoluten Wahrheit Gottes wie es u.a. in der Bhagavad-gÄ«tā und im ÚrÄ«mad-Bhāgavatam verkĂŒndet wird.

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