Warum wir gerade so viel weinen – und warum das ein Geschenk sein kann. Nicky Hamid

Viele Menschen haben mir in letzter Zeit erzählt, dass sie durch Phasen gehen, in denen die Tränen scheinbar kein Ende nehmen wollen.

Momente, in denen schon die kleinste Berührung, ein Lied, ein Gedanke oder eine Erinnerung die Schleusen öffnet. Momente, in denen sie weinen, manchmal sogar schluchzen – und dennoch tief in ihrem Inneren eine erstaunliche Ruhe und ein Gefühl von Wohlsein wahrnehmen.

Vielleicht kennst du das auch.

Dann möchte ich dir etwas sagen:

Diese Tränen sind nicht falsch.

Sie sind nicht das Zeichen dafür, dass etwas mit dir nicht stimmt.

Es sind die wunderschönen Tränen deiner Liebesnatur.

Dein Herz öffnet sich.

Es wird weiter.

Es beginnt, mehr zu umfassen als jemals zuvor.

Das Leben selbst lädt dich ein, dich an dein wahres Wesen zu erinnern – an die Liebe, die du in Wahrheit bist.

Eine Liebe, die nicht von Bedingungen abhängig ist.

Eine Liebe, die keine Gegenleistung erwartet.

Eine Liebe, die weder an Menschen noch an Umstände gebunden ist.

Wir Menschen weinen.

Das gehört zu unserem Menschsein.

Also weine, wenn die Tränen kommen.

Lass sie fließen.

Ohne Widerstand.

Ohne Scham.

Ohne die Geschichte, dass du stark sein müsstest.

Und genauso dürfen wir lachen.

Vielleicht sogar viel häufiger, als wir es uns bisher erlaubt haben.

Lache, wenn das Leben dich dazu einlädt.

Singe, wenn dein Herz danach ruft.

Freue dich an den kleinen und großen Wundern, die jeden Tag vor dir liegen.

Und zwischen all dem – zwischen Lachen und Weinen – liegt ein stiller Raum.

Ein Raum des Beobachtens.

Des Erlaubens.

Des einfachen Seins.

Dort wartet so viel Schönheit.

So viel Frieden.

So viel Freude.

Wenn also Traurigkeit in dir aufsteigt, beobachte sie liebevoll.

Lass sie da sein.

Du musst nichts reparieren.

Nichts wegmachen.

Nichts überwinden.

Und dann erinnere dich daran, dass du auch wieder lächeln kannst.

Dass du wieder singen kannst.

Dass du wieder lachen kannst.

Weil du inzwischen weißt, dass alles kommen und gehen darf.

Auch die Traurigkeit.

Auch die Trauer.

Denn mit der Zeit verschwindet das Gefühl des Verlustes.

Und plötzlich erkennst du:

Nichts Wirkliches kann verloren gehen.

Niemand geht jemals wirklich verloren.

Liebe bleibt.

Immer.

Sie verändert vielleicht ihre Form, doch sie verschwindet niemals.

Du befreist dich.

Und mit dir all jene, von denen du geglaubt hast, sie verloren zu haben.

Denn Liebe ist ewig.

Liebe ist alles.

Und was Liebe ist, kann nicht verschwinden.

Du bist eine Seele, die gerade eine außergewöhnliche menschliche Erfahrung macht.

Je mehr du deine eigene Liebesnatur erkennst, desto mehr Freiheit wirst du in jedem einzelnen Moment deines Lebens spüren.

Tränen.

Lachen.

Und dazwischen der reine Zustand des Seins.

Alles darf da sein.

Alles gehört dazu.

Und alles ist heilig.

Und noch etwas:

Diese tiefe Traurigkeit, die uns manchmal unerwartet berührt, kennt jeder Mensch.

Über viele Generationen hinweg haben wir als Menschheit Schmerz erlebt, Trennung erfahren und unzählige Wunden getragen.

Vielleicht erinnern wir uns nicht bewusst daran – und das ist oftmals ein Geschenk.

Doch die Spuren möchten dennoch heilen.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir heute liebevoll mit uns selbst sind.

Dass wir uns selbst halten.

Uns selbst umarmen.

Uns selbst die Liebe schenken, nach der wir vielleicht lange gesucht haben.

Wenn Traurigkeit auftaucht, ehre sie.

Betrachte sie nicht als Feind.

Sie ist ein Teil deines Heilungsweges.

Erinnere dich daran, dass du heute bewusst bist.

Dass du verstehst.

Dass du fühlst.

Und dass jede Träne, die aus einem liebenden Herzen fließt, etwas Altes erlöst.

Vielleicht nicht nur für dich.

Vielleicht auch für jene, die vor dir gegangen sind.

Vielleicht sogar für die Menschheit als Ganzes.

Deine Tränen sind nicht nur Wasser.

Sie sind Liebe in Bewegung.

Und Liebe heilt auf ihre ganz eigene, stille Weise.

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© Übersetzung Rosi https://www.esistallesda.de