Mit Arthos durch das Jahr, Tagesbotschaft 26. Oktober

Heute ist ein guter Tag, um dir ein neues Ziel zu setzen. Ohne Ziel treibst du auf dem Ozean des Lebens hin und her wie ein Blatt im Wind. Mit einem Ziel bekommt dein Treiben eine Richtung. Nun wirst du mir aber sicherlich zustimmen, dass nicht jedes Ziel und jede Richtung auch hilfreich, förderlich und gut für dich ist. Wäre dem so, dann wäre es vollkommen egal, welches Ziel du dir setzt, denn dann wäre nicht das Ziel entscheidend, sondern die Tatsache, dass du das Dahintreiben auf dem Ozean kontrollieren kannst, indem du ihm eine Richtung gibst.

Das ist aber nicht das, worum es im Leben geht, und davon abgesehen hast du auch keine Kontrolle. Du kannst die materielle Natur nicht beherrschen. Wenn du das könntest, dann würdest du dafür sorgen, dass du weder krank noch alt wirst, und vor allem würdest du dafür sorgen, dass du nicht stirbst, denn wenn du stirbst, verlierst du ja die Kontrolle, die du zu haben glaubst. Ist das vielleicht sogar der Grund, warum du solche Angst vor dem Tod hast?

Was waren deine bisherigen Ziele, was war die Absicht dahinter, hast du sie erreicht, und hat dich das Erreichen deiner Ziele glücklich gemacht? Reflektiere einmal über alle Ziele, die du hattest und darüber, wohin dich deine Ziele geführt haben. Bist du am Ziel angelangt, oder gab und gibt es immer wieder neue Ziele? Warum ändern sich deine Ziele immer wieder? Gibt es denn nicht so etwas wie ein Höchstes Ziel? Und was wäre, wenn du dir dieses Höchste Ziel setzt und es anstrebst? Ist das nicht der eigentliche Sinn des Lebens?

Das Höchste Ziel, das du dir setzen kannst, bist nicht du selbst. Das Höchste Ziel befindet sich jenseits von dir, deiner Individualität, deinen Wünschen, Hoffnungen, Sehnsüchten und deinem Kontrollwahn. Das Höchste Ziel liegt jenseits der Selbstsucht. Um dieses Höchste Ziel zu erkennen und zu erreichen, musst du jedoch vorher ein Ziel anvisieren, das durchaus und sogar sehr viel mit dir zu tun hat. Dieses Ziel ist vergleichbar mit dem Basislager am Mount Everest. Willst du den Gipfel dieses Berges erklimmen, so strebst du erst einmal das Basislager an, denn das ist der Ausgangspunkt für die Besteigung des Gipfels.

Um eines noch vorwegzunehmen: Ich rede hier nicht von beliebigen Zielen, sondern von den Zielen des Lebens. Du kannst dir Unmengen von Zielen setzen und diese auch erreichen. Das hat aber nichts damit zu tun, dass du auch das Ziel des Lebens erreichst. Hat das Leben überhaupt ein Ziel? Und wenn ja, warum hast du noch nichts darüber gelernt? In der Schule hat man dir nichts darüber gesagt, in der Ausbildung hat man dir nichts darüber gesagt, und auch im alltäglichen Leben erfährst du nichts über das Ziel des Lebens.

Weist du, warum das so ist? Es ist so, weil du dein Leben vermutlich radikal ändern würdest, wenn du das Ziel des Lebens kennst, und dann würdest du nicht mehr so funktionieren, wie du funktionieren sollst. Das bedeutet nicht, dass du unbedingt deine Tätigkeiten änderst, aber du wirst die Art ändern, wie du die Dinge tust, und du würdest sie dann nicht mehr für dich tun, sondern für Gott, der die Quelle und das Ziel des Lebens ist.

Das ist keine theologische Aussage, sondern eine ganz praktische. Alles im manifestierten Universum ist die Auswirkung einer Ursache. Wenn du nun die Kette der Auswirkungen und deren Ursachen, Auswirkungen und deren Ursachen usw. zurückverfolgst, bis es nichts Verursachendes mehr gibt, bist du bei der Ursache aller Ursachen angelangt.

Das ist die Absolute Wahrheit. Es gibt keine Höhere Wahrheit als diese, denn diese Wahrheit ist der Urgrund von allem, die Ursache aller Ursachen und der anfanglose Anfang. Das ist die Quelle, die auch das Ziel ist, da alles wieder dorthin zurückkehrt. Diese Quelle, die auch das höchste Ziel ist, ist kein Objekt, sondern ein Subjekt. Gott ist kein Ding, sondern eine Persönlichkeit, und diese Persönlichkeit ist der Erhalter aller Energien, aller Materie und allen Lebens. Nārāyaṇa.

Um das Ziel zu kennen, musst du die Quelle kennen. Ein Läufer, der bei einem Wettbewerb das Ziel erreichen will, kann sich nicht einfach irgendwohin stellen und mitlaufen. Er muss sich an den Start begeben, und das bedeutet, er muss den Startpunkt kennen. Kennst du den Startpunkt deines Lebens?

Möglicherweise denkst du jetzt, dass deine Geburt der Startpunkt eines Lebens ist, und vielleicht gehst du sogar noch weiter zurück und denkst, dass der Moment der Zeugung der Startpunkt deines Lebens ist. Beides erscheint verständlich und logisch, hat aber nichts mit Wahrheit zu tun, sondern nur mit Vermutung. Die Wahrheit ist: Dein Leben hat keinen Startpunkt. Die Ursache deines Lebens liegt in der Ewigkeit, und Ewigkeit befindet sich jenseits der Zeit. Du kannst also in der Zeit soweit zurückgehen, wie du magst: Du wirst niemals an den Anfang deines Lebens kommen, denn da dein Leben ewig ist, hat es keinen Anfang.

Wenn es keinen Anfang hat, hat es auch kein Ende, und das ist die gute Nachricht, die dir eigentlich alle Angst nehmen sollte. Der Tod ist nicht dein Ende. Der Tod ist nichts anderes als das Öffnen der Tür des universellen Kleiderschranks, in den nicht nur die dreckige Wäsche zurückgegeben wird, sondern in dem du auch neue Kleidung findest. Die Elemente deines Körpers gehen zurück in die Vorratskammer der Materie, und aus der gleichen Kammer erhältst du einen neuen Körper, denn du bist ein Schauspieler, der die Rolle seines Lebens spielt, und um diese Rolle zu spielen, brauchst du ein passendes Kostüm, das dir von der universellen Kammerzofe zugewiesen wird.

Die universelle Kammerzofe ist keine Person, sondern ein Prinzip, das von den universellen Gesetzen, die den Willen Gottes repräsentieren, gelenkt wird. Dabei herrscht vollkommene Gerechtigkeit, denn du erhältst immer das genau für dich passende Kostüm. Du hast zuvor auf dieses Kostüm hingearbeitet, und daher ist kein Kostüm eine Bestrafung. Jeder Körper, den du erhältst, ist die Frucht der Saat, die du zuvor gesät hast.

Das erklärt, warum es ein höheres Ziel im Leben gibt, als nur Spass und Erfolg zu haben, Ruhm oder Dinge zu erlangen, Geld zu verdienen und zu geniessen. Die meisten Menschen würden vermutlich anführen, nun, Glück sei das höchste Ziel, das sie anstreben, und ja, sie streben es an, aber sie erlangen bestenfalls einen Hauch von Glück, der wie ein Windhauch kommt und ruckzuck wieder verschwunden ist. Alles, was so erreicht wird, ist nur die Krönung der Illusion.

Es ist nur eine logische Schlussfolgerung, dass Wahrheit ein besseres Ziel ist, als nur der Illusion die Krone aufzusetzen. Daher ist es das höchste Ziel des Lebens, der höchsten Wahrheit entgegenzustreben. Und auch hier gilt: Die Höchste Wahrheit ist kein Objekt, sondern ein Subjekt, so wie auch du kein Objekt, sondern ein Subjekt bist. So wie du als winziger Funke des Ganzen eine Persönlichkeit ist, ist auch das Ganze eine Persönlichkeit: Die Höchste Persönlichkeit Gottes, Bhagavān.

Das erste Ziel lautet Selbsterkenntnis. Diese ist mit dem Basislager gleichzusetzen, denn ohne zu wissen, wer derjenige ist, der das Wissen erlangen will, weisst du gar nichts. Du erlangst das Wissen über dein wahres Selbst, indem du davon hörst, und indem du davon hörst, beginnst du dich zu erinnern. Und nur wenn du dich erkennst, kannst du dich auch verwirklichen. Selbstverwirklichung bedeutet somit nicht, etwas aus dir zu machen, was du noch nicht bist, sondern wieder das aus dir zu machen, was du nicht mehr bist, und was du aber vergessen hast.

Selbstverwirklichung ist das Gehen des Weges vom Basislager zum Gipfel. Du gehst diesen Weg, indem du dem Ziel entgegenstrebst, und dieses Ziel ist das Höchste Ziel, das du dir setzen kannst. Dabei ist der Gipfel allerdings kein Ding, sondern die Quelle aller Dinge, die sich jenseits aller Dinge befindet. Der Gipfel ist somit das Portal in die Ewigkeit: das Ziel der Selbstverwirklichung. Das Ziel deiner Selbstverwirklichung hat nichts mehr mit deinem Selbst zu tun. Ganz im Gegenteil: Dein Selbst tritt in den Hintergrund, wenn du es verwirklicht hast. Dann wird es zum Teil dessen, was grösser ist, als es selbst, und was daher als das Höchste Selbst bezeichnet wird: Gott.

Auch wenn du es nicht wahrhaben willst: Das höchste Ziel, das du dir setzen kannst, ist Gott. Um Gott zu erreichen, gibt es nur einen einzigen Weg: Du musst dich Ihm hingeben. Hingabe ist der Weg zur Vereinigung mit Gott. Bist du wieder in Liebe und Hingabe mit Gott vereint, dann hast du den Gipfel erklommen und das Ziel allen Lebens erreicht. Du hast dann das erkannt und verwirklicht, was du wirklich bist, und damit kehrst du in die Wirklichkeit dessen zurück, von dem du ein winziger Teil bist. Diese Wirklichkeit ist Gottesverwirklichung. Gott zu verwirklichen bedeutet, den Schleier der Illusion zu entfernen, das falsche Ego zu überwinden und wieder in den ewigen Dienst der Seele zur Überseele, des Selbst zum Überselbst zurückzukehren.

ICH BIN ein individueller Bewusstseinsfunke, Teil des ewigen Feuers der Liebe, des Wissens und der Glückseligkeit.

Diese Botschaft ist an Selina und mich gerichtet. Wir nehmen sie für uns an, richten uns danach und geben sie hiermit auch an all diejenigen weiter, die ebenfalls bereit sind, an sich zu arbeiten, um sich spirituell zu entwickeln. Spirituelle Entwicklung, das Ziel des Lebens, gipfelt in der Hingabe an Gott. Diese Hingabe setzt die Überwindung des falschen Egos voraus. Damit einher geht die Erkenntnis, nicht der Körper, sondern die Seele zu sein, die ein winziges Teilchen Gottes ist. Philosophische Grundlage dieser Botschaften ist das vedische Wissen von der absoluten Wahrheit Gottes wie es u.a. in der Bhagavad-gītā und im Śrīmad-Bhāgavatam verkündet wird.

Bild von David Mark auf Pixabay

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