Warum braucht es überhaupt Heiler:innen? Sandra Lumina Jung

Eine Frage, die immer wieder gestellt wird. Wenn doch jeder Mensch Selbstheilungskräfte besitzt, warum braucht es dann überhaupt jemanden, der energetisch begleitet? Aus meiner Wahrnehmung heraus ist die Antwort sehr einfach. Jeder Mensch trägt die Fähigkeit zur Heilung bereits in sich. Der Körper ist ein Wunderwerk der Schöpfung und verfügt über natürliche Kräfte zur Regeneration, Erneuerung und Wiederherstellung von Balance. Doch viele Menschen haben über Jahre, Jahrzehnte oder sogar über viele Inkarnationen hinweg Erfahrungen gespeichert, die ihre innere Ordnung überlagern. Schmerz, Leid, Ängste, alte Verletzungen und tiefe Erschöpfung können dazu führen, dass die natürlichen Selbstheilungskräfte nicht mehr in ihrer vollen Kraft wirken.

Selbst im Alltag können wir das beobachten. Wenn ein Mensch stürzt und sich eine Wunde zuzieht, heilt nicht der Arzt die Wunde. Der Arzt kann reinigen, versorgen und unterstützen. Die eigentliche Heilung vollzieht der Körper selbst. Gleichzeitig würde kaum jemand behaupten, dass die Unterstützung des Arztes überflüssig sei. Oder nehmen wir einen Menschen, der jahrelang vergessen hat, wie man Fahrrad fährt. Die Fähigkeit ist nicht verschwunden, sie liegt nur verborgen. Manchmal braucht es jemanden, der erinnert, begleitet und Sicherheit gibt, bis das Verloren Geglaubte wieder zugänglich wird. Genauso verhält es sich aus meiner Sicht mit vielen Formen der Heilung.

Genau hier entsteht das Zusammenspiel. Ein Heiler heilt niemanden. Er erschafft nichts, was nicht bereits als Möglichkeit im Menschen vorhanden wäre. Vielmehr erinnert er das System an etwas, das es vergessen hat. Durch Bewusstsein, Präsenz, Erfahrung und die Fähigkeit, Energie gezielt zu lenken, können Impulse gesetzt werden, die den Körper und das Bewusstsein dabei unterstützen, wieder in ihre natürliche Ordnung zurückzufinden. Dabei wirken immer beide Seiten zusammen. Die Bereitschaft des Klienten, die Selbstheilungskräfte des Körpers, die innere Ausrichtung, das Vertrauen und die Öffnung für Veränderung. Gleichzeitig wirken die Erfahrung, die Wahrnehmung und die Bewusstseinskraft des Heilers. Es ist wie bei einem Samen, der das gesamte Potenzial eines Baumes bereits in sich trägt. Doch manchmal braucht es Sonnenlicht, Wasser und einen fruchtbaren Boden, damit sich dieses Potenzial vollständig entfalten kann.

Viele betrachten den Heiler als etwas Äußeres. Doch wenn wir tiefer schauen, erkennen wir, dass es dieses Außen eigentlich gar nicht gibt. Der Klient und der Heiler sind letztlich unterschiedliche Ausdrucksformen desselben Bewusstseins, die sich für einen Moment begegnen. Der eine erinnert den anderen an das Licht, das er selbst vielleicht vorübergehend vergessen hat. Jeder Mensch besitzt die Fähigkeit, heilend zu wirken. Manche haben diese Fähigkeit bereits bewusst entwickelt, trainiert und über viele Jahre verfeinert. Andere beginnen gerade erst, sich daran zu erinnern. Deshalb geht es niemals darum, jemanden über sich selbst zu stellen oder Abhängigkeiten zu erschaffen. Es geht darum, Brücken zu bauen, bis ein Mensch wieder den Zugang zu seiner eigenen Kraft findet.

Vielleicht ist das die schönste Form von Heilung. Nicht, dass jemand etwas für einen anderen tut. Sondern dass zwei Bewusstseinsaspekte einander begegnen und gemeinsam einen Raum erschaffen, in dem Erinnerung möglich wird. Einen Raum, in dem das Verloren Geglaubte zurückkehrt. Einen Raum, in dem die Seele wieder beginnt, ihre eigene Melodie zu hören. Denn die Kraft, nach der wir so oft im Außen suchen, hat in Wahrheit die ganze Zeit still in uns gewartet.

Deine Sandra Lumina 💫

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