Ihr Lieben,
vor elf Jahren, im Jahr 2015, habe ich an diesem Tag eine ganz einfache Erinnerung mit euch geteilt.
Im Jahr 2018 habe ich sie am selben Tag noch einmal geteilt.
Und heute, nach all den weiteren Jahren des Lebens, Beobachtens, Heilens, Erinnerns und Werdens, ist ihr innerster Kern noch immer derselbe:
JEDE ANTWORT, NACH DER WIR EIN LEBEN LANG AUSSERHALB VON UNS SELBST SUCHEN, BEGINNT IN UNS.
Doch heute würde ich diese Worte mit einem noch tieferen inneren Verständnis aussprechen.
Nach innen zu gehen bedeutet nicht, dass jeder Gedanke, der durch deinen Kopf zieht, automatisch die Wahrheit ist.
Es bedeutet nicht, dass jede Angst deine Intuition ist.
Es bedeutet nicht, dass jede emotionale Reaktion eine innere Führung darstellt.
Und es bedeutet ganz sicher nicht, dass wir die Weisheit, die Erfahrungen, die Liebe oder die Sichtweisen jener Menschen zurückweisen müssen, die an unserer Seite durchs Leben gehen.
Nach innen zu gehen bedeutet vielmehr, in deinem eigenen inneren Raum still genug zu werden, um unterscheiden zu können.
Still genug, um unter all dem Lärm zu lauschen.
Unter den Erwartungen anderer.
Unter den alten Wunden.
Unter der Angst.
Unter all den Prägungen, die du mit dir trägst.
Und unter den unzähligen Stimmen, die dir sagen wollen, wer du sein solltest, was du glauben solltest und welchen Weg du einschlagen musst.
WERDE STILL GENUG, UM DICH SELBST ZU HÖREN.
Nicht das verängstigte Selbst.
Nicht das konditionierte Selbst.
Nicht das verwundete Selbst, das verzweifelt nach einer Bestätigung für das sucht, was es ohnehin schon zu wissen glaubt.
Sondern DAS STILLE SELBST.
Den Teil in dir, der nicht schreien muss, um gehört zu werden.
Den Teil, der nichts beweisen muss.
Den Teil, der erst beobachten kann, bevor er reagiert.
Den Teil in dir, der innehalten und sich fragen kann:
IST DAS LIEBE?
IST DAS ANGST?
IST DAS WIRKLICH INTUITION?
IST DAS EINE ALTE GESCHICHTE, DIE ICH NOCH IMMER MIT MIR TRAGE?
IST DAS, WAS ICH GERADE GLAUBE, TATSÄCHLICH WAHR?
Ihr Lieben, in jedem von uns liegt eine ungeheure Weisheit.
Doch um Zugang zu dieser Weisheit zu finden, brauchen wir etwas, das in unserer lauten Welt immer seltener geworden ist:
STILLE.
Ganz gleich, an welchem Punkt unseres spirituellen Weges wir uns gerade sehen, wir alle sind eingeladen, ein wenig stiller im geschützten Raum unseres eigenen Bewusstseins zu werden.
Nicht, um vor der Welt zu fliehen.
Nicht, um uns von ihr zurückzuziehen.
Sondern um dieser Welt aus einem klareren Ort in uns selbst heraus begegnen zu können.
Du musst heute nicht auf alles eine Antwort haben.
Du musst nicht jedes Gefühl sofort verstehen, jede Unsicherheit auflösen oder für jede Frage unmittelbar eine Erklärung finden.
Manchmal besteht die größte Weisheit einfach darin, still genug zu werden, um überhaupt zu erkennen, welche Frage in dir wirklich nach einer Antwort ruft.
VERTRAUE DEINEM INNEREN WISSEN.
Und gleichzeitig:
LIEBE DICH SELBST GENUG, UM WEITERHIN ZU HINTERFRAGEN, ZU LERNEN, ZUZUHÖREN UND ZU WACHSEN.
Denn wahre innere Weisheit schließt dich nicht in unumstößlicher Gewissheit ein.
Sie verlangt nicht von dir, für immer an dem festzuhalten, was du heute für wahr hältst.
Wahre innere Weisheit bleibt lebendig.
Sie lässt dich weiterfragen.
Sie lässt dich weiterlernen.
Sie lässt dich weiter zuhören.
Und sie lässt dich immer weiter wachsen.
Denn wirkliche innere Weisheit begrenzt dich nicht.
Sie erweitert dich immer weiter.
Ich liebe dich.
Ich liebe euch alle, so wie ich mich selbst liebe.
Frei.
Ehrlich.
Souverän.
Und bedingungslos.
Om Shanti Om – Friede sei mit dir. Tiefer innerer und äußerer Frieden.
Namasté – Das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in dir.
Sat Nam – „Wahre Identität“ oder „Die Wahrheit ist mein Wesen“.
Soother of Souls – Tröster der Seelen oder Begleiter der Seelen.
© Transkript / Zusammenfassung / Übersetzung / Rosi / esistallesda.de
