Ihr Lieben,
Menschen befinden sich in unterschiedlichen Phasen des Erwachens und damit auch in unterschiedlichen Formen von Angst. Wenn Angst da ist, zeigen sich meist zwei Reaktionen. Entweder zieht sich ein Mensch zurück und schützt sich innerlich oder äußerlich, oder er geht in Angriff, versucht zu dominieren oder den anderen abzuwerten.
Oft wechseln diese Reaktionen, je nachdem, wie sicher oder unsicher sich jemand in einer Situation fühlt.
Auf dem Weg des Erwachens lernen wir, bewusst Liebe statt Angst zu wählen. Und je öfter wir uns in jeder Situation für die Liebe entscheiden, desto mehr erfahren wir Freiheit, Frieden, Verbundenheit und Fülle.
Manchmal ist es stimmig, unsere Sichtweise oder unsere liebevollen Erkenntnisse mit anderen zu teilen. Manchmal jedoch nicht. Doch auch wenn wir nichts sagen, können wir in Verbindung bleiben. Wir können den Menschen in seiner Tiefe wahrnehmen, dort, wo hinter Angst und Ärger ebenfalls Liebe existiert.
Wer sind wir, einem anderen vorzuschreiben, was er fühlen oder denken soll? Wenn wir es dennoch tun und der andere mit Abwehr oder Wut reagiert, überrascht uns das dann wirklich? Vielleicht zeigt uns genau dieser Moment, dass es klüger gewesen wäre, zuerst auf die eigene innere Stimme zu hören.
Wie würde es sich für dich anfühlen, wenn dir jemand eine völlig andere Wirklichkeit präsentiert und erwartet, dass du sie sofort annimmst?
Es kann schmerzhaft sein, etwas Wertvolles zu teilen und auf Ablehnung zu stoßen. Doch nicht jeder ist bereit, das anzunehmen, was für dich gerade bedeutungsvoll ist.
Liebe wirkt dennoch. Wann immer du in Gegenwart anderer in einem liebevollen Zustand bist, berührt das ihre Seele, auch ohne Worte.
So wie du deinen eigenen Weg in die Freiheit gehst, dürfen auch andere ihren Weg wählen. Wenn du ihre Angst oder ihren Ärger nicht übernimmst, sondern in deiner Herzenshaltung bleibst, erschaffst du einen Raum, in den sie eintreten können, wenn sie dazu bereit sind.
Vielleicht wirst du diesen Moment nicht bewusst miterleben, doch er geschieht.
Mit der Zeit wächst das Vertrauen, nicht nur in die eigene Fähigkeit zu lieben, sondern auch in die Liebe, die im anderen bereits vorhanden ist, selbst wenn sie noch nicht sichtbar ist.
Wir sind verbunden.
Und in dieser Verbundenheit liegt eine stille, kraftvolle Wahrheit.
In liebevoller Verbundenheit.
