Mit Arthos durch das Jahr, Tagesbotschaft 10. Januar

Heute ist ein guter Tag, um Samen des Friedens zu säen. Frieden ist kein Konzept, sondern das Ergebnis einer reinen Tätigkeit in der Erscheinungsweise der Tugend. Diese Tätigkeit wird auf einem Feld ausgeführt, so wie auch der Landwirt seine Tätigkeit auf dem Feld ausführt. Der Landwirt bereitet den Boden des Feldes, indem er ihn umgräbt und von dem befreit, was auf dem Feld nichts zu suchen hat. Dann setzt er achtsam und liebevoll Samen in den Boden, bewässert diese regelmäßig und düngt den Boden. So wachsen gesunde Pflanzen auf seinem Feld, und wenn die Zeit reif ist, erntet der Landwirt diese.

Mit dem Frieden ist es ganz ähnlich. Frieden unter den Menschen ist das Ergebnis einer Tätigkeit, die mit der des Landwirts vergleichbar ist. In gewisser Hinsicht ist jeder Mensch ein Landwirt, der sein eigenes Feld hat und bearbeitet. Das Feld ist der Körper, der auch als Tätigkeitsfeld bezeichnet wird. Der Mensch ist der Benutzer des Feldes, und er bearbeitet es gemäß seines freien Willens.

Jeder Mensch kann wählen, wie er sein Feld bestellt und tut es auch. Daher lebt jeder sein individuelles Leben, macht seine individuellen Erfahrungen und erntet individuelle Früchte, je nachdem, welche individuellen Samen er gesät hat.

Um Samen des Friedens zu säen, musst du damit beginnen, diese Samen zu züchten, und du züchtest sie, indem du dein Weltbild bereinigst und erneuerst. Die Bereinigung beginnt mit der Erkenntnis, dass du nicht dein Feld bist, sondern der, der für das Feld verantwortlich ist und der es bearbeitet. Die Erneuerung des Weltbildes beginnt damit, dass du dich von dem, was nicht wahr ist, verabschiedest.

Es ist nicht wahr, dass du männlich oder weiblich bist, ein bestimmtes Alter hast, gesund oder krank, Deutscher, Amerikaner oder Türke, Christ, Moslem oder Hindu, arbeitslos, Arzt, Lehrer oder Architekt bist. Das alles sind Umstände, Beziehungen, Eigenschaften und Tätigkeiten, die das Feld betreffen. Es ist aber nicht das, was der Landwirt ist. Er ist einfach der Landwirt.

Du bist Seele, und nicht das, was auf dem Feld wächst, das du bearbeitest. Ebenso ist auch jeder andere Mensch nicht das Produkt seiner Tätigkeit, sondern derjenige, der die Tätigkeiten ausführt. Du bist Seele, und jeder andere ist ebenfalls Seele. Jede Seele ist ein winziges Teilchen Gottes, und als Teilchen hat die Seele die Aufgabe, das Feld so zu bearbeiten, dass es dem Herrn, der Kenner und Eigentümer aller Felder ist, zugute kommt.

Du bearbeitest als Seele dein Feld nicht für dich, sondern für Gott. Da du eine Zelle Seines Körpers bist, ist es deine Aufgabe, Ihn zufriedenzustellen. Ein Finger, der nur für sich selbst arbeitet, anstatt für die Hand tätig zu sein, die dem Körper dient, ist sinnlos. Solch ein Finger kann und wird niemals glücklich werden oder zum Glück beitragen. Ein derartiger Finger – oder eine derartige Zelle – wird niemals zufrieden sein, denn Zufriedenheit entsteht, wenn die Bestimmung erfüllt wird und somit die eigene Tätigkeit einen wahren Sinn ergibt.

Wenn die Landwirte sich gegenseitig bekämpfen, anstatt ihre Felder zu bestellen, erfüllen sie nicht ihre Bestimmung. Dadurch finden sie keine Zufriedenheit, und ihre Felder werden verkümmern. Die Aufgabe des Landwirts ist es, sein Feld zu bestellen, damit es Nahrung für die Menschen gibt. Wenn er stattdessen mit seinen Nachbarn Krieg führt, setzt er Samen der Zwietracht und Zerstörung, die entsprechende Früchte hervorbringen werden.

Kehre zu deiner eigentlichen Aufgabe zurück und beginne damit, den Boden zu bereiten. Entferne Groll, Missgunst und Neid aus dem Boden und dünge ihn mit Liebe. Beende die Feindschaft mit deinen Mitmenschen, die nichts anderes sind wie du: Landwirte, die ihr Feld bestellen. Die Felder dienen dazu, die Menschheit zu nähren, und nicht dazu, sie zu vernichten.

Nationalitäten, Religionen, Hautfarbe sind Ausdruck der Dualität, die Bestandteil der realen Illusion ist. Illusion bedeutet, das als wahr anzusehen, was nicht wahr ist. Spaltung ist das Werkzeug der Unwahrheit. Die Wahrheit ist: Wenn alle Teilchen dem Körper dienen, der das Feld des höchsten Besitzers ist, dann herrscht Frieden. Das ist die Sichtweise, die nötig ist, damit eine neue Erde entsteht, die in Wirklichkeit einzig und allein Ausdruck einer erneuerten Menschheit ist, die Liebe lebt.

ICH BIN ein individueller Funke des Göttlichen Feuers der Liebe.

Diese Botschaft ist an Selina und mich gerichtet. Wir nehmen sie für uns an, richten uns danach und geben sie hiermit auch an all diejenigen weiter, die ebenfalls bereit sind, an sich zu arbeiten, um sich spirituell zu entwickeln. Spirituelle Entwicklung, das Ziel des Lebens, gipfelt in der Hingabe an Gott. Diese Hingabe setzt die Überwindung des falschen Egos voraus. Damit einher geht die Erkenntnis, nicht der Körper, sondern die Seele zu sein, die ein winziges Teilchen Gottes ist. Philosophische Grundlage dieser Botschaften ist das vedische Wissen von der absoluten Wahrheit Gottes wie es u.a. in der Bhagavad-gītā und im Śrīmad-Bhāgavatam verkündet wird.

Bild von Sarah Richter auf Pixabay

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