Vorwort
Da ich für die Übersetzung der Beiträge einiger Autoren regelmäßig Facebook aufsuchen muss, begegnen mir dort derzeit auffallend häufig Hinweise auf das sogenannte EBS (Emergency Broadcasting System) sowie auf die Empfehlungen zahlreicher Regierungen, sich mit ausreichenden Vorräten auf mögliche Krisensituationen vorzubereiten.
Da mich diese Hinweise inzwischen (wie schon in den Vorjahren geschehen) immer wieder erreichen, habe ich beschlossen, auch diesem Impuls nachzugehen und mich erneut mit dem Thema zu beschäftigen.
Der nachfolgende Beitrag ist das Ergebnis dieser Beschäftigung und soll vor allem der Information und eigenen Meinungsbildung dienen.
Möge jeder für sich selbst entscheiden, was er aus diesen Informationen mitnimmt und welche Bedeutung er ihnen beimisst.
Rosi
Von Mark A. Shryock
Etwas Wichtiges geschieht derzeit auf der ganzen Welt, und ich denke, wir müssen sehr genau darauf achten.
Berichte, die in diesem Monat kursieren, nennen siebzehn Regierungen, die ihre Bürger auffordern, sich darauf vorzubereiten, ohne Strom, fließendes Wasser, Bankdienstleistungen, Telefonverbindungen und all die anderen Dinge auszukommen, die für die meisten von uns selbstverständlich sind: Großbritannien, Japan, Belgien, Irland, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Polen, Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, Estland, Lettland, Litauen, die Schweiz und Taiwan. Je nach Land werden Familien aufgefordert, drei Tage, eine Woche oder zehn Tage lang eigenständig zurechtzukommen. Die Europäische Union hat eine eigene Strategie zur Krisenvorsorge verabschiedet. Und hier (bei Mark) in den Vereinigten Staaten hat sich das Pentagon das Ziel gesetzt, seine großen Militärstützpunkte unabhängig vom zivilen Stromnetz und den Versorgungsketten betreiben zu können, auf die sie heute angewiesen sind.
Dabei geht es um sehr viel mehr als Konservendosen und Wasserflaschen. Die Regierungen, die diese Empfehlungen herausgeben, sprechen offen über Cyberangriffe, Sabotage, Krieg, Angriffe auf Kraftwerke und Kommunikationsleitungen, unterbrochene Lieferketten und die schlichte Tatsache, dass Rettungsdienste bei einer großen Krise nicht überall gleichzeitig sein können.
Gleichzeitig stehen die Strukturen, die seit dem Zweiten Weltkrieg weite Teile der Welt geprägt haben, unter erheblichem Druck. Rund achtzig Jahre lang lebte ein großer Teil der freien Welt unter einem amerikanischen Schutzschirm, der aus militärischem Schutz, dem amerikanischen Dollar und Handelsregeln bestand, an deren Gestaltung und Durchsetzung die Vereinigten Staaten maßgeblich beteiligt waren.
Die amerikanische Macht ist nicht verschwunden. Was jedoch zu Ende geht, ist die Gewohnheit, sich ohne jede Frage auf diesen Schutzschirm zu verlassen. Immer mehr dieser Länder handeln so, als könnten sie diesen Schutz nicht länger als selbstverständlich betrachten. Sie bauen ihre Armeen und Waffenfabriken wieder auf, schaffen eigene Zahlungs- und Kommunikationssysteme und verringern ihre Abhängigkeit von Lieferanten, denen sie nicht mehr vertrauen.
Ich habe mir die Zeit genommen, die Ankündigungen zur Krisenvorsorge bis zu den Regierungen zurückzuverfolgen, die sie veröffentlicht haben, denn die Zeitpunkte sind wichtig. Die siebzehn Länder haben keineswegs alle in der letzten Oktoberwoche 2026 entsprechende Ankündigungen gemacht. Ihre Empfehlungen entwickelten sich über mehrere Jahre hinweg und nahmen nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 deutlich an Fahrt auf.
Was der Oktober bewirkte, war, dass innerhalb weniger Tage mehrere neue Entwicklungen öffentlich wurden. Großbritannien startete seine Kampagne am 22. Oktober. Fox News berichtete am 25. Oktober über das Ziel des Pentagons, Militärstützpunkte für 90 Tage unabhängig versorgen zu können. Finnland veröffentlichte am 27. Oktober seine Untersuchung darüber, wie ein Land eine jahrelange Krise übersteht. Am selben Tag kündigte Japans Katastrophenschutzminister einen landesweiten Aufruf für den 2. November an.
Die siebzehn Länder
Norwegen begann seine moderne Vorsorgekampagne im Herbst 2018 und forderte jeden Haushalt auf, sich darauf einzustellen, mindestens drei Tage ohne Strom, Wasser und Mobilfunknetze selbst versorgen zu können. Im Mai 2024 erhöhte die norwegische Direktion für Bevölkerungsschutz diese Empfehlung auf eine volle Woche. Im Herbst desselben Jahres verschickte sie eine neue Broschüre an sämtliche Haushalte des Landes.
Die Behörde erklärt den Grund dafür ganz offen. Bei einer Krise, die viele Menschen gleichzeitig betrifft, müssen die Behörden, Gemeinden und Rettungsdienste ihre Hilfe zunächst denjenigen zukommen lassen, die ohne Unterstützung nicht zurechtkommen.
Schweden verfügt über eine lange Tradition des Zivilschutzes. Bereits 2020 beschloss die Regierung, den Menschen zu empfehlen, sich darauf vorzubereiten, eine Woche lang eigenständig zurechtzukommen. Seit 2024 verwendet die schwedische Behörde für Zivilschutz und Widerstandsfähigkeit die Formulierung „mindestens eine Woche“.
Im November 2024 verschickte sie rund 5,2 Millionen Exemplare einer aktualisierten Broschüre mit dem Titel „Im Falle einer Krise oder eines Krieges“.
Die Checkliste der Behörde umfasst abgefülltes Trinkwasser, Lebensmittel, die ohne Kühl- oder Gefrierschrank haltbar sind, einen Campingkocher mit Brennstoff, ein Radio mit Batterien oder Handkurbel, eine alternative Möglichkeit zum Heizen, Schlafsäcke und Decken, Medikamente, Hygieneartikel, Bargeld für den Fall, dass Kartenzahlungen nicht mehr funktionieren, sowie eine auf Papier geschriebene Liste wichtiger Telefonnummern.
Die Behörde warnt, dass während einer Krise oder eines Krieges Strom, Wasser, Transportmöglichkeiten, Geschäfte und Zahlungsmöglichkeiten nicht für alle Menschen gleichzeitig verfügbar sein werden. Hilfe werde zuerst denjenigen zukommen, die sie am dringendsten benötigen.
Finnland stellte seinen umfassenden Leitfaden zur Krisenvorsorge am 18. November 2024 online. Darin werden Haushalte aufgefordert, für mindestens 72 Stunden vorbereitet zu sein. Der Leitfaden behandelt Stromausfälle, Unterbrechungen der Wasserversorgung, Ausfälle von Telefon und Internet, Epidemien, extreme Wetterereignisse und militärische Bedrohungen.
Doch Finnland hat gerade etwas erheblich Wichtigeres veröffentlicht.
Am 27. Oktober 2026 veröffentlichte die finnische Nationale Agentur für Versorgungssicherheit einen Bericht darüber, was Finnland aus den Erfahrungen der Ukraine gelernt hat. Die zentrale Frage lautet, wie eine gesamte Gesellschaft während einer Krise funktionsfähig bleibt, die nicht nur Tage oder Wochen, sondern Jahre andauert.
Die Behörde erklärt, sie habe den Krieg Russlands während der gesamten viereinhalb Jahre verfolgt und Regierungsvertreter sowie Wirtschaftsführer in die Ukraine entsandt, um die dortigen Erfahrungen aus erster Hand zu untersuchen.
Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind ausgesprochen praktisch.
Eine Gesellschaft kann nicht funktionieren, wenn die Menschen fehlen, die ihre Systeme betreiben. Kritische Dienstleistungen sollten dezentral organisiert sein, denn der Ausfall einer kleinen Einrichtung verursacht wesentlich weniger Schaden als der Ausfall einer großen zentralen Anlage.
Energieversorgung, Telefonnetze und Verkehr müssen geschützt werden, weil alles andere von ihnen abhängt. Schäden müssen schnell repariert werden, damit das tägliche Leben weitergehen kann.
Die Menschen benötigen gemeinsame, rechtzeitige Informationen, beispielsweise über Anwendungen auf ihren Telefonen, die ihnen mitteilen, wann sie Schutz suchen müssen.
Und Regierung und Privatwirtschaft müssen eng zusammenarbeiten, weil Unternehmen so viele lebenswichtige Dienstleistungen bereitstellen.
Die wichtigste Erkenntnis der Behörde lautet, dass Vorräte und Ersatzsysteme allein nicht ausreichen, um ein Land während einer lang andauernden Krise aufrechtzuerhalten.
Dänemark veröffentlichte im Juni 2024 über seine Katastrophenschutzbehörde die Empfehlungen „Auf Krisen vorbereitet“ und übermittelte die Informationen über das digitale Postsystem des Landes an rund 4,5 Millionen Erwachsene.
Die Behörde fordert Haushalte auf, sich drei Tage lang selbst versorgen zu können, mit drei Litern Wasser pro Person und Tag.
Aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage in Europa bezeichnet sie Cyberangriffe und Sabotage als ernsthafte Bedrohungen. Sie erklärt in einfachen Worten, was ein Stromausfall bedeutet: kein Wasser aus dem Hahn, kein Kühlschrank und kein Herd sowie für eine gewisse Zeit keine Möglichkeit, einzukaufen, zu telefonieren oder das Internet zu nutzen.
Im Februar 2026 ging die dänische Regierung noch weiter. Sie kündigte ein System der „umfassenden Vorsorge“ nach dem Vorbild ihrer nordischen Nachbarn an.
Dafür wurden 1,2 Milliarden Kronen bereitgestellt, laut der Nachrichtenagentur AFP etwa 190 Millionen Dollar, um Regierung, Unternehmen und Bürger auf schwere Krisen und im schlimmsten Fall auf einen Krieg vorzubereiten.
Estland fordert Haushalte auf, Vorräte für mindestens sieben Tage anzulegen. Die estnische Rettungsbehörde erklärt, dass es umso länger dauert, bis Hilfe jeden einzelnen Haushalt erreicht, je größer eine Krise wird.
Ihre Empfehlungen umfassen Wasser, Lebensmittel, Medikamente, Heizung, Telefone, Transport, Bankdienstleistungen und sanitäre Versorgung. Familien sollen einen Plan erstellen und eine schriftliche Liste mit Telefonnummern von Angehörigen, Nachbarn und Rettungsdiensten aufbewahren.
Lettland entwickelte über sein Verteidigungsministerium das Programm „72 Stunden“, damit die Bevölkerung die ersten drei Tage eines nationalen Notfalls überstehen kann.
Der erweiterte Leitfaden von 2024 behandelt Lebensmittel, Trinkwasser, Medikamente, Kommunikation, Evakuierung, Falschinformationen, chemische und nukleare Notfälle sowie das Verhalten jedes Einzelnen im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Land.
Litauen betreibt ein öffentliches Vorsorgeprogramm namens LT72, benannt nach den ersten 72 Stunden eines Notfalls.
Haushalte werden aufgefordert, für diesen Zeitraum Lebensmittel und Wasser bereitzuhalten, ihre mögliche Evakuierung zu planen, die Standorte von Schutzräumen zu kennen und auf Luftalarm, Strahlenunfälle sowie den Ausfall normaler Telefonverbindungen vorbereitet zu sein.
Polen veröffentlichte am 28. August 2025 über sein Regierungszentrum für Sicherheit einen neuen Sicherheitsleitfaden, der gemeinsam mit dem Innenministerium und dem Verteidigungsministerium erarbeitet wurde.
Die Regierung ließ fast 17 Millionen Exemplare drucken. Ende Dezember 2025 begann der Versand in drei östlichen Provinzen. Bis Ende Januar 2026 sollte jeder Haushalt des Landes erreicht werden.
Der Leitfaden empfiehlt Vorräte für mindestens drei Tage und behandelt Überschwemmungen, lang anhaltende Stromausfälle, Cyberangriffe, Falschinformationen, Evakuierungen und militärische Bedrohungen.
Dann, in der Nacht des 30. Juli 2026, während eines massiven russischen Raketenangriffs auf die Westukraine, drang ein russischer Marschflugkörper vom Typ Kh 101 in den polnischen Luftraum ein und explodierte auf einem Feld in der Region Lublin.
Am nächsten Morgen, dem 31. Juli, verschickte das Regierungszentrum für Sicherheit eine Notfallwarnung an Mobiltelefone in ganz Polen, einschließlich eines Links zum Herunterladen des Leitfadens.
Deutschland veröffentlichte am 13. Oktober 2025 über das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe einen vollständig überarbeiteten Ratgeber.
Darin werden Haushalte aufgefordert, sich nach Möglichkeit zehn Tage lang selbst versorgen zu können. Zugleich wird betont, dass bereits Vorräte für drei Tage eine große Hilfe darstellen.
Anders als frühere Ausgaben behandelt der neue Ratgeber Cyberangriffe, Sabotage, Falschinformationen, Explosionen und Luftangriffe.
Der Präsident der Behörde, Ralph Tiesler, erklärte, die weltpolitische Lage bereite vielen Menschen Sorgen. Der Ratgeber solle ihnen Unterstützung und Orientierung geben.
Die Niederlande starteten am 3. November 2025 ihre Kampagne „Denk vooruit“, auf Deutsch „Denk voraus“. Zwischen dem 17. November und dem 18. Dezember wurde die dazugehörige Broschüre an mehr als acht Millionen Adressen verteilt.
Die Regierung fordert Haushalte auf, die ersten 72 Stunden eines Notfalls mit Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten, Bargeld und einem Radio eigenständig überstehen zu können.
Die Begründung ist eindeutig: Während der ersten 72 Stunden eines Notfalls können die Rettungsdienste nicht überall gleichzeitig sein. Deshalb werden die meisten Menschen zunächst auf sich allein gestellt sein.
Belgien fordert über sein Nationales Krisenzentrum die Haushalte auf, sich entsprechend den Empfehlungen innerhalb der Europäischen Union mindestens 72 Stunden lang selbst versorgen zu können.
Anfang 2026 begann eine vierjährige Kampagne mit dem Titel „Gemeinsam vorbereitet“. Am 1. Oktober veröffentlichte das Krisenzentrum als zweite Phase der Kampagne einen praktischen Leitfaden.
Belgien macht beim Wasser genauere Angaben als die meisten anderen Länder: zwischen drei und zehn Litern pro Person und Tag. Ein Erwachsener trinkt täglich eineinhalb bis zwei Liter. Der Rest wird zum Waschen, Kochen und für die Toilettenspülung benötigt.
Die Behörde erklärt außerdem ausdrücklich, was der Ausfall der Versorgung im eigenen Zuhause bedeutet.
Ohne Wasser kann man nicht duschen, sich nicht die Hände waschen und die Toilette nicht spülen. Ohne Gas oder Strom gibt es kein Licht, keine Heizung, keine Kochmöglichkeit, keinen Aufzug und kein elektrisch betriebenes Garagentor.
Belgien empfiehlt, ausreichend Bargeld und für etwa 72 Stunden, Kopien von Personalausweisen und Versicherungsunterlagen sowie eine schriftliche Liste wichtiger Telefonnummern bereitzuhalten.
Frankreich veröffentlichte am 20. November 2025 seinen nationalen Leitfaden „Tous responsables“, auf Deutsch „Wir alle tragen Verantwortung“. Er wurde unter der Leitung des Generalsekretariats für Verteidigung und nationale Sicherheit erstellt.
Jeder Haushalt soll ein Notfallpaket für 72 Stunden zusammenstellen. Dazu gehören sechs Liter abgefülltes Trinkwasser pro Person, Lebensmittel, die nicht gekocht werden müssen, Medikamente, eine Taschenlampe, ein batteriebetriebenes Radio, Ersatzbatterien, Bargeld für den Fall, dass Geldautomaten nicht mehr funktionieren, warme Kleidung, Rettungsdecken und Kopien wichtiger Dokumente.
Die aufgeführten Gefahren reichen von Naturkatastrophen und Industrieunfällen über Cyberangriffe, Terrorismus und Epidemien bis hin zu bewaffneten Konflikten.
Großbritannien startete am 22. Oktober 2026 seine Kampagne „Be Ready“, auf Deutsch „Sei vorbereitet“.
Das Kabinettsbüro bezeichnet sie als erste Phase einer dreijährigen Kampagne. Sicherheitsminister Dan Jarvis erklärte, Großbritannien ziehe damit mit seinen europäischen Nachbarn gleich.
Haushalte sollen darauf vorbereitet sein, drei Tage ohne die üblichen Versorgungsleistungen auszukommen.
Empfohlen werden drei Liter Trinkwasser pro Person und Tag, Lebensmittel, die ohne Kochen verzehrt werden können, Taschenlampen, Ersatzbatterien, tragbare Ladegeräte für Mobiltelefone, ein Radio und Bargeld.
Die Regierung verweist auf die Stürme des vergangenen Winters und die Waldbrände dieses Sommers, die Stromversorgung, Wasserversorgung, Mobilfunkempfang und Internetverbindungen beeinträchtigt hatten.
Außerdem fordert sie die Menschen auf, sich in das sogenannte Priority Services Register eintragen zu lassen. Dieses Register hilft Gasversorgern, Wasserversorgern und Stromunternehmen dabei, diejenigen Kunden zu identifizieren, die in einem Notfall zusätzliche Unterstützung benötigen.
In der britischen Ankündigung hieß es, dass der dreitägige Vorsorgestandard, der im Mittelpunkt der Kampagne steht, auch von Frankreich, Irland und den Niederlanden angewendet werde.
Im Fall Irlands zeigen die eigenen Unterlagen der irischen Regierung jedoch etwas anderes.
Irland startete am 28. August 2026 seine Kampagne „Be Emergency Ready“, auf Deutsch „Sei auf Notfälle vorbereitet“.
Am 21. September begann die Post mit der Zustellung von rund 2,2 Millionen Broschüren an Haushalte im ganzen Land.
Die Broschüre behandelt Stromausfälle, Überschwemmungen, extreme Wetterereignisse und familiäre Notfallpläne.
Die Checkliste enthält zwei bis drei Liter Trinkwasser pro Person und Tag, haltbare Lebensmittel, eine Taschenlampe, Ersatzbatterien, ein Radio, Medikamente und Kopien wichtiger Dokumente.
Unterlagen, die auf Grundlage des irischen Informationsfreiheitsgesetzes veröffentlicht wurden und über die The Journal am 19. Oktober berichtete, zeigen, dass Beamte ursprünglich geplant hatten, den Menschen zu empfehlen, mindestens 72 Stunden lang eigenständig zurechtzukommen.
Als Testgruppen frühe Fassungen der Kampagne zu sehen bekamen, fragten viele Menschen, was geschehen sei, von dem sie nichts wüssten, und was die Regierung wisse, das ihnen selbst nicht bekannt sei.
Daraufhin strich die Regierung die Empfehlung für 72 Stunden.
Die endgültige Broschüre nennt keine bestimmte Anzahl von Tagen. Sie fordert die Menschen auf, einen angemessenen Vorrat an lebenswichtigen Dingen bereitzuhalten, und versichert ihnen, dass der Staat und die Rettungsdienste helfen werden.
Die Schweiz empfiehlt Lebensmittelvorräte für etwa eine Woche und mindestens neun Liter Trinkwasser pro Person. Nach Angaben des Bundesamtes für wirtschaftliche Landesversorgung reicht diese Wassermenge ungefähr drei Tage lang zum Trinken und Kochen.
Die Schweiz unterhält ein umfangreiches Zivilschutzsystem mit Schutzräumen, Notfalltreffpunkten und Plänen, um die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern auch dann aufrechtzuerhalten, wenn Transport und Verteilung zusammenbrechen.
Taiwan veröffentlichte am 16. September 2025 über sein Verteidigungsministerium den nationalen Leitfaden für öffentliche Sicherheit mit dem Titel „Im Falle einer Krise“. Am 19. November begann der Versand an rund 9,8 Millionen Haushalte.
Der Leitfaden empfiehlt mindestens drei Liter Trinkwasser pro Person und Tag.
Er behandelt Naturkatastrophen, Stromausfälle, unterbrochene Kommunikationsverbindungen, Falschinformationen, Luftalarmsirenen, Schutzräume und militärische Angriffe. Außerdem geht er auf die Gefahr durchtrennter Unterseekabel für die Kommunikation und den möglichen Ausfall des elektronischen Bankverkehrs ein.
Die offizielle Erläuterung des Leitfadens, die für das Präsidialamt Taiwans vorbereitet wurde, beschreibt einen Standard von 72 Stunden, also Vorräte für mindestens drei Tage.
Einige veröffentlichte Zusammenfassungen des Leitfadens sprechen dagegen von einer Woche. Die Angaben widersprechen sich.
Japan fordert seine Haushalte seit Langem auf, wegen Erdbeben, Tsunamis und Vulkanen Lebensmittel und Wasser für mindestens drei Tage, vorzugsweise aber für eine Woche, bereitzuhalten.
Am 27. Oktober 2026 berichtete die Seoul Economic Daily unter Berufung auf den japanischen Fernsehsender Fuji TV, dass Katastrophenschutzminister Goshi Hosono am 2. November einen dringenden landesweiten Aufruf veröffentlichen werde. Der Zeitpunkt fällt mit der Gründung der neuen nationalen Katastrophenschutzbehörde Japans zusammen.
Hosono forderte die Menschen auf, ausreichend Lebensmittel, Wasser und Toilettenbedarf zu Hause aufzubewahren, um ohne jegliche staatliche Hilfe auskommen zu können. Die Vorräte sollten für mindestens drei Tage reichen, nach Möglichkeit für eine Woche.
Japan bereitet sich auf ein gewaltiges Erdbeben entlang des Nankai Grabens, ein Erdbeben direkt unter Tokio und einen Ausbruch des Fuji vor.
Jedes dieser Ereignisse könnte Straßen und Telefonnetze unterbrechen und verhindern, dass Hilfe von außen rechtzeitig eintrifft.
Damit sind die siebzehn Länder vollständig, die in den kursierenden Berichten genannt werden.
Es handelt sich um tatsächliche Regierungsprogramme, auch wenn sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten begonnen wurden und in jedem Land auf unterschiedliche Gefahren reagieren.
Und die siebzehn Länder bilden nicht das gesamte Bild ab.
Am 26. März 2025 verabschiedete die Europäische Kommission ihre Strategie für eine Union der Krisenvorsorge. Darin werden die Menschen in der gesamten Europäischen Union aufgefordert, lebenswichtige Vorräte für mindestens 72 Stunden bereitzuhalten. Außerdem legt die Strategie 30 zentrale Maßnahmen fest.
Als Bedrohungen werden militärische Konflikte, Cyberangriffe, Sabotage, ausländische Einflussnahme, Pandemien, Naturkatastrophen und klimabedingte Notlagen genannt.
Die Strategie fordert Notfallvorräte, stärkere Frühwarnsysteme, eine engere Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Behörden, Aufklärung der Bevölkerung und den Schutz kritischer Infrastruktur.
Zusammengenommen zeigen diese Programme, dass Regierungen in ganz Europa und in Teilen Asiens die Krisenvorsorge privater Haushalte inzwischen als Bestandteil der nationalen Verteidigung betrachten.
Immer häufiger planen sie für den Fall, dass mehrere lebenswichtige Systeme gleichzeitig ausfallen.
Die Verwundbarkeit der modernen Zivilisation
Die meisten von uns kaufen Lebensmittel, die Hunderte oder Tausende Kilometer zurückgelegt haben. Wir sind auf Strom angewiesen, um diese Lebensmittel zu kühlen, unser Trinkwasser zu pumpen, Kläranlagen zu betreiben, unsere Telefone funktionsfähig zu halten und unser Geld zu bewegen.
Supermärkte sind auf Lastwagen, Diesel, Kühlung, Computer und Netzwerke für Kartenzahlungen angewiesen. Krankenhäuser benötigen Strom, sauberes Wasser, Medikamente, medizinische Materialien, Telefone und Transportmöglichkeiten. Banken sind auf Telefonleitungen, Rechenzentren, Zahlungsnetzwerke und Elektrizität angewiesen.
Bei einem lang anhaltenden regionalen Stromausfall schalten Wasserpumpstationen auf Notstromversorgung um. Mobilfunkmasten werden durch Batterien und Generatoren betrieben, bis die Batterien leer sind oder der Treibstoff aufgebraucht ist.
Tankstellen verlieren den Strom, den sie für ihre Pumpen benötigen. Geschäfte können ihre Kühlanlagen und Kassensysteme nicht mehr betreiben. Geldautomaten fallen aus. Krankenhäuser beginnen, ihre Vorräte an Generatorentreibstoff und medizinischen Materialien genau zu überwachen.
Wo die Abwasserentsorgung von elektrischen Pumpen abhängt, staut sich das Abwasser zurück, und die hygienischen Verhältnisse werden zu einer ernsthaften Gefahr.
Ein Lagerhaus kann voller Lebensmittel sein, während die Menschen in seiner Umgebung nichts davon kaufen können. Eine Familie kann Tausende Dollar auf ihrem Bankkonto haben, ohne auf einen einzigen Dollar zugreifen zu können.
Die Lebensmittel, der Treibstoff und das Geld sind weiterhin vorhanden. Was aufgehört hat zu funktionieren, ist das System, das sie bewegt.
Genau diese Schwachstelle wird in den Regierungsdokumenten immer wieder beschrieben. Und deshalb sind Cyberangriffe und Sabotage gegen Stromversorgung, Telefonnetze, Verkehr, Banken und Treibstoffversorgung zu Problemen der nationalen Sicherheit geworden.
Die Wirtschaft eines Landes kann lahmgelegt werden, ohne dass jemals ein feindlicher Soldat seine Städte betritt.
Russlands Krieg gegen die Ukraine hat gezeigt, was jahrelange Angriffe auf Kraftwerke, Stromleitungen und Heizsysteme für Millionen Menschen bedeuten.
Der finnische Bericht vom 27. Oktober zieht hier eine klare Grenze.
Um die ersten Tage eines Notfalls zu überstehen, braucht man Vorräte. Um eine lang anhaltende nationale Krise zu überstehen, braucht man eine funktionierende Wirtschaft, lebenswichtige Dienstleistungen, Reparaturteams, Arbeitskräfte und Gemeinschaften, die auch unter schwierigen Bedingungen weiter funktionieren.
Finnland untersucht, wie es der Ukraine gelungen ist, das tägliche Leben während mehr als vier Jahren Krieg aufrechtzuerhalten.
Das ist eine weitaus größere Herausforderung als die Zusammenstellung eines Notfallpakets für den eigenen Haushalt.
Das Pentagon bereitet sich auf dasselbe Infrastrukturproblem vor
Am 30. September 2026 kündigte Pete Hegseth in einer Rede vor Soldaten auf dem Stützpunkt des Marine Corps in Quantico, Virginia, sechs neue Initiativen an. Seine Amtsbezeichnung war von der Regierung vom Verteidigungsminister zum Kriegsminister geändert worden.
Eine dieser Initiativen trägt den Namen FORTRESS America. Die Abkürzung steht für „Federal Operations for Resilience, Troop Resources, Energy, Supply, and Survivability“, also für Bundesmaßnahmen zur Widerstandsfähigkeit, zur Versorgung der Truppen mit Ressourcen und Energie sowie zur Sicherung von Versorgung und Überlebensfähigkeit.
Ziel ist es, große Militärstützpunkte so betreiben zu können, dass sie nicht mehr vom zivilen Stromnetz und den zivilen Lieferketten abhängig sind.
Hegseth erklärte, dass langfristig jede große militärische Einrichtung in Amerika ihren eigenen Strom erzeugen werde, unabhängig vom zivilen Stromnetz.
Er sagte, die Lieferketten für Seltene Erden, Spezialmetalle, Computerchips und die Treibstoffe, die Raketen und Artilleriegeschosse antreiben, würden wieder ins eigene Land verlagert.
Außerdem werde das Militär umfangreiche strategische Reserven lebenswichtiger Güter aufbauen.
Wie The War Zone berichtete, fasste er das Ziel folgendermaßen zusammen:
„Amerika darf nicht ausgehungert, lahmgelegt oder von der Versorgung abgeschnitten werden können.“
Am 25. Oktober berichtete Fox News Digital, dass interne Dokumente des Pentagons, die der Redaktion vorlagen, ein verbindliches Ziel festlegen.
Jeder große Militärstützpunkt auf dem amerikanischen Festland soll in der Lage sein, seine wesentlichen Funktionen mindestens 90 Tage lang eigenständig aufrechtzuerhalten. Dazu gehören die eigene Versorgung mit Strom, Wasser und Treibstoff sowie unabhängige Kommunikationsmöglichkeiten.
Sean Parnell, der leitende Sprecher des Pentagons und Verantwortliche für die FORTRESS Initiative, erklärte gegenüber Fox News, dass sich das Militär bei der Landesverteidigung nicht auf die gewöhnliche zivile Infrastruktur der Städte verlassen könne.
Er bezeichnete diese Abhängigkeit als „ein untragbares Risiko“.
Im Klartext bedeutet das, dass der Sprecher des Pentagons selbst es als untragbares Risiko bezeichnet, dass das amerikanische Militär inzwischen so stark von denselben Stromnetzen, Wasserleitungen und Treibstofflieferungen abhängig ist wie der Rest der Bevölkerung.
Das Militär will deshalb über genügend unabhängige Stromversorgung, Wasser, Treibstoff, Kommunikationsmöglichkeiten und lebenswichtige Vorräte verfügen, um auch während einer schweren Störung weiterarbeiten zu können.
Die Angabe von 90 Tagen stammt aus den Dokumenten, die Fox News eingesehen hat.
The War Zone berichtete am folgenden Tag, es sei unklar, ob Parnell selbst die Zahl von 90 Tagen bestätigt habe. Außerdem müsse noch sehr viel Arbeit geleistet werden, bevor Militärstützpunkte tatsächlich drei Monate ohne Hilfe von außen auskommen könnten.
Es handelt sich um ein Planungsziel, nicht um eine bereits erreichte Fähigkeit.
Fox berichtete außerdem, dass FORTRESS Reserven an Munition, Treibstoff, kritischen Mineralien, Elektronik, Ersatzteilen und medizinischen Materialien vorsieht.
Für die wichtigsten militärischen Bedürfnisse müssen mindestens zwei qualifizierte Lieferanten zur Verfügung stehen, damit der Ausfall einer einzelnen Fabrik den Betrieb nicht zum Stillstand bringen kann.
Über ein Programm namens Civil Reserve Manufacturing Network plant das Pentagon zudem, zivile Fabriken einzubinden, die im Krisenfall auf die Produktion von Verteidigungsgütern umgestellt werden könnten.
Hegseth hat auch Medikamente und Blut zu den Versorgungsgütern gezählt, deren Lieferung niemals unterbrochen werden dürfe.
Parnells Warnung gegenüber Fox war unmissverständlich: Der nächste große Krieg werde wahrscheinlich an mehreren Fronten geführt werden. Und wenn er komme, würden die globalen Lieferketten zusammenbrechen.
Ein Teil dieser Arbeiten war bereits im Gange, bevor FORTRESS angekündigt wurde.
Am 26. August 2026 gab die US Army bekannt, dass ihr Janus Programm fünf Unternehmen ausgewählt habe, die auf Militärstützpunkten Mikroreaktoren errichten und betreiben sollen. Dabei handelt es sich um kleine Kernkraftwerke.
Antares Nuclear soll in Fort Bragg in North Carolina bauen, BWXT in Fort Campbell in Kentucky, General Atomics in Fort Hood in Texas, Radiant Industries in Fort Benning in Georgia und Westinghouse in Fort Drum im Bundesstaat New York.
Die Armee stellt für das Programm in den Haushaltsjahren 2027 bis 2031 bis zu 2,2 Milliarden Dollar bereit.
Die Zahlungen erfolgen nur dann, wenn die Unternehmen festgelegte technische Ziele erreichen. Zusätzlich werden private Investitionen erwartet.
Insgesamt sollen mehr als 20 Mikroreaktoren gebaut werden.
Der erste soll bis September 2028 auf einem Militärstützpunkt in Betrieb gehen. Diese Frist wurde in der präsidialen Verfügung 14299 von Präsident Trump festgelegt.
Heeresminister Dan Driscoll erklärte, das Ziel bestehe darin, die Stützpunkte mit Strom zu versorgen, ohne auf möglicherweise verwundbare externe Stromnetze angewiesen zu sein.
Doch Energie ist nur ein Teil des Problems.
Eine Streitmacht benötigt auch Waffen, Munition, Treibstoff, Ersatzteile, Medikamente und Lebensmittel.
Ohne funktionierende Fabriken und Transportmöglichkeiten bleiben irgendwann selbst die modernsten Waffen ungenutzt stehen.
Das amerikanische Militär bereitet sich auf die Möglichkeit vor, dass die weltweiten Produktionsnetzwerke und Transportwege, auf die es sich bisher verlassen hat, während eines großen Krieges nicht mehr zuverlässig funktionieren.
Dann gibt es noch eine Feststellung, von der die meisten Menschen nie etwas gehört haben.
Am 15. Juli 2026 traf Hegseth auf Grundlage eines Bundesgesetzes eine formelle Feststellung, dass ein militärischer Notfall oder zumindest eine erhebliche Wahrscheinlichkeit dafür bestehe.
Dabei gehe es um ein erhöhtes Risiko für amerikanische Streitkräfte, mit chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Waffen angegriffen zu werden oder mit gewöhnlichen Kriegswaffen, darunter Schusswaffen, Geschosse und Sprengvorrichtungen.
Am 31. August unterzeichnete Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. auf Grundlage dieser Feststellung eine Erklärung, die am 3. September im Federal Register veröffentlicht wurde.
Sie schafft die Möglichkeit, dass die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA den Notfalleinsatz von Schmerzmitteln für verwundete Soldaten erlaubt, noch bevor deren reguläres Zulassungsverfahren abgeschlossen ist.
Die Erklärung nennt verschiedene Arten von Verletzungen auf dem Schlachtfeld, jedoch keine bestimmte militärische Operation.
Zusammengenommen bedeutet das, dass das Pentagon seine Stützpunkte gegen Stromausfälle absichert, kritische Lieferketten ins eigene Land zurückholt, strategische Reserven aufbaut, eigene Kernenergieversorgung schafft und den Weg für den Notfalleinsatz von Schmerzmitteln bei schwer verwundeten Soldaten freimacht.
Jedes einzelne dieser Programme dient dazu, die Einsatzfähigkeit des Militärs auch während schwerer Kriege und massiver Störungen aufrechtzuerhalten.
Gleichzeitig fordern zivile Regierungen ihre Bürger auf, im kleineren Maßstab vergleichbare Vorbereitungen für ihre Haushalte zu treffen.
Die internationale Ordnung verändert sich
Am 29. Oktober 2026 führte die Historikerin Dr. Sarah Paine ein ausführliches Interview mit Steven Bartlett in dessen Sendung „The Diary of a CEO“.
Paine ist eine pensionierte Professorin des U.S. Naval War College mit einem Doktortitel in russischer Geschichte. Sie hat sich jahrzehntelang mit Russland, China und der Geschichte von Kriegen beschäftigt.
Ihre Sicht auf die Welt hilft zu erklären, worauf all diese Vorbereitungen eine Reaktion sind.
Sie beschreibt zwei Wege, auf denen Staaten nach Macht gestrebt haben.
Der alte kontinentale Ansatz misst Macht am Besitz von Land: Gebiete erobern, Ressourcen an sich bringen und über andere Völker herrschen.
Nach ihrer Auffassung verbraucht dieser Ansatz Wohlstand.
Der maritime Ansatz entwickelte sich dagegen aus seefahrenden Handelsnationen wie Großbritannien und gewann mit der Industriellen Revolution stark an Bedeutung.
Er schafft Wohlstand durch Industrie, Handel und wirtschaftlichen Austausch auf Grundlage von Regeln, an die sich alle halten.
Unter diesen Regeln funktioniert eine Kreditkarte nahezu überall, und ein kleines Unternehmen kann in vielen Ländern Geschäfte machen, ohne dass ihm seine Einnahmen weggenommen werden.
Das nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaute System verbreitete diese Form des Wirtschaftens durch Handelsabkommen, Finanzinstitutionen, Verträge und Bündnisse.
Die Vereinigten Staaten waren sowohl der größte Nutznießer als auch der Garant dieses Systems.
Paine argumentiert, dass sich die Welt inzwischen von dieser Ordnung entfernt.
Sie bezeichnet Russland und China als kontinentale Mächte und ordnet auch Donald Trump dieser Gruppe zu.
Dabei verweist sie auf seine Äußerungen, Kanada zum 51. Bundesstaat machen zu wollen, auf seine Ansprüche auf Grönland und auf das, was sie als seine Entführung eines Staatsoberhaupts bezeichnete, nämlich des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro.
Sie verwendet den Begriff „entscheidender Fehler“ für eine Entscheidung, die einem Land anschließend nur noch schlechtere Handlungsmöglichkeiten lässt als zuvor, wobei die verlorenen Möglichkeiten nie wieder zurückgewonnen werden können.
Putins Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 bezeichnet sie als einen solchen entscheidenden Fehler.
Putin wollte die Ukraine erobern. Stattdessen verbrauchte er große Teile des russischen Waffenarsenals aus der Zeit des Kalten Krieges und trug dazu bei, eine stärkere ukrainische nationale Identität entstehen zu lassen.
Paine verwendet außerdem einen alten militärischen Begriff: „Todesgelände“.
Wenn das Ziel eines Feindes darin besteht, einen zu vernichten, bleibt keine andere Wahl, als zu kämpfen. Und dann kämpft man mit allem, was man hat.
Sie sagt, Russland habe die Ukraine in eine solche Lage gebracht und die Vereinigten Staaten täten dasselbe mit dem Iran.
Die Vereinigten Staaten und Israel begannen ihren Krieg gegen den Iran am 28. Februar 2026.
Paine bezeichnete ihn als „wahrscheinlich einen der inkompetentesten Kriege der Menschheitsgeschichte“.
Sie erklärte, der Krieg habe der amerikanischen Wirtschaft geschadet, das Bündnissystem der Vereinigten Staaten zerstört und die Weltwirtschaft nach unten gezogen.
Denn der erste Schritt des Iran hätte vorhersehbar sein müssen: die Sperrung der Straße von Hormus.
Den starken Anstieg der Dieselpreise brachte sie unmittelbar mit dem Krieg in Verbindung.
Sie warnte, dass Angriffe auf Staaten, die deren Existenz bedrohen, allen Nationen dieselbe Lehre vermitteln: Ein Land ohne Atomwaffen ist nicht sicher.
Auch den Verlust des Vertrauens der Verbündeten bezeichnete sie als einen entscheidenden Fehler.
Sie sagte, Amerika werde nie wieder der vertrauenswürdige Partner sein, der es einmal gewesen sei.
Paine zufolge hat der Rückzug der Vereinigten Staaten aus der von ihnen selbst geschaffenen Ordnung in Europa den schnellsten institutionellen Aufbau ausgelöst, den sie beobachtet habe.
Sie bezeichnete das Tempo als unglaublich hoch.
Sie verweist darauf, dass die nordischen und baltischen Länder ihre Sicherheit gemeinsam organisieren, dass neue Weltraumbahnhöfe für Europas eigene Satellitensysteme entstehen und dass die Europäer es leid sind, von amerikanischen Zahlungssystemen für Kreditkarten abhängig zu sein.
Die letztgenannte Veränderung ist bereits im Gange.
Am 30. September 2026 kündigten fünf europäische Zahlungsunternehmen die Gründung einer neuen gemeinsamen Gesellschaft mit Sitz in Madrid an: European Network for Payments.
Die fünf Beteiligten sind Bancomat aus Italien, Bizum aus Spanien, EPI mit seiner digitalen Geldbörse Wero, SIBS mit seinem Dienst MB WAY aus Portugal sowie Vipps MobilePay aus den nordischen Ländern.
Gemeinsam bedienen ihre Systeme bereits rund 130 Millionen Menschen in 13 europäischen Ländern. Das entspricht mehr als 70 Prozent der Bevölkerung der Europäischen Union und Norwegens.
Die neue Gesellschaft soll diese Systeme miteinander verbinden, damit Menschen auch über Landesgrenzen hinweg Geld aneinander überweisen können.
Zunächst sollen direkte Zahlungen zwischen Privatpersonen ermöglicht werden. Später sollen Einkäufe im Internet und in Geschäften hinzukommen.
Die Unternehmen bezeichnen dies als einen Schritt hin zu einem souveränen europäischen Zahlungssystem, also einem System, das Europa selbst kontrolliert.
Dies ist ein praktisches Beispiel dafür, wie Länder eigene Alternativen zu Systemen aufbauen, auf die sie sich früher verlassen haben.
Dasselbe Denken prägt inzwischen die Bereiche Energie, Waffenproduktion, Kommunikation und strategische Rohstoffe.
Wenn Länder ihre Abhängigkeit von amerikanischen Finanzdienstleistungen, Technologien, Fabriken und Sicherheitsgarantien verringern, werden amerikanische Unternehmen und der amerikanische Handel die Auswirkungen spüren.
Wenn Staaten wieder beginnen, ihre Beziehungen als Wettbewerb um Land, Ressourcen und militärische Vorherrschaft zu betrachten, wird es schwieriger, die Zusammenarbeit aufrechtzuerhalten, die den Welthandel am Laufen hält.
Und wenn Kriege Schifffahrtswege, Energieversorgung und Produktionsnetzwerke unterbrechen, treffen die Folgen gewöhnliche Haushalte.
Diesel wird teurer, dadurch steigen die Transportkosten, dadurch verteuern sich Landwirtschaft und industrielle Produktion, und schließlich steigen auch die Lebensmittelpreise.
Die Kosten des Krieges landen am Ende im Supermarkt, auf der Stromrechnung und an der Tankstelle.
Paines historische Betrachtung und die staatlichen Vorsorgeprogramme beschreiben zwei Seiten desselben Problems.
Die Weltwirtschaft ist auf Stabilität, berechenbare Beziehungen zwischen Staaten, funktionierende Infrastruktur und den kontinuierlichen Transport lebenswichtiger Güter angewiesen.
Die Regierungen bauen nun ihre Fähigkeit aus, auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn diese Voraussetzungen wegfallen.
Und sie fordern die privaten Haushalte auf, einen Teil dieser Last mitzutragen.
Was geschieht nach den ersten zehn Tagen?
Die Frage, die mich am meisten beschäftigt, lautet: Was geschieht, wenn die empfohlenen Notvorräte aufgebraucht sind?
Drei Tage mit abgefülltem Trinkwasser und Konserven helfen einer Familie, einen kurzen Versorgungsausfall zu überstehen.
Sieben Tage bieten einen größeren Sicherheitsspielraum, zehn Tage einen noch größeren.
Doch was geschieht, wenn die Unterbrechung drei Wochen, einen Monat oder noch länger dauert?
Was geschieht mit Menschen in Mehrfamilienhäusern, wenn die städtische Wasserversorgung und die Abwassersysteme nicht mehr funktionieren?
Was geschieht mit Menschen, deren Medikamente gekühlt werden müssen?
Was geschieht, wenn Supermärkte keine neuen Lieferungen mehr erhalten, Tankstellen geschlossen bleiben, die Fortbewegung unzuverlässig wird und ein Haus weder einen Kamin noch einen Holzofen oder eine andere Möglichkeit zum Heizen besitzt?
Und was geschieht mit älteren Menschen, die allein leben, mit Familien mit kleinen Kindern und mit Menschen, die täglich medizinische Versorgung benötigen?
Das sind die Fragen, über die wir in unseren Gemeinschaften sprechen müssen.
Ich habe ausführlich darüber geschrieben, wie Menschen sich auf Unterbrechungen der Stromversorgung, der Kommunikation, der Wasserversorgung, der Abwasserentsorgung und der Lebensmittelverteilung vorbereiten können.
Die einfachen Vorbereitungen bleiben wichtig: gelagertes Trinkwasser, Lebensmittel, die ohne Kühlung haltbar sind, notwendige Medikamente und grundlegende medizinische Materialien, Taschenlampen, Batterien, ein Radio, eine Möglichkeit zum Aufladen wichtiger Geräte, etwas Bargeld, Kopien wichtiger Dokumente, Telefonnummern auf Papier statt ausschließlich im Mobiltelefon sowie Absprachen mit Familie und Nachbarn darüber, wie man in Kontakt bleibt, wenn die Telefone ausfallen.
Länger andauernde Störungen erfordern jedoch wesentlich mehr.
Die Menschen brauchen eine verlässliche Trinkwasserquelle und eine Möglichkeit, Wasser trinkbar zu machen.
Sie benötigen sanitäre Lösungen, die verhindern, dass Häuser, Straßen und Wasservorräte verunreinigt werden.
Sie brauchen sichere Möglichkeiten, ihre Wohnungen zu heizen und ihre Lebensmittel zuzubereiten.
Sie müssen wissen, wie Lebensmittel ohne Kühlschrank haltbar gemacht werden können.
Und sie brauchen Gemeinschaften, in denen die Menschen einander kennen und zusammenarbeiten können, wenn öffentliche Dienstleistungen ausfallen.
Diejenigen von uns, die in ländlichen Gebieten leben, haben einige Vorteile.
Oft verfügen wir über mehr Platz für Gärten, Lebensmittelvorräte, Holzheizungen und andere Möglichkeiten der sanitären Versorgung.
Doch auch ländliche Haushalte sind der Gefahr ausgesetzt, von der Außenwelt abgeschnitten zu werden, wenn Straßen unpassierbar werden, der Treibstoff ausgeht oder ein Krankenwagen sie nicht mehr erreichen kann.
Menschen in Städten stehen vor anderen Problemen.
Ein Hochhaus ist auf Aufzüge, Wasserdruck, Abwassersysteme, Strom und funktionierende Verkehrsverbindungen angewiesen.
Wenn mehrere dieser Systeme gleichzeitig ausfallen, kann es sehr schwierig werden, in einem solchen Gebäude weiterzuleben.
Die Lösungen müssen zu dem Ort passen, an dem die Menschen leben, und zu den Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen.
Während einer lang anhaltenden Störung kann die Zusammenarbeit unter Nachbarn den entscheidenden Unterschied machen.
Sie können Werkzeuge, Informationen, Vorräte, Mitfahrgelegenheiten und praktische Fähigkeiten miteinander teilen.
Sie können herausfinden, wer zusätzliche Hilfe benötigt.
Gemeinschaften können organisieren, wie Trinkwasser beschafft, Informationen weitergegeben, Lebensmittel zubereitet und Menschen versorgt werden, die nicht für sich selbst sorgen können.
Der finnische Bericht über die Ukraine nennt die dezentrale Organisation kritischer Dienstleistungen, die schnelle Reparatur von Schäden und die enge Zusammenarbeit zwischen Regierung und Privatwirtschaft als entscheidende Voraussetzungen dafür, dass ein Land während einer langen Krise funktionsfähig bleibt.
Die Lehre aus dieser Untersuchung lautet, dass eine Gesellschaft überlebt, weil Menschen die Systeme des täglichen Lebens weiter betreiben.
Die Stromversorgung muss wiederhergestellt und Rohrleitungen müssen repariert werden.
Lebensmittel müssen angebaut, haltbar gemacht, transportiert und verteilt werden.
Die medizinische Versorgung muss weitergehen, und Kommunikationsverbindungen müssen aufrechterhalten werden.
Nichts davon geschieht, wenn die Menschen nicht zusammenarbeiten.
Die schwedische Zivilschutzbehörde stellt auf ihrer eigenen Internetseite dieselbe Frage: Was geschieht nach einer Woche?
Ihre Antwort lautet:
„Das lässt sich nicht genau sagen.“
Copyright © Mark A. Shryock. Darf unter Nennung des Urhebers weitergegeben werden.
Quellenverzeichnis
Das Original enthält 50 Quellenangaben, darunter offizielle Regierungsveröffentlichungen, Berichte von Nachrichtenmedien, Interviews und weiterführende Informationen.
Ich habe alle von Mark bereitgestellten 50 Quellen mit ihren Internetadressen in einem separaten Verzeichnis zusammengestellt.
Meine / Es Ist Alles Da / Übersetzung gibt die Aussagen des Autors wieder. Eine unabhängige Überprüfung der darin enthaltenen Behauptungen und Quellen habe ich nicht vorgenommen.
© Rosi / esistallesda.de I Zusammenfassung I Übersetzung
QUELLENVERZEICHNIS
Originalquellen zum Artikel von Mark A. Shryock
Alle Internetadressen als Klartext
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The Diary of a CEO with Steven Bartlett. Dr. Sarah Paine. October 29, 2026.
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European Payments Initiative. Bancomat, Bizum, EPI/Wero, SIBS-MB WAY and Vipps MobilePay Announce the Creation of the European Network for Payments. September 30, 2026.
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News9 Live. France’s 72-hour emergency preparations and international civil defense recommendations.
https://youtu.be/_5Pp7mD8eA4
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