Zum Inhalt springen
„Du bekommst Muttermilch ja nicht erst, wenn du gewachsen bist. Du bekommst Muttermilch, damit du wachsen kannst.“ Anja Reiche

Startseite  ·  Anja Reiche

„Du bekommst Muttermilch ja nicht erst, wenn du gewachsen bist. Du bekommst Muttermilch, damit du wachsen kannst.“ Anja Reiche

Anja Reiche·24. Mai 2024, 6:07 Uhr·3 Minuten

„Es steht mir alles zur Verfügung, damit ich wachsen kann“

https://www.facebook.com/anja.reiche

Versorgung ist keine Belohnung für richtige Taten. In seinem Urwesen, stellt mir das Leben alles zur Verfügung, was ich brauche, damit ich wachsen, gedeihen, erblühen kann. Alles, damit ich jede Erfahrung machen kann, die ich hier machen soll. Alles, damit ich das hier sein kann, was ich hier sein soll. Alles, damit ich wirken kann.

Wir wurden aber anders konditioniert. Uns wurde beigebracht, dass das Leben bestimmtes/richtiges Verhalten belohnt. Gute Gefühle haben Zuspruch erfahren. Manchmal wurden sogar schlechte Gefühle mit Belohnung wettgemacht bzw. weggemacht. Bei Traurigkeit gabs nen Lolli. Bei Krankheit endlich Zuwendung.

Viel Geld haben, heißt nicht automatisch etwas richtig machen.

Wenig Geld haben heißt nicht, etwas falsch machen.

Leiden und sich abmühen zieht keine Entschädigung nach sich.

Ich muss nicht erst etwas tun, sein, um „meinen Lebensunterhalt“ zu verdienen. Weder mich anstrengen, noch glänzen. Ich muss nicht nur genug leiden und ich muss auch nicht brav genug sein, um Versorgung verdient zu haben.

Die meisten von uns leben aktuell (noch) in einem künstlichen, heißt unnatürlichen, Belohnungssystem, in dem andere entscheiden, wann ich etwas richtig gemacht habe, wann ich also etwas dafür bekomme und was. Und eigentlich stimmt das schon nicht, dass wir in diesem System leben. Dieses System lebt in uns, weil die meisten eben genauso geprägt wurden. Und viele, die sich scheinbar aus dem System gelöst haben, tragen es nach wie vor in sich und rekonstruieren es im goldenen Scheinfreiheitsmäntelchen andernorts wieder. Das Prinzip aber bleibt gleich. Was machen und dafür etwas bekommen.

In so vielen wirken Sätze wie:

Bin ich „krank“, mach ich was falsch.

Hab ich wenig Geld/Materielles/Besitz, mach ich was falsch.

Hab ich keinen Partner, mach ich was falsch.

Bin ich wütend, mach ich was falsch.

Bin ich unruhig, mach ich was falsch.

Bin ich verspannt, mach ich was falsch.

Es wäre ja anders, wenn ich ES richtig machen würde (ohne zu wissen, was ES ist).

Wenn ich erst erleuchtet bin, dann…

Wenn ich erst meine Berufung gefunden habe, dann…

Wenn ich mich genug selbst liebe, dann…

So verbringen viele ihr Leben mit Fehlersuche, durchforsten ihr Innenleben nach Selbstsabotageprogrammen (als ob sich das Leben selbst sabotieren würde) und versuchen sich zu optimieren in der Hoffnung, endlich belohnt zu werden, in der Hoffnung, dass sich das endlich auszahlt. All die Mühen… Das muss doch endlich mal was bringen! Ich nehme mich da nicht aus.

Tatsache ist aus meiner Sicht, dass eine völlig falsche sprich unnatürliche Grundannahme unter all dem liegt. Nämlich dieses Wenn-Dann-Ding.

Ich bekomme Muttermilch/Nahrung nicht erst, wenn ich gewachsen bin. Ich bekomme Muttermilch, DAMIT ich wachsen kann. Dieses Leben ist ein DAMIT-Ding.

Die Natur stellt zur Verfügung. Ganz ohne Leistung, weil sie will, dass ich gedeihe. (Wobei mir klar ist, dass auch da schon verdrehte Erfahrungen gemacht wurden, weil ich als Baby erst weinen und schreien musste, um etwas zu bekommen. Aus meiner Sicht ebenfalls unnatürlich.)

Für mich ist es total wahr, dass immer alles da ist, was ich für mein Wachstum und meine Erfahrungen brauche, DAMIT ich all das erleben kann. Das heißt auch, dass manches manchmal eben NICHT da ist, dass schräge Sachen passieren, dass ich Dinge tue oder eben genau nicht tue und mich selber wundere.

Es gibt da keinen Fehler zu finden. Den Fehler, den du suchst, gibt’s nicht.

Wie es gerade ist, ist es perfekt und unterliegt einer krassen Intelligenz. Wie es ist, ist es gut und richtig. Wofür es gut ist, wird sich zeigen.

Einmal mehr entspannt sich mein System noch tiefer. Ich KANN gar nichts falsch machen, verpassen, whatever. Und ich werde auch nicht vom Leben vergessen. Ich bin auf dem Weg in meine Urnatur, in den Urzustand, der Rückerinnerung und das Leben wird alles tun, damit ich das kann. Das Leben strebt nach Leben. Das Leben strebt nach mir wie ich gedacht bin.

Hat dich dieser Text erreicht?

Das Auswählen, Übersetzen und Pflegen dieser Botschaften ist tägliche Arbeit. Wenn sie dir etwas gibt, freue ich mich über einen Dankes-Ausgleich.

Danke sagen

Weiterlesen

Aus derselben Rubrik
Das Bedürfnis, als Sehender gesehen zu werden. Anja Reiche

Das Bedürfnis, als Sehender gesehen zu werden. Anja Reiche

Anja Reiche·17. Juni 2026·3 Minuten

Anja schreibt über etwas, das wohl viele von uns kennen und doch kaum in Worte fassen können. Es gibt Wunden, die nicht aus dem entstehen, was geschehen ist, sondern aus dem, was …

Uns wurde in der Kindheit eine erdrückende Macht zugesprochen, die nicht wahr ist. Anja Reiche

Uns wurde in der Kindheit eine erdrückende Macht zugesprochen, die nicht wahr ist. Anja Reiche

Anja Reiche·19. Februar 2026·3 Minuten

Die meisten wurden in ihrer Kindheit mit einer ungesunden Allmachtsfantasie ausgestattet. Uns wurde von den Eltern eine Macht zugewiesen, zugesprochen, zugeschoben, die uns überhaupt nicht gehört. Uns wurde erzählt, dass wir es …

WER in uns will WAS in uns transformieren und vor allem WARUM? Maria Sanchez I Anja Reiche

WER in uns will WAS in uns transformieren und vor allem WARUM? Maria Sanchez I Anja Reiche

Anja Reiche·19. November 2025·2 Minuten

In welcher Haltung bin ich mir gegenüber gerade da? Es ist so wichtig, das wieder und wieder und wieder zu überprüfen. Ist es wirklich eine alles erlaubende, sein lassende Haltung, die sich …

Unterstützen