Die Sonne ist nun offiziell in die Jungfrau eingetreten und Merkur, der in diesem Zeichen besonders kraftvoll wirkt, rückt immer näher.
Die Jungfrau ist ein veränderliches Erdzeichen und eines der wenigen Tierkreiszeichen, das durch einen Menschen dargestellt wird, noch dazu durch eine Frau.
Sie steht für Reinheit und für die beständige Suche nach dem Ideal, nach dem, was möglich ist. Genau darin liegt auch ihre Neigung zum Perfektionismus.
Doch die Jungfrau besitzt noch eine andere Seite, die leicht übersehen wird. Sie zählt zu den intuitivsten und feinfühligsten Zeichen des Tierkreises. Diese Gabe verbirgt sich manchmal hinter ihrer direkten, analytischen und kritischen Art.
Menschen mit starker Jungfrau Energie beobachten genau. Sie analysieren, ordnen, verbessern und erschaffen funktionierende Strukturen. Als ein von Merkur regiertes Zeichen lebt die Jungfrau viel in ihren Gedanken und kann sowohl mit anderen als auch mit sich selbst sehr streng sein. Im Kern geht es ihr jedoch darum, etwas Sinnvolles beizutragen. Sie ist bereit, dafür die notwendige Arbeit zu leisten.
Die Jungfrau als Priesterin
In alten Überlieferungen begegnet uns die Jungfrau als Priesterin, als eine Frau, die ganz sich selbst und dem Heiligen verpflichtet ist.
Ein starkes Sinnbild dafür sind die Vestalinnen im alten Rom. Diese Priesterinnen dienten Vesta, der Göttin des Herdfeuers, und hüteten das heilige Feuer in ihrem Tempel. Ihr Dienst dauerte 30 Jahre und war mit einem Keuschheitsgelübde verbunden.
Zu ihren Aufgaben gehörten die Pflege des ewigen Feuers, das Holen von Wasser aus einer heiligen Quelle, die Zubereitung ritueller Speisen und die Bewahrung heiliger Gegenstände. Gleichzeitig genossen die Vestalinnen für Frauen ihrer Zeit außergewöhnliche Freiheiten und Privilegien. Sie konnten unter anderem eigenes Vermögen verwalten und waren nicht der üblichen väterlichen Autorität unterstellt.
Auch in der griechischen Mythologie finden wir eine tiefe Verbindung zur Jungfrau. Dort wird sie mit Astraea in Verbindung gebracht, der letzten Unsterblichen, die am Ende des Silbernen Zeitalters die Erde verließ, nachdem sich die Götter auf den Olymp zurückgezogen hatten. Später wurde Astraea mit dem Sternbild Jungfrau verbunden.
Eine weitere Verbindung führt zu Demeter, der Göttin der Ernte und des herbstlichen Reichtums.
🌾 Die Jungfrau und das Korn
Schon in der babylonischen Astronomie wurde das Sternbild mit einer Furche und einer Ähre der Göttin Shala verbunden. Einer seiner wichtigsten Sterne trägt bis heute den Namen Spica. Das lateinische Wort bedeutet Ähre.
Deshalb wird die Jungfrau so häufig als Frau dargestellt, die Getreide oder eine Ähre in ihrer Hand hält.
Auch im alten Ägypten fiel die Zeit der Sonne in der Jungfrau mit dem Beginn der Weizenernte zusammen. Wieder begegnen uns dieselben Bilder: Erde, Reinheit, Ernte, Nahrung und das, was durch Hingabe und sorgfältige Pflege heranreift.
Selbst in der christlichen Symbolik findet sich die Jungfrau wieder. Die Geburt Jesu durch Maria wird symbolisch mit diesem uralten Bild der Jungfrau verbunden.
Die Jungfrau ist also sehr viel mehr als das Klischee vom ordnungsliebenden Menschen, der ständig putzt und alles perfekt haben möchte.
Vielleicht lässt sich ihre tiefe Sehnsucht nach Reinheit heute sogar noch besser verstehen. In einer lauten, überladenen und zunehmend belasteten Welt sucht die Jungfrau immer wieder danach, auszusortieren, zu reinigen und zum Wesentlichen zurückzukehren.
✨ Großer, wunderschöner Himmel 🤍
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© Rosi / esistallesda.de I Zusammenfassung I Übersetzung
